Quelle: Blätter 1959 Heft 04 (April)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       FRIEDLICHER NORDEN
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       In einem  Aufsatz des Informationsorgans "Sovinform" vom 22. März
       erklärt der  sowjetrussische Publizist Archipow: "Wir können ver-
       sichern, daß  die Sowjetunion  gegebenenfalls damit einverstanden
       sein wird, die militärischen Streitkräfte der beiden Lager in Eu-
       ropa zurückzuziehen und eine atomwaffenfreie und demilitarisierte
       Zone zwischen den Streitkräften der Nato und des Warschauer Pakts
       zu schaffen.  Am leichtesten ist auf diesem Wege aber das Problem
       der Sicherheit  Nordeuropas zu lösen, denn schon dank seiner geo-
       graphischen Lage  sollte der  Norden außerhalb  der Konflikte der
       Großmächte stehen...  Finnland hat  bereits die  Neutralität  als
       seine eigene außenpolitische Linie gewählt, und Schweden verfolgt
       traditionell die Neutralitätslinie... Indessen liegen auch objek-
       tive Möglichkeiten  vor, daß sich Norwegen und Dänemark auf diese
       Linie begeben. Sie brauchen nicht auf die Dauer als Nato-Mitglie-
       der an Händen und Füßen gebunden zu sein, zumal sie die Verlegung
       ausländischer Stützpunkte  auf ihr  Gebiet bisher nicht gestattet
       haben... Jedenfalls  stärkt die  stabile Lage Schwedens und Finn-
       lands bereits  den Frieden  und die Sicherheit im Norden, die nur
       durch  die  Nato-Teilgebundenheit  Norwegens  und  Dänemarks  ge-
       schwächt wird...  Eine Neutralisierung  des Nordens in Form eines
       "Nordischen  Bundes"  vermag  jedenfalls  ein  Friedensgebiet  zu
       schaffen, das sich später nach Süden erweitern läßt."
       

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