Quelle: Blätter 1957 Heft 06 (Juni)


       zurück       Anzeige mit ausgesterntem Text


       Aus Copyrightgründen kann DEA hier keine Volltextausgabe machen.
       ----------------------------------------------------------------
       Das vollständige Dokument finden Sie entweder auf der "Blätter"-
       DVD,  die mehr als 9000 Beiträge von 1956-1989  enthält oder auf
       der aktuellen "Blätter"-CD, welche die  Beiträge ab 1990 enthält
       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
       unter www.blaetter.de.
       
       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Manfred Pahl-Rugenstein
       
       ATOM UND POLITIK
       ================
       Integration der Atomtechnik
       ---------------------------
       Terra incognita
       ---------------
       Die Verseuchung unseres Lebensraumes
       ------------------------------------
       Die Arten radioaktiver Einwirkung
       ---------------------------------
       Die Atomenergie und das Recht
       -----------------------------
       Der Atomkrieg hat bereits begonnen
       ----------------------------------
       ...
       "Jede Zufuhr strahlender Isotopen bringt für den Menschen die Ge-
       fahr mutativer  Zellschäden (Erbschäden,  bösartige  Geschwulste,
       Leukämien). Für  Kinder mit  ihrer noch  langen  Lebensdauer  muß
       diese Gefahr besonders hoch eingeschätzt werden. Die Gesellschaft
       warnt angesichts dieser Gefahr nachdrücklich vor allen derartigen
       Gefahren, da  die Möglichkeit einer fahrlässigen Körperverletzung
       besteht."
       ...
       Die "Politik der Stärke" ist am Ende
       ------------------------------------
       ...
       "Sie kennen meine These. Erstens keinen Krieg anfangen; zweitens:
       keinen provozieren,  aber drittens:  einem Angreifer  sagen: Not-
       falls schlagen  wir zu,  und zwar  mit allem, was wir haben, auch
       wenn es  für uns  sehr bittere  Stunden geben wird, auch wenn das
       Risiko tödlich  ist - alles abgestellt darauf: Es soll keiner an-
       fangen"
       "Zu einer  wirksamen Abwehr  ist in  dieser Situation die Bereit-
       stellung von taktischen Atomwaffen erforderlich, um die  abschre-
       ckende Wirkung zu erhöhen."
       ...
       Entscheidung aus der Realität
       -----------------------------
       ...
       "Den objektiven  Beobachter stimmt  es doch  besorgt, daß  gerade
       England, das  traditionelle Land der Meinungsfreiheit und der of-
       fenen Diskussion, sich durch einen solchen Vorhang des Schweigens
       von einer  der wahrscheinlich bedeutsamsten Auseinandersetzungen,
       von einer Debatte über Tod und Leben der Menschheit, ausschalten,
       abschneiden läßt.  Und auf  lange Sicht erscheint es fraglich, ob
       selbst der militärische Besitz der Wasserstoffbombe jenes morali-
       sche Gewicht  auszugleichen vermag,  das eine Nation besitzt, die
       ernste Argumente  auch dann  offen diskutiert, wenn diese Diskus-
       sion ihren politischen Bestrebungen im Augenblick nachteilig sein
       könnte."
       ...
       ...
       "Ich gebe die Antwort:
       Die Frage  der Einstellung von Atomwaffenversuchen steht in einem
       untrennbaren Zusammenhang mit dem Problem eines umfassenden Abrü-
       stungsabkommens. Mit  der Beseitigung des Mißtrauens zwischen den
       Großmächten durch  ein solches  Abkommen würde  auch der Anlaß zu
       weiteren Atomversuchen  entfallen, deren Durchführung schließlich
       in der Angst voreinander begründet liegt."
       ...
       ...
       "Die Bundesregierung faßt ihre Auffassung zusammen:
       Erstens: Nach  wie vor ist die Bundesrepublik durch das militäri-
       sche Potential  und die  unverändert  gebliebene  politische  und
       ideologische Zielsetzung  der Sowjetunion einer ernsten Bedrohung
       ausgesetzt."
       ...
       ...
       "Das Bild  eines Rußlands,  das danach schmachtet, den Westen an-
       zugreifen und  nur durch unseren Besitz an Atomwaffen davon abge-
       halten wurde,  war weitgehend eine Schöpfung der westlichen Phan-
       tasie, gegen  die einige  von uns, die mit russischen Dingen ver-
       traut waren,  jahrelang vergeblich  ihre Stimme  erhoben."  ("Die
       Welt" vom 20.10.1956)
       ...
       ...
       "Zu keiner  Zeit seit  dem Ende  des zweiten Weltkrieges habe ich
       jemals einen  Beweis dafür  gefunden, daß der Kreml einen dritten
       Weltkrieg wünscht."
       ...
       ...
       "Die Bundesregierung wird ersucht
       1. die Ausrüstung der Bundeswehr mit atomaren Waffen zu unterlas-
       sen,
       2. die Zustimmung  zur Lagerung von Atombomben und zur Stationie-
       rung von  Atomwaffen-Verbänden durch dritte Mächte auf dem Gebiet
       der Bundesrepublik  zu verweigern  und, falls eine solche Zustim-
       mung ausgesprochen worden sein sollte sie zurückzunehmen,
       3. dem deutschen  Volke bekanntzugeben, welche Maßnahmen die Bun-
       desregierung ergreifen  wird, um  die Bevölkerung der Bundesrepu-
       blik vor  den möglichen  Auswirkungen der Stationierung von Atom-
       waffen auf seinem Gebiet zu schützen."
       ...
       

       zurück