Quelle: Blätter 1958 Heft 04 (April)


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       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Alfred Merkens
       
       IN MEMORIAM REINHOLD SCHNEIDER
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       ...
       "Dort, wo die Brücke einstürzt, eile hin!
       Zur Flamme werde, die dein Werk verbrennt!
       Ob dich das Volk verleumdet und verkennt:
       Tus doch! Das Zeichen selber ist Gewinn."
       ...
       ...
       "Wo keine  Persönlichkeit ist und sein kann, wo die Menschen ver-
       brannt werden wie Stroh, der das Geschoß Werfende ein stummer He-
       bel ist,  ein Knopf,  auf den  die anonyme Hand eines Stabes oder
       Staates drückt:  da ist  überhaupt keine Tragik, weil keine Würde
       da ist  und keine  Person; da  sind nur Greuel, Angst und Verbre-
       chen, Entstellung der Menschengestalt, die zum scheußlichen Klum-
       pen zusammenschrumpft  und an abstoßender Mißbildung nur noch von
       der Seele  des unglücklichen  Täters übertroffen  werden könnte -
       falls sie  sichtbar würde.  Das ist  ja nicht  mehr Krieg  in dem
       Sinne, in  dem das Wort noch in unseren Büchern steht, nämlich im
       Sinne bisheriger  Geschichte; das  ist ein  Vorgang, vergleichbar
       nur der  heute von  Flugzeugen über  absterbenden Wäldern geübten
       Insektenvertilgung... Wir  befinden uns in einem Zwischenzustand,
       der nach allem Ermessen nicht lange wird dauern, nicht lange wird
       unentschieden bleiben können... Ungewiß bleibt es bis zur Stunde,
       ob die  Menschheit fähig  ist, sich als solche zu verstehen. Alle
       Erfahrung spricht dagegen. Aber alle Erfahrung sagt über das Mög-
       liche nicht  das letzte Wort. Die Unvergleichlichkeit der von der
       Geschichte, vom  Denken heraufgerufenen Situationen steigert sich
       von Jahrhundert  zu Jahrhundert,  von Jahrzehnt zu Jahrzehnt, von
       Jahr zu Jahr. Wo die Klimax endet, ob sie im Geschichtlichen gip-
       felt, ob  die Entwicklung umschlägt, wissen wir nicht. Gewiß ist:
       es müßte  geschehen, was noch niemals geschehen ist, wenn die uns
       bekannte Welt,  der uns noch bekannte Mensch gerettet werden sol-
       len. Es  müßte geschehen:  ein Denken des Friedens von Grund aus,
       wahrhaftig in jeder Faser."
       ...
       

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