Quelle: Blätter 1958 Heft 10 (Oktober)


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       der aktuellen "Blätter"-CD, welche die  Beiträge ab 1990 enthält
       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Pastor Adolf Schmidt
       
       DAS WORT DER EVANGELISCHEN KIRCHE
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       ZU DEN MASSENVERNICHTUNGSMITTELN
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       Die Aufgabe
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       Die Tagung in Frankfurt
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       "Theologische Erklärung"
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       ...
       "Auf die  Frage 'Was  heißt Jesus Christus in der atomaren Bedro-
       hung der  Welt zu bekennen?' antworten die vom 2.-4. Oktober 1958
       in Frankfurt  am Main  versammelten Vertreter Kirchlicher Bruder-
       schaften in Deutschland:
       I. Die christliche  Gemeinde verkündigt Jesus Christus, den einen
       Offenbarer des  einen gnädigen Willens Gottes. Damit bekennt sie,
       daß Jesus  Christus der Herr der Welt ist. Ihm sind auch alle Be-
       reiche des  Lebens untertan,  in denen  die Menschen Wahrheit su-
       chen, Recht  setzen und Macht ausüben. Das ist zwar der Welt noch
       verborgen, der Kirche aber im Glauben gewiß.
       Es gibt  keine Werte und Ordnungen, Prinzipien und Ideale für das
       menschliche Leben,  durch die  das eine  Wort Gottes, Jesus Chri-
       stus, gedeutet, begrenzt oder suspendiert werden kann; ihre Aner-
       kennung und Anwendung bedürfen und unterliegen vielmehr stets der
       Begrenzung, Interpretation und Korrektur durch Ihn.
       II. Jesus Christus  ist am  Kreuz gestorben,  damit auch wir, der
       Sünde gestorben, in der Kraft seiner Auferstehung mit dem Tun der
       guten Werke ihm leben. Die Heilstat Jesu Christi wird verleugnet,
       wenn sie  nicht als Zuspruch  u n d  Anspruch gepredigt wird. Der
       Zuspruch der Rechtfertigung ist immer zugleich der Weg zur Umkehr
       in der  Heiligung des  Lebens. Wie  die Rechtfertigung den Sünder
       g a n z  rechtfertigt, so gilt die Heiligung unserem  g a n z e n
       Leben. Deshalb  ist auch  das politische  Dasein dem Anspruch des
       Glaubensgehorsams nicht entzogen.
       III. Das neue  Leben aus  dem Evangelium Jesu Christi schließt in
       sich die  tätige Mitverantwortung  der Gemeinde wie des einzelnen
       für die  Erhaltung menschlichen  Lebens und  darum auch  für  die
       durch Gottes  Geduld ermöglichte Einrichtung menschlicher Rechts-
       ordnungen. Der  christliche Glaube  erkennt den  Staat an als von
       Gott in  seiner Gnade gebrauchtes Mittel zur Erhaltung des Lebens
       der Menschen,  denen das Evangelium gepredigt werden soll bis zum
       Ende der  Tage. Die  Mitverantwortung des  Christen für den Staat
       besteht darin,  durch die  Verkündigung und das ihr entsprechende
       Handeln die  Träger der  Staatsgewalt an ihren Auftrag zur Erhal-
       tung des menschlichen Lebens zu erinnern, ihnen bei der Erfüllung
       ihrer Aufgabe  zu helfen  und sie  vor dem Mißbrauch der Macht zu
       bewahren. So  gehört unser  Tun zum  Regiment Christi,  der  sein
       Reich dadurch  vor der  Welt bekundet  und in unserer Schwachheit
       seine Macht offenbart (vgl. Apol. IV, 189).
       In der  Wahrnehmung dieser  Mitverantwortung müssen wir bekennen:
       D i e  E i n b e z i e h u n g  d e r  M a s s e n v e r n i c h-
       t u n g s m i t t e l   i n   d e n   G e b r a u c h  s t a a t-
       l i c h e r  M a c h t a n d r o h u n g  u n d  M a c h t a u s-
       ü b u n g  k a n n  n u r  i n  f a k t i s c h e r  V e r n e i-
       n u n g   d e s   W i l l e n s   d e s   s e i n e r  S c h ö p-
       f u n g   t r e u e n   u n d  d e m  M e n s c h e n  g n ä d i-
       g e n   G o t t e s    e r f o l g e n.    E i n    s o l c h e s
       H a n d e l n   i s t   c h r i s t l i c h   n i c h t    v e r-
       t r e t b a r.   D e r   S t a n d p u n k t  d e r  N e u t r a-
       l i t ä t  i n  d i e s e r  v o n  u n s  a l s  S ü n d e  e r-
       k a n n t e n   S a c h e   i s t   m i t   d e m  B e k e n n t-
       n i s   z u   J e s u s   C h r i s t u s  u n v e r e i n b a r.
       J e d e r   V e r s u c h,   s o l c h e s   H a n d e l n  u n d
       s o l c h e   N e u t r a l i t ä t   t h e o l o g i s c h   z u
       r e c h t f e r t i g e n,   w i r d    z u r    I r r l e h r e,
       b e w i r k t   V e r f ü h r u n g   u n d    s e t z t    d e n
       W i l l e n  d e s  d r e i e i n i g e n  G o t t e s  a u ß e r
       G e l t u n g.
       Wer diese  unsere Warnung  vor den  Massenvernichtungsmitteln als
       Einladung zum Glauben an die Verheißung des Evangeliums versteht,
       der hat uns recht verstanden.
       Diese unter  dem Worte  Gottes gewonnene Erkenntnis bindet uns in
       der Gemeinsamkeit des Zeugnisses und verpflichtet uns zu entspre-
       chendem Handeln."
       ...
       Wird es zur Antwort der Synode kommen?
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       ...
       "Um für Recht und Frieden in der noch nicht erlösten Welt zu sor-
       gen, nimmt  Jesus Christus, der Herr der Welt, den Dienst der Ob-
       rigkeit in Anspruch.
       1. Die Obrigkeit ist also nicht souverän, sondern darf unter die-
       sem einigen  Herrn nach  dem Maß  menschlicher Einsicht  und men-
       schlichen Vermögens ihren Dienst verrichten.
       2. Die Obrigkeit  ist in  ihren Entscheidungen  nicht sich selber
       überlassen, sie  kann nicht Entschlüsse nach ihrem Gutdünken fas-
       sen, sondern im Vertrauen und Gehorsam diesem Herrn gegenüber.
       3. Indem die  Obrigkeit nach  dem Maß  menschlicher Einsicht  und
       menschlichen Vermögens  unter Androhung  und Ausübung  von Gewalt
       für Recht  und Frieden sorgt, ist sie auch in der Auswahl der Ge-
       waltmittel nicht sich selber überlassen".
       ...
       Das Wort der Kirche
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