Quelle: Blätter 1959 Heft 03 (März)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       EINZELHEITEN AUS DER LETZTEN VERTEIDIGUNGSDEBATTE
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       IM BRITISCHEN UNTERHAUS
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       In der Verteidigungsdebatte des britischen Unterhauses am 26. Fe-
       bruar wies  der Labour-Abgeordnete  Steel darauf hin, daß die der
       Nato heute  zur Verfügung  stehenden 21  Divisionen in  dreierlei
       Hinsicht fragwürdig seien: Erstens seien sie mit einem Minderwer-
       tigkeitskomplex beladen, weil sie nur ein Surrogat der eigentlich
       als notwendig erkannten 30 Divisionen darstellten; zweitens seien
       sie unterbemannt,  und drittens  habe man  sie nur mit veraltetem
       Material ausgerüstet.  Wer den gesunden Menschenverstand sprechen
       lasse, sehe  darin entscheidende Argumente einer Zwangsläufigkeit
       des Disengagements.  Der ehemalige Verteidigungsminister der kon-
       servativen Regierung,  Head, verglich die britische Konzentration
       auf Atomwaffen  mit der Maginotlinie der Vergangenheit. Beide Si-
       cherungssysteme könnten  gleich leicht  umgangen werden. Die heu-
       tige Entwicklung  führe eindeutig  dahin, daß  die große Mehrheit
       der Bevölkerungen  Südostasiens, des Nahen Ostens und Mittel- und
       Nordafrikas sich  wirtschaftlich und  sozial mehr  nach dem Osten
       als nach dem Westen orientierten, wobei es gleich sei, in welcher
       Form diese Länder politische Schlüsse aus der Situation zögen.
       

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