Quelle: Blätter 1958 Heft 06 (Juni)


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       der aktuellen "Blätter"-CD, welche die  Beiträge ab 1990 enthält
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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Kurt Hirsch
       
       WOHIN SEGELT DIE BUNDESMARINE?
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       Die antirepublikanischen U-Boote der Weimarer Republik
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       ...
       "Reichswehr und  Frontkämpfer als  'Zeitfreiwillige' und die Bri-
       gade Ehrhardt  retteten in blutigen - mit wilder Entschlossenheit
       geführten Straßenschlachten  das Reich vor dem Chaos des Bolsche-
       wismus..." (1)
       "Hoch klingt  das Lied vom braven Mann. In aller Munde ein Name -
       Kapitän Ehrhardt!...  Ich habe  den Kapitän  im Reichsgerichtsge-
       fängnis zu  Leipzig in  der Beethovenstraße  gesehen.  Eigentlich
       wiedergesehen.  Ich  war  ebenfalls  dort  auf  Veranlassung  des
       Staatsgerichtshofes zum Schutze der Republik eingelocht, obgleich
       ich erst  20 Jahre alt war. Ich weiß noch genau - es war ein wun-
       derschöner Maimorgen  - als  ich zum regelmäßigen Spaziergang auf
       den Hof geführt wurde und dort bereits einen Gefangenen antraf...
       Ich brauchte  mir den  Mann nicht  lange anzusehen.  Es war  Ehr-
       hardt... Für  uns Studenten  war der  Kapitän nicht nur der Inbe-
       griff von soldatischer Treue und Ehre, sondern zugleich der Typus
       und das Vorbild des soldatischen Draufgängers, in dem sich unsere
       junge Begeisterung und unser junger Zorn neu orientieren und for-
       mieren konnte... Es gab nur einen Kapitän Ehrhardt." (2)
       ...
       ...
       Goebbels erwähnt  in seinem Tagebuch ebenfalls lobend die Marine:
       "Die Marine ist fabelhaft in Form. Alle, Offiziere und Mannschaf-
       ten, ganz  für uns. Man liest den 'Völkischen Beobachter' und den
       'Angriff'. Von  der 'Schlesien'  kommt ein  Offizier und lädt uns
       zum Abendessen  ein. Dabei  wird eifrig disputiert. Die Leutnants
       sind fabelhafte  schlanke Jungen,  wahre Bilder  von soldatischen
       Männern. Und  alle treten  sie für uns ein. Armes System! Ich un-
       terhalte mich  lange und  stehe auf  jede Frage Rede und Antwort.
       Die Marine ist richtig. Ein paar Offiziere fahren in Zivil mit in
       die Versammlungen... Längst ist die Nacht über das Meer hereinge-
       fallen. Draußen  liegt die  'Schleswig-Holstein'. Man  sieht ganz
       undeutlich ihre  Umrisse. Einige Offiziere sitzen im Kurhaus. Wir
       unterhalten uns  lange mit ihnen und stellen wieder fest: Die Ma-
       rine ist richtig." (3)
       ...
       Marinevereine und Marinetreffen nach 1945
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       "Bürger in Uniform" in der Bundesmarine?
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       ...
       "Was wäre  aus unserer Heimat heute, wenn der Führer uns nicht im
       Nationalsozialismus geeint  hätte! Zerrissen  in Parteien, durch-
       setzt von  dem auflösenden  Gift des Judentums und diesem zugäng-
       lich, da  die Abwehr unserer jetzigen kompromißlosen Weltanschau-
       ung fehlte, wären wir längst der Belastung dieses Krieges erlegen
       und der  erbarmungslosen Vernichtung  unserer  Gegner  ausgesetzt
       worden."
       ...
       ...
       "Männer der  Kriegsmarine! Heiliger  Zorn und maßlose Wut erfüllt
       uns über  den verbrecherischen  Anschlag, der  unserem  geliebten
       Führer das  Leben kosten  sollte. Die Vorsehung hat es anders ge-
       wollt, sie hat den Führer beschirmt und beschützt und damit unser
       deutsches Vaterland in seinem Schicksalskampf nicht verlassen.
