Quelle: Blätter 1959 Heft 08 (August)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Dr. Ernst Schwarz
       
       DAS GEWISSEN DES POLITIKERS
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       "Von Natur  ein Freund des Gesetzes und ein Feind jeglichen Über-
       maßes, war  er beherrscht  in seiner Lebensführung... Aufgeklärt,
       schlau, wendig und hartnäckig, war Louis-Philippe nur dem Nützli-
       chen zugewandt...  Er hatte keinen Sinn für die Literatur und die
       schönen Künste,  aber eine leidenschaftliche Vorliebe für die In-
       dustrie... Sein Ehrgeiz, dem nur seine Vorsicht Schranken setzte,
       war unersättlich und zugleich so wenig hochstrebend, daß er immer
       am Boden  haften blieb...  Seine Reden bestanden in der Regel aus
       einer Flut von Gemeinplätzen, die er mit falschen und übertriebe-
       nen Gesten  vortrug... Den  Sinn der  Verfassung zu  verschieben,
       ohne ihren  Buchstaben zu  ändern, die  Gebrechen und  Laster des
       Volkes gegeneinander  auszuspielen und  das Feuer  der revolutio-
       nären Begeisterung  unmerklich  in  der  Sucht  nach  materiellen
       Genüssen zu ersticken, das war die Leitidee seines ganzen Lebens.
       Er besaß  eine tiefe  Kenntnis der  Menschen, aber nur ihrer Feh-
       ler..." (S. 43, 44, 45, 111).
       ...
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       "Die Blutsverwandtschaft zwischen seinen Fehlern und denen seiner
       Zeit... machte  ihn für seine Zeitgenossen, und vor allem für die
       herrschende Klasse,  zu einem anziehenden, aber besonders gefähr-
       lichen und  verderblichen Fürsten.  Als  Führer  der  Bourgeoisie
       trieb er  sie auf  die abschüssige Bahn, die sie nur zu gern ein-
       schlug. Die Fehler beider vereinigten sich, und diese Verbindung,
       die zunächst  eine Stärke  des Führers  ausmachte, vollendete die
       Demoralisierung der Geführten..." (S. 43/44).
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