Quelle: Blätter 1958 Heft 07 (Juli)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Bertrand Russell
       
       ZURÜCK VOM ABGRUND DES ATOMTODES!
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       Die nachstehende Rede sollte auf dem für 5./6. Juli 1958 in Basel
       geplanten "Europäischen Kongreß gegen die atomare Aufrüstung" ge-
       halten werden. Das Verbot der internationalen Veranstaltung durch
       den Bundesrat  der Schweiz hat eine noch in Gang befindliche Dis-
       kussion ausgelöst,  vor allem  in England, der Bundesrepublik und
       der Schweiz.  Hieran beteiligten  sich nicht  nur die unmittelbar
       Betroffenen, sondern  auch Persönlichkeiten,  die dem Kongreß als
       solchem nicht  nahestanden, unter  ihnen Völkerrechtler und Juri-
       sten aus  der Schweiz und anderen Ländern. Allgemein wird hierbei
       der Bruch  des mit der schweizerischen Gastfreundschaft verknüpf-
       ten Rechts  der freien Diskussion auf internationalen Konferenzen
       und Kongressen bedauert. Es wird juristisch gegen die Rechtmäßig-
       keit der  Herleitung des  Verbots aus der schweizerischen Bundes-
       verfassung Stellung  genommen, das  hierbei  von  schweizerischer
       Seite sogar  als "eine mit der Maxime der schweizerischen Neutra-
       lität kaum  mehr übereinstimmende  einseitige  Stellungnahme  des
       Bundesrates zugunsten  einer  bestimmten  politischen  Konzeption
       (über die wir an dieser Stelle nicht zu sprechen haben)" bezeich-
       net wird.  Dieser Hinweis  auf die  Atomwaffenpläne  der  Schweiz
       stimmt überein  mit der  Begründung des Verbots aus der "Befürch-
       tung  der   Einmischung  des  Kongresses  in  die  inneren  Ange-
       legenheiten der Schweiz, speziell der Wehrpolitik". Der Bundesrat
       stützte sich  dabei auf einen Satz eines vom Komitee des Kongres-
       ses verbreiteten  Aufrufes des  Earl of Russell, in dem es heißt,
       noch wichtiger  als die  Einstellung der  Kernwaffenversuche  sei
       "die Verhinderung der Abgabe von Atomwaffen an solche Länder, die
       noch keine besitzen".
       Die Einladung zu dem Baseler Kongreß war von mehreren Nobelpreis-
       trägern und  einer Reihe  anderer sehr bekannter Persönlichkeiten
       unterzeichnet worden, unter ihnen K. Barth, M. Born, R. Jungk, J.
       Huxley, E.  Kästner, B.  Britten, S.  Andres, J.B. Priestley u.w.
       Bertrand Russell  stellte uns seine vorgesehenen Ausführungen zur
       Erstveröffentlichung zur Verfügung. D. Red.
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