       Eine wahnsinnige  kleine Generalsclique, die mit unserem tapferen
       Heere nichts  gemein hat, hat in feiger Treulosigkeit diesen Mord
       angezettelt, gemeinsten  Verrat an  dem Führer  und dem deutschen
       Volk begehend.  Denn diese Schurken sind nicht nur die Handlanger
       unserer Feinde,  denen sie in charakterloser, feiger und falscher
       Klugheit dienen. In Wirklichkeit ist ihre Dummheit grenzenlos...
       Wir werden  diesen Verrätern das Handwerk legen. Die Kriegsmarine
       steht getreu ihrem Eid in bewährter Treue zum Führer, bedingungs-
       los in ihr Einsatz- und Kampfbereitschaft. Sie nimmt nur von mir,
       dem Oberbefehlshaber  der Kriegsmarine, und ihren eigenen militä-
       rischen Führern  Befehle entgegen,  um jede Irreführung durch ge-
       fälschte Weisungen  unmöglich zu  machen. Sie  wird rücksichtslos
       jeden vernichten,  der sich  als Verräter entpuppt. Es lebe unser
       Führer Adolf Hitler!"
       ...
       ...
       "Wir Soldaten  der Kriegsmarine wissen, wie wir zu handeln haben.
       Unsere militärische  Pflicht, die wir unbeirrt erfüllen, was auch
       links und  rechts... geschehen mag... Ein Hundsfott, wer nicht so
       handelt, man muß ihn aufhängen und ihm ein Schild umbinden: 'Hier
       hängt ein  Verräter, der  aus niedriger Feigheit dazu beigetragen
       hat, daß  deutsche Frauen  und Kinder sterben, statt als Mann sie
       zu schützen...'"
       ...
       ...
       "Ich wende mich gegen die urteilslosen und kurzsichtigen Schwäch-
       linge, die  etwa sagen:: 'Hätten wir doch den Nationalsozialismus
       nicht bekommen, dann hätte sich das alles nicht ereignet.' Hätten
       wir den  Nationalsozialismus nicht  bekommen, dann hätten wir be-
       reits in  den zwanziger Jahren in Deutschland Kommunismus... Ohne
       die Aufrüstung, die der Führer uns gebracht hat, wäre Deutschland
       von den Russen überrollt worden..."
       ...
       ...
       "Deutsche Männer  und Frauen,  Soldaten der  deutschen Wehrmacht!
       Unser Führer  Adolf Hitler  ist gefallen.  In tiefster Trauer und
       Ehrfurcht verneigt sich das deutsche Volk...
       Am Ende  dieses seines  Kampfes und  seines unbeirrbaren, geraden
       Lebensweges steht  sein Heldentod in der Hauptstadt des Deutschen
       Reiches. Sein Leben war ein einziger Dienst für Deutschland, sein
       Einsatz im  Kampf gegen  die bolschewistische Sturmflut half dar-
       über hinaus  Europa und  der gesamten  Kulturwelt. Der Führer hat
       mich zu  seinem Nachfolger bestimmt. Im Bewußtsein der Verantwor-
       tung übernehme  ich die  Führung des  deutschen Volkes  in dieser
       schweren Stunde.  Meine erste  Aufgabe ist  es, deutsche Menschen
       vor der  Vernichtung durch  den  vordrängenden  bolschewistischen
       Feind zu  retten... Soweit und solange die Erreichung dieses Zie-
       les durch  die Briten  und Amerikaner  behindert wird, werden wir
       uns auch gegen sie weiter verteidigen und weiterkämpfen..."
       ...
       Vizeadmiral Ruge und der zweite Weltkrieg
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       ...
