Quelle: Blätter 1959 Heft 06 (Juni)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       KOMMUNIQUÉ DER ÜBERBRINGER DES MEMORANDUMS
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       Staatssekretär a.D. Prof. Dr. Eduard Brenner, Kirchenpräsident D.
       Martin Niemöller,  Hermann Schwann  und Karl  Graf von Westphalen
       überreichten am  5. Juni  in Genf  ein bisher  von mehr  als 3500
       westdeutschen Persönlichkeiten unterzeichnetes Memorandum den De-
       legationen der vier Mächte.
       Die Delegationen  der Bundesrepublik und der Deutschen Demokrati-
       schen Republik  wurden in  einem Schreiben über die Absichten der
       Delegation unterrichtet.
       Bei der  Überreichung des Memorandums erläuterten die Überbringer
       nochmals die  im Memorandum  enthaltenen Vorschläge.  Bei den Ge-
       sprächen wurde  die Enttäuschung  darüber zum  Ausdruck gebracht,
       daß es  in fünf  Konferenz-Wochen offenkundig nicht gelungen sei,
       über das  Problem Berlin hinaus dringende Fragen wie Entspannung,
       Disengagement, Friedensvertrag und Wiedervereinigung sichtbar ei-
       ner Lösung  näher zu  bringen. Insbesondere bedauerte die Delega-
       tion, daß  es trotz intensiver Bemühungen von verschiedener Seite
       zu keinem  Zusammentreffen der  beiden deutschen Delegationen ge-
       kommen ist.
       Die Vertreter  der Westmächte  nahmen die Forderungen der Delega-
       tion mit  Interesse zur  Kenntnis. Der  sowjetische Außenminister
       Gromyko entwickelte  in Anwesenheit  von Botschafter Smirnow aus-
       führlich den Standpunkt der UdSSR.
       Die Delegation  nahm auf  Einladung an einem Abschiedsessen teil,
       das die in Genf anwesende Professoren-Delegation aus der DDR ver-
       anstaltete. An  dem Essen  nahmen auch  andere politische Persön-
       lichkeiten aus  der Bundesrepublik  teil, die  sich z.Z.  in Genf
       aufhalten.
       In einem längeren Gespräch, das auf Einladung des Leiters der De-
       legation der  DDR, Außenminister  Dr. Bolz, stattfand, wurden die
       beiderseitigen Standpunkte erörtert.
       

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