Quelle: Blätter 1959 Heft 03 (März)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       ZEITGESCHICHTLICHE VERGLEICHE
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       Die Regierung  der Tschechoslowakischen Republik hat am 12. März,
       dem 20.  Jahrestag  des  Einmarsches  deutscher  Truppen  in  die
       Tschechoslowakei, eine  Erklärung veröffentlicht. Darin heißt es:
       "Der Besetzung  durch die  Nazis gingen unzählige feierliche Ver-
       sprechen, Verpflichtungen  und Garantien voran. Alle diese recht-
       lichen Bindungen  aber wurden  zerrissen und  mit Füßen getreten,
       als sich  die Truppen  Hitlers stark genug fühlten, eine neue Ag-
       gression zu unternehmen... Die von der Bonner Regierung angewand-
       ten Methoden  erinnern sehr  an die  Verfahrensarten Hitlers. Von
       Bonn aus  werden gleichzeitig  immer neue  und immer zahlreichere
       Friedensbeteuerungen herausgegeben, gleichzeitig aber in vermehr-
       tem Maße  Forderungen angemeldet, die niemals in Frieden, sondern
       nur in  einem Kriege  erfüllbar erscheinen,  abgesehen davon, daß
       die Frage  offen bleibt,  ob die  Bundesrepublik Deutschland  und
       seine Verbündeten  überhaupt auch  nur eine  Chance des Sieges in
       einem solchen  Kriege besitzen. Die anderen westeuropäischen Län-
       der aber  scheinen die Gefahren aus einem solchen neu auflebenden
       deutschen Imperialismus  vorerst noch zu unterschätzen. Dabei hat
       der deutsche  Militarismus seine Expansionsziele nicht einmal ge-
       genüber dem  Westen aufgegeben. Gegenüber solchen deutschen Labi-
       litäten und  Hemmungslosigkeiten hilft nur die Unterzeichnung ei-
       nes Friedensvertrages,  in  dem  Deutschland  begreift  und  sich
       selbst wie der Welt bestätigt, welcher Status nunmehr internatio-
       nal gegeben ist."
       

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