       "Der zweite  Weltkrieg wurzelt  in  Versailles.  Dort  zwang  man
       Deutschland ein  unhaltbares Diktat auf, statt wirklichen Frieden
       zu schaffen. So wurde Versailles mit seinen politischen und wirt-
       schaftlichen Folgen  Grundlage für  den Aufstieg Hitlers. Für den
       Frieden gewählt,  griff dieser zum Schwert, um seine Ziele zu er-
       reichen. In  der Sudetenkrise  1938 wurde  Europa an den Rand des
       Krieges gebracht. Der Einmarsch in die Rest-Tschechei, die Kündi-
       gung des  Londoner Flottenvertrages  und des  polnischen Nichtan-
       griffspaktes warnte  die Welt. England verbündete sich mit Polen.
       Im Glauben,  es durch  Abschluß des Zweckvertrages mit dem bisher
       bitter bekämpften  Stalin genügend geschreckt zu haben, ließ Hit-
       ler nach  kurzem Zögern  am 1.9.1939 um 0.45 Uhr deutsche Truppen
       in Polen einrücken..."
       ...
       ...
       "Meine Kameraden! Wir haben in den letzten Jahren unser Ziel, das
       Eintreten für  die Wiederherstellung  der  deutschen  Seegeltung,
       fast völlig vernachlässigt. Es fehlt bei uns am Fundament. Es ge-
       nügt nicht,  wenn die  Kameraden recht  häufig Marinebälle veran-
       stalten. Ich  vermisse, daß  die jungen Soldaten der Bundesmarine
       bei uns  eintreten, damit sie von uns das ideelle Rüstzeug erhal-
       ten. Kamerad  Ruge im  Verteidigungsministeriums muß  von uns die
       gleiche Unterstützung  bekommen, wie sie Kamerad Raeder beim Auf-
       bau der  Kriegsmarine von  den alten  Offizieren der Reichsmarine
       bekam." (6)
       ...
       Dobberstein mußte gehen
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       ...
       "Ein gewisser  Dobberstein, Leer,  Ostfriesland, ehemaliger Offi-
       zier der  deutschen Kriegsmarine, hat es für ehrenhaft und zweck-
       dienlich gehalten,  sich in  einem an Blank gerichteten Schreiben
       gegen den  in Spandau  zu Unrecht  eingekerkerten Großadmiral  zu
       wenden -  und so  die Eignung  für die neue Wehrmacht überzeugend
       nachzuweisen. Die  Rechnung ging  nicht auf:  Dobberstein ist aus
       den Streitkräften entlassen worden."
       ...
       ...
       "...Ihnen ist  bekannt, daß ich seit Jahren die schwersten Beden-
       ken hatte,  wieder in die Marine einzutreten. Diese Bedenken hat-
       ten ihren  Ursprung aus meiner Tätigkeit in den höchsten Operati-
       onsstäben der  Marine in  Paris und  Berlin 1944/45. Dort kam ich
       auch mit  dem Großadmiral  Dönitz in Berührung, welcher die Sach-
       lichkeit verächtlich  machte und  in der hoffnungslosen Situation
       des deutschen  Volkes im  Prinzip einen  unsachlichen  Fanatismus
       auch von der militärischen Führung forderte. Ich bringe diese Be-
       denken nach  sehr reiflicher  Überlegung nun auch an die höchsten
       Instanzen, weil mich ihre unsachliche Behandlung meines persönli-
       chen Briefes  vom 18.2.1956  erneut an  die Aera  Dönitz, die ich
       verabscheue und unserer deutschen Jugend nicht wünsche, erinnert.
       Die sich  im Marine-Offizierskorps  breitmachende -  ich kann  es
       nicht anders nennen - Vergötterung eines Dönitz halte ich für den
       Aufbau der Streitkräfte für hinderlich..."
       ...
       ...
       "Was diesem  Fall Gewicht  verleiht, ist  nämlich die Wahrschein-
       lichkeit, daß  der entlassene  Offizier aus  politischem Impuls -
       und zwar dem eines überzeugten Demokraten - gehandelt hat und daß
       er dafür nicht nur seine Entlassung in Kauf nehmen mußte, sondern
       auch das  Aburteil vieler seiner Kameraden, die ihm vorwerfen, er
       habe gegen den Korpsgeist verstoßen."
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       Um was es geht
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       Quellenangaben
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