Quelle: Blätter 1958 Heft 09 (September)


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       der aktuellen "Blätter"-CD, welche die  Beiträge ab 1990 enthält
       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Kurt Hirsch
       
       BUCHVERBRENNUNGEN 1933 UND KORPORATIONEN 1958
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       Chronik und Betrachtung
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       Von 1920-1958...
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       1920: "Hinderungsgrund für  die Aufnahme in den CV bildet semiti-
       sche Abstammung,  nachwirkbar bis  auf die Großeltern." (Academi-
       ker, 1920, Heft 6, S. 147.)
       1923: "Die Burschenschaft  steht auf  dem  Rasse-Standpunkt,  nur
       deutsche Studenten  arischer Abstammung,  die sich zum Deutschtum
       bekennen, werden  in die  Burschenschaften aufgenommen..."  (Bur-
       schenschaftliche Grundsätze 1923).
       1926: "Es gibt  im Bezirke  der westlichen  Welt anscheinend  nur
       eine lebensfähige  Regierungsform, den  Parlamentarismus.  Diesen
       Parlamentarismus lehnen  wir alle,  ohne Ausnahme,  mit  vollster
       Entschiedenheit  ab."   (Festrede  zur  Reichsgründungsfeier  des
       "Kyffhäuser-Verbandes" VVDSt. in Berlin am 16. Januar 1926).
       1927: "Nach dem  schmachvollen Ende  des Krieges durch den feigen
       Verrat und  Dolchstoß, den  die ehrvergessene  Heimat und  Etappe
       durch die  erbärmlichste aller  Revolutionen in  den  Rücken  des
       herrlichsten Herres  aller Zeiten führte, das die Welt je gesehen
       hatte, erhielten die Corps wie alle ehrliebenden Waffenverbindun-
       gen einen  ungeahnten starken Zulauf. Er hatte seinen Grund nicht
       nur in der Anstauung der neuen Semester, sondern vor allem darin,
       daß die  zurückkommenden Kriegsteilnehmer ihrer Empörung über die
       sittliche Verwahrlosung  der Heimat  sowie ihrer Begeisterung für
       Ehre und  Vaterland und  die geniale Kriegsführung Ausdruck geben
       wollten und  daher zu den Verbindungen eilten, die ihnen als Hort
       ihrer eigenen  Ideale bekannt  waren."  (Weinheimer  SC-Chronik",
       Darmstadt 1927).
       1930: "Was unterscheidet  uns nun von der nationalsozialistischen
       Liste: In  politischer Hinsicht gar nichts, das zeigt sich am be-
       sten darin, daß wir auch eingeschriebene Mitglieder der NSDAP un-
       ter unseren  Spitzenkandidaten haben." (Aufruf des Münchener Waf-
       fenringes zu den Studentenschaftswahlen im November 1930).
       1931: "In dem Augenblick, wo diese Zeilen geschrieben werden, hat
       in Harzburg  die Kundgebung der nationalen Opposition stattgefun-
       den, zu der sich die ganze überwiegende Zahl aller Burschenschaf-
       ten bekennen dürfte. Wir hoffen, daß der Tag nicht mehr fern ist,
       wo diesem  System das  Ende bereitet wird." ("Burschenschaftliche
       Blätter", Oktober 1931).
       1932: "Wir wollen das Dritte Reich, wir wollen es mit allen Deut-
       schen und  für alle  Deutsche." ("Akademische  Blätter" -  VVSt.,
       Juni 1932).
       1933: "Hitler hat  uns befreit. So rücken wir nun freudig ein als
       getreue Schar des neuen deutschen Staates, des Dritten Reiches...
       Das Wort  "Gleichschaltung" hat  deshalb auch  für uns  Burschen-
       schaften einen ganz besonderen Sinn. Wir stehen alle auf dem gei-
       stigen Boden  des neuen  Staates. Für uns hat die Gleichschaltung
       lediglich die  Bedeutung einer  Änderung  der  Organisation,  der
       Kampfform." (Otto Schwabe, auf dem Burschentag 1933).
       1933: "Die Berliner Studentenschaft hat gestern gegen Mitternacht
       das beabsichtigte Autodafé an jenen Büchern, die sie in ihrer Ak-
       tion "wider  den undeutschen  Geist" aus den Leihbibliotheken ge-
       holt hatte,  durchgeführt... Die Fackeln wurden auf den Scheiter-
       haufen geworfen. Ihnen folgten die Bücher. Der Leiter des Kreises
       Berlin-Brandenburg  der  Deutschen  Studentenschaft  übergab  die
       Werke der als im besonderen Maß undeutsch Bezeichneten dem Feuer.
