Quelle: Blätter 1959 Heft 03 (März)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       VERBINDLICHE EINLADUNG
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       Die Regierungen  der drei  skandinavischen Länder, jede für sich,
       halten an  der Einladung  Chrustschows nach  Kopenhagen, Oslo und
       Stockholm, noch  in diesem  Jahre, fest.  Am 22. Februar erklärte
       Ministerpräsident H.C.  Hansen vor  dem Auswärtigen  Ausschuß des
       Folketing in  Kopenhagen, daß  die dänische Regierung keinesfalls
       gesonnen sei,  Chrustschow etwa  wieder einzuladen.  Zum gleichen
       Zeitpunkt erfolgte  zwischen der  dänischen und  der schwedischen
       Regierung eine  briefliche Verständigung  darüber, daß  man  sich
       nunmehr nur  noch über  das Datum  des Besuchs von Chrustschow zu
       verständigen habe. Dabei ging der Briefwechsel davon aus, daß der
       Herbst dieses  Jahres allgemein  als geeigneter Zeitpunkt für den
       Besuch Chrustschows  anzusehen sei. Das dänische Außenministerium
       fügte jedoch  hinzu, daß  es sich empfehle, doch lieber schon den
       August als  Besuchs-Zeitpunkt anzunehmen. - Der dänische Außenmi-
       nister Krag  führte am  3. März  vor dem dänischen Parlament aus:
       "Wir halten an der Einladung des sowjetischen Ministerpräsidenten
       in die skandinavischen Länder fest, weil wir beabsichtigen, unse-
       ren Teil  dazu beizutragen, die Mauer des Mißtrauens niederzurei-
       ßen, die  den Westen vom Osten trennt." - Der sozialdemokratische
       Fraktionspräsident Haekkerupp sagte am 6. März vor dem außenpoli-
       tischen Ausschuß  des dänischen  Folketing:  "Unser  Land  drohte
       schließlich mit  der Auffassung  allein zu  stehen, die Einladung
       Chrustschows in  die skandinavischen  Länder zu  widerrufen.  Wie
       aber hätten  wir dagestanden,  wenn Chrustschow  schließlich nach
       Oslo und Stockholm, nicht aber nach Kopenhagen gekommen wäre? Das
       wäre ein  schlechter Beitrag  zu einem Appeasement gewesen." - Am
       13. März  übermittelte Außenminister Gromyko dem schwedischen Ge-
       schäftsträger in  Moskau,  "daß  Chrustschow  die  Einladung  der
       schwedischen Regierung,  Mitte August  d.J. Schweden zu besuchen,
       mit Dank  annehme." Es  brauchten jetzt  nur noch die Besuchspro-
       gramme der  drei skandinavischen Regierungen zeitlich koordiniert
       zu werden.
       

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