Quelle: Blätter 1959 Heft 11 (November)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Dr. Werner Gerth
       
       DAS EVANGELISCHE GEMEINDEHAUS BLIEB VERSCHLOSSEN
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       ...
       "Es wird  bei der  von Ihnen geplanten Veranstaltung, die ja wohl
       den Charakter  einer Kundgebung  tragen wird,  im Wesentlichen um
       die Frage  der atomaren Aufrüstung und die Wehrdienstverweigerung
       gehen. Wir wissen alle, wie schwierig und umstritten diese Fragen
       in der  gegenwärtigen Weltsituation  sind. Sie  kennen auch gewiß
       die Haltung der Evangelischen Kirchensynode zu diesen Fragen.
       Darüber, daß  alles Denkbare  geschehen muß,  um einen  künftigen
       Krieg zu vermeiden, dessen Wirkungen nicht zu ermessen wären, be-
       steht allgemeine  Einigkeit. Über  die Methoden,  wie ein solcher
       verhindert werden  kann, gehen  die Meinungen  freilich zum  Teil
       schroff auseinander,  von der Forderung eines radikalen Verzichts
       auf jede  Verteidigung Deutschlands  bis hin zur Forderung aller-
       höchster Verteidigungsbereitschaft.  Was D.  Niemöller,  den  ich
       seit 1922 persönlich kenne und mit dem ich mich in den Jahren des
       Kirchenkampfes weitestgehend  eins wußte, in der geplanten Veran-
       staltung als  christlicher Politiker  bzw. politisch sich verant-
       wortlich fühlender  Christ sagen  wird, ist  uns  im  allgemeinen
       nicht bekannt,  sondern nur  in seiner  Grundrichtung aus  seinen
       bisherigen Äußerungen einigermaßen erschließbar.
       Wir achten  seine Haltung  als eine  gewissensmäßige. Wir möchten
       aber nicht  den Eindruck erwecken, als ob diese die vom christli-
       chen Standpunkt  aus einzig  mögliche und wünschenswerte wäre. D.
       Niemöller wird  in Bayreuth  nicht als  Kirchenpräsident, sondern
       als Politiker sprechen. Es wird aber nicht zu vermeiden sein, daß
       er als  Vertreter der  Kirche gehört  und seine  Auffassung  wenn
       nicht als kirchliche, so doch als kirchlich gebilligte verstanden
       wird. Um  aber eine  Verwechslung des Politikers mit dem Kirchen-
       führer zu  vermeiden, ist  es uns  lieber wenn  die Veranstaltung
       nicht in  einem kircheneigenen,  sondern in  einem neutralen Saal
       stattfindet. Wir  bitten um  gütiges Verständnis für diese unsere
       Haltung, die weder gegen Sie noch gegen Herrn Kirchenpräsident D.
       Niemöller gerichtet  ist, sondern rein sachlichen Erwägungen ent-
       springt".
       ...
       ...
       "Das Ganze paßt in das Bild, was sich seit der Kanzelverweigerung
       in Kreuth  im vergangenen  Jahr nun  vor der ganzen Welt deutlich
       herausstellt. Nehmen  Sie es  nicht tragisch.  Wir wollen auch in
       dem kleinen Saal einen guten Abend miteinander verleben."
       ...
       

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