       Er nannte  besonders Heinrich  Mann, Emil  Ludwig, Theodor Wolff,
       Georg Bernhard,  Alfred Kerr,  Peter Panther,  Remark, Ossietzky,
       Siegmund Freud,  Marx und  Kautsky..." ("Frankfurter Zeitung" vom
       12. Mai 1933).
       1934: "Wir haben  in schärfster  Form den  Grundsatz des arischen
       Blutbekenntnisses durchgeführt,  wir haben  durch die  Einführung
       des Führerprinzips die parlamentarischen Formen unseres Verbands-
       lebens ausgerottet,  wir haben  unsere junge Mannschaft in die SA
       oder SS  geschickt... Wir brachten ein gut Teil der Voraussetzun-
       gen für  echten Nationalsozialismus mit, und wir mußten, wenn wir
       die Grundideen  unserer corpsstudentischen Erziehung in uns fort-
       wirken ließen,  ganz besonders aufgeschlossen sein für das so ur-
       deutsche Gedankengut  des Nationalsozialismus." ("Deutsche Corps-
       Zeitung", Mai 1934).
       1935: "Band und  Mütze verpflichten und sind vergleichbar mit der
       Uniform des  Soldaten oder  dem braunen  und schwarzen Ehrenkleid
       der SA  und SS. Bis zum Kriege fand die marxistische Lehre in der
       Studentenschaft wenig  Anhang. Nach dem Kriege traten andere Ver-
       hältnisse ein.  Der Einfluß  der Internationale war bei den Frei-
       studenten in  den letzten  Jahren sehr bedenklich. Band und Mütze
       der Waffen-Studenten  boten dagegen  unbedingte Gewähr für natio-
       nale Richtung. Ihre Träger waren deutsch bis auf die Knochen. Die
       heranbrechende rote  Flut zerschellte  am Fels des deutschen Waf-
       fen-Studententums. In  diesen Verbindungen  hat der  marxistische
       Bazillus keinen Nährboden gefunden..." ("Deutsche Corps-Zeitung",
       April 1935).
       1951: "Wer  das Deutschland Hitlers bekämpfte, bevor der sowjeti-
       sche Moloch  zerschlagen war, der beging damit - gewollt oder un-
       gewollt -  Verrat an Europa, indem er sich zum Handlanger der So-
       wjets erniedrigte.  Das gilt  sowohl für unsere westlichen Gegner
       im Zweiten  Weltkrieg als auch für die Männer des 20. Juli... Man
       zerschlug den  Antikominternpakt und  versucht heute  krampfhaft,
       einen auch  nur annähernd  gleich schlagfertigen  Militärpakt auf
       die Beine  zu stellen.  Man half rotspanischen Priestermördern...
       Die zwei Millionen Juden, Zigeuner und Partisanen, die in Hitlers
       Vernichtungsstätten umkamen, die allerdings waren Grund genug, um
       in Teheran,  Jalta und  Potsdam die  baltischen Völker, ganz Ost-
       und Südost-Europa  an Moskau zu verschachern und den Schild Euro-
       pas... zu  zerbrechen. Welch eine entsetzliche Verkennung der Re-
       alitäten! Heute dämmert die Erkenntnis, daß ein befleckter Schild
       immer noch  besser ist  als  gar  keiner."  ("Burschenschaftliche
       Blätter", Dezember 1951).
       1952: "Je besser  die wirtschaftliche Förderung durch die Alther-
       renschaft ist, desto klarer und überzeugender treten im Leben ei-
       ner Verbindung die Vorteile in Erscheinung, die jede Zusammenfas-
       sung der  Kräfte in  einer engen Gemeinschaft mit sich bringt. Je
       stärker die wirtschaftliche Stützung z.B. im äußeren Rahmen eines
       Bundes zum  Ausdruck kommt,  desto enger ist die Bindung des ein-
       zelnen an  seinen Bund, desto besser der Corpsgeist, desto straf-
       fer die  Disziplin und um so wirkungsvoller die erzieherisch-prä-
       gende Kraft,  die den  einzelnen zum  typischen Vertreter  seines
       Bundes macht." ("Der Convent", 1952, S. 261).
       1954: "Die Landsmannschaften,  die Heimatverbände  der Vertriebe-
       nen, entwickeln eine Wucht der Gefühlszusammenballung und des Ge-
       sinnungszusammenhaltens, die sie geradezu als im deutschen Volks-
       tum nicht mehr gekannte Groß-Sippen in Erscheinung treten läßt...
       Böswilliger Stumpfsinn weiß zu diesem echten Auferstehungsvorgang
       des Lebendigen  nichts anderes  zu plappern  als die  Phrase  vom
       "Neofaschismus". Aus  den in  schwersten Leidenstagen  wieder  zu
       blutvollen seelentiefen Lebenseinheiten zusammengewachsenen Fami-
       lien, Sippen und sippenähnlichen Verbrüderungen der deutschen Not
       formt sich  das deutsche Volk in wiedererweckter Lebenskraft neu.
       "Das ist  das wirkliche "deutsche Wunder" dieser Zeit. In solcher
       Schau konzentrischer Kreise können auch wir Korporationsstudenten
       uns sehr  wohl zu Hause fühlen... Das entscheidende Problem unse-
       rer Zeit  ist nicht  die posthume  Auseinandersetzung mit dem 20.
