Quelle: Blätter 1957 Heft 08 (August)


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       der aktuellen "Blätter"-CD, welche die  Beiträge ab 1990 enthält
       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
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       ÜBER DIE GLAUBWÜRDIGKEIT DER CDU
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       Ein Schlaglicht auf ihr innerpolitisches Verhalten
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       "Es wäre  ja wohl  schon lange  an der  Zeit gewesen,  die  Frage
       gründlich zu  behandeln, ob unter den gegenwärtigen Umständen des
       marktwirtschaftlichen Ablaufs  tatsächlich ein Maximum an Gerech-
       tigkeit erzielt  worden ist oder werden kann. Es geht nämlich für
       uns  nicht   nur  um   den  Wohlstand   aller,  sondern  auch  um
       G e r e c h t i g k e i t   f ü r   a l l e.  Wir sollten den Mut
       haben, abzulehnen,  die gegenwärtige  Situation,  die  einerseits
       durch erhebliche Betriebsgrößen aus technischer Notwendigkeit und
       andererseits durch  die Anreicherung von Vermögen durch Selbstfi-
       nanzierung gekennzeichnet  ist, für  "organisch" oder  gar "gott-
       gewollt" hinzunehmen.  Es   w i d e r s p r i c h t   dem organi-
       schen Aufbau der Gesellschaft, in der das Eigentum einen so hohen
       Rang genießt  wie in der unseren, wenn in relativ wenigen Fällen,
       also auf  Grund eines  praktisch privilegierten hohen Einkommens,
       eine  hohe  Kapitalbildung  mit  der  Wirkung  einer  die    U n-
       g l e i c h m ä ß i g k e i t   der Vermögensverteilung    v e r-
       s t ä r k e n d e n   T e n d e n z   erfolgt. Scheint  das  doch
       weder gerecht,  noch kann  es als   n a t ü r l i c h e   Ordnung
       vermutet werden."
       ...
       ...
       "Das kapitalistische  Wirtschaftssystem ist  den staatlichen  und
       sozialen Lebensinteressen  des deutschen  Volkes  n i c h t  g e-
       r e c h t   g e w o r d e n.   Nach dem  furchtbaren politischen,
       wirtschaftlichen  und  sozialen  Zusammenbruch  als  Folge  einer
       v e r b r e c h e r i s c h e n   M a c h t p o l i t i k    kann
       nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen.
       Inhalt  und  Ziel  dieser    s o z i a l e n    u n d    w i r t-
       s c h a f t l i c h e n  N e u o r d n u n g  kann nicht mehr das
       kapitalistische  Gewinn-   und  Machtstreben,   sondern  nur  das
       Wohlergehen unseres Volkes sein. Durch eine gemeinwirtschaftliche
       Ordnung soll  das  deutsche  Volk  eine  Wirtschafts-  und  Sozi-
       alverfassung erhalten,  die dem  Recht und der Würde des Menschen
       entspricht, dem  geistigen und  materiellen Aufbau unseres Volkes
       dient und den inneren und äußeren Frieden sichert."
       ...
       ...
       "Der Präsident  der Bundesvereinigung  der Deutschen Arbeitgeber-
       verbände, Dr.  H.C. Paulssen,  hat dem 'Industriekurier' in einem
       Interview bedeutet, daß zwar jede Bestrebung, die zur Bildung von
       Eigentum führen könne, zu unterstützen sei, daß es aber nicht an-
       gehe, solange  Eigentum  eine  Rechtsinstitution  abendländischer
       Tradition sei.  Teile eines  durch unternehmerische Aktivität und
       Begabung geschaffenen  Eigentums umzuverteilen.  Jede  erzwungene
       Bildung und  Abtretung von  Eigentum, ebenso  wie jeden Anspruch,
       der sich  auf  angebliche  Unterbezahlung  in  der  Vergangenheit
       stütze, werde  man entschieden  ablehnen.  Die  Unternehmerschaft
       habe, was  die zurückliegenden  Jahre seit der Währungsreform be-
       treffe, kein  schlechtes, sondern  ein gutes  Gewissen. In diesem
       Pressegespräch hat  Herr Dr.  Paulssen  nach  Befragen  auch  die
       M i t e i g e n t u m s v o r s c h l ä g e   d e r  S o z i a l-
       a u s s c h ü s s e  a b g e l e h n t.  Dagegen  b e g r ü ß t e
       er sehr  die neuen Pläne von Bundesminister Prof. Dr. Erhard über
       die  Privatisierung   von  Staatsvermögen  durch  die  sogenannte
       V o l k s a k t i e."
       ...
       ...
       "Die Ahlener  Grundsätze waren  nur   z e i t b e d i n g t.  Sie
       ergaben sich  aus der  Notwendigkeit, die    S o z i a l i s i e-
       r u n g  z u  v e r h i n d e r n."
       ...
       

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