       Juli 1944..." ("CC-Blätter, Coburger Convent Nr. 5  1954).
       1955: "Wir werden unsere Geschichte mit hineinnehmen in unser Eu-
       ropa, und  zwar ungekürzt  und unzensiert.  Und wir  glauben auch
       nicht, daß  es einen  Irrweg in der Geschichte gibt." ("Burschen-
       schaftliche Blätter", Februar 1955).
       1956: "Der völkische  Gedanke ist geboren aus der Not und, herge-
       leitet von der Idee der Urburschenschaft, bei uns längst lebendig
       gewesen, als unsere Väter noch nicht aktiv waren. Der Nationalso-
       zialismus hat  ihn fast hundert Jahre später erst übernommen. Der
       völkische Gedanke kann sich für uns natürlicher Weise nur auf das
       Lebensrecht unseres  Volkes, nicht  aber auf  Angehörige  anderer
       Völker beziehen,  die zufällig auch die deutsche Sprache sprechen
       und vielleicht auch die Bürgerschaft eines der heute nach dem Mu-
       ster ehemaliger Kleinstaaten nach dem Motto "teile und herrsche!"
       geschaffenen deutschen  Staatswesen besitzen,  aber eben nicht zu
       unserem Volk  gehören und schon deshalb außerhalb dieser Betrach-
       tung stehen,  ohne daß  damit  ein  Werturteil  abgegeben  werden
       soll." ("Burschenschaftliche Blätter", Mai 1956).
       1957: "Wir wollen  allein durch  das Dasein des AH-Bundes Königs-
       berg... dokumentieren,  daß ein Deutschland "bis an die Memel" in
       der Idee  und durch seine Menschen noch lebt. Für diese Idee wol-
       len wir  eine Art  akademischer Vortrupp  sein..."  ("Akademische
       Blätter", Juni 1957).
       1958: "Zu einem  Zwischenfall kam  es am Freitag in der Göttinger
       Universitäts-Aula,  vor  der  ersten  Vorlesung  über  "Antisemi-
       tismus", die  der Wirtschafts-  und Sozial-Wissenschaftler  Prof.
       Kessler im  Sommer-Semester hält.  Am schwarzen Brett in der Uni-
       versitäts-Aula wurde  ein mit dem David-Stern versehener Anschlag
       der  jüdischen  Studentengruppe  mit  Hakenkreuzen  verschmiert."
       ("Süddeutsche Zeitung", Mai 1958).
       ...
       Die Korporationen nach 1945...
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       ...und ihr wachsender politischer Einfluß
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       "Unter den  gekreuzten Schlägern schritten der Verteidigungsmini-
       ster Strauß, seine Frau Marianne, Bundeskanzler Adenauer, die Mi-
       nister Brentano  und Balke,  Bundestags-Vizepräsident Dr.  Jaeger
       und die  Bundeswehr-Generale Heusinger  und  Kammhuber  hindurch.
       Bundeskanzler und Bundesminister scheinen kein größeres Vergnügen
       zu kennen,  als einen  Abglanz ihres  obrigkeitlichen Lichtes auf
       die Korporationen  fallen zu  lassen..." "Frankfurter  Rundschau"
       vom 12. Juni 1957.
       ...
       ...
       "Es ist  unsere Pflicht,  unsere Aktivitas  nicht nur finanziell,
       sondern auch  ideologisch zu  unterstützen, nicht zurückschauend,
       sondern zukunftweisend  zu sein...  Das Primäre  scheint doch  zu
       sein, daß  wir Alte  Herren unsere Jugend durch Beispielgeben und
       Unterrichtung gegen  marxistische Einflüsse  immunisieren,  zumal
       sie sich  doch eindeutig - was leider wieder verkannt und überse-
       hen wird!  - zum  waffenstudentischen Prinzip  bekannt hat und es
       exerziert..." ("Hessen-Preußen-Zeitung", Marburg, April 1953).
       ...
       Wird die Tradition des NS-Studentenbundes fortgesetzt?
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       ...
       "Ein an  mehreren westdeutschen Universitäten bestehender Verband
       national gesinnter Studierender hielt am 26./27. April in Wiesba-
       den seine  Delegiertenversammlung ab. Es konnte festgestellt wer-
       den, daß  der Bund,  obwohl er  noch sehr jung, bei seiner Arbeit
       fast ausschließlich  auf die  Tatkraft und  den Idealismus seiner
       Mitglieder angewiesen  und  mannigfaltigen  Angriffen  ausgesetzt
       ist, auch im letzten Semester weiter an Mitgliedern gewonnen hat.
       Die Zentrale  der Hochschulgruppen  des BNS befindet sich in Mar-
       burg-Lahn, Ritterstraße  15." ("Deutsche  Soldaten-Zeitung",  Mai
       1958.)
       ...
       Produkte des kalten Krieges und einer
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       antidemokratischen Entwicklung
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