Quelle: Blätter 1960 Heft 08 (August)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       WAS NICHT NUR IN WEST-BERLIN NICHT GESENDET WERDEN DARF?!
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       Folgende 1 1/2-Minuten-Erinnerung  an Hiroshima  am 6.  August im
       aktuellen Zeitfunk  der westberliner  Sender SFB  und RIAS auszu-
       strahlen, war  die Bitte der Berliner Studentengruppe gegen Atom-
       rüstung. Das Gedenkwort wurde nicht gesendet. D. Red.
       
       Gibt es eine  a t o m a r e  Bedrohung? -
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       Ein Gedanke zum 15. Hiroshimatag
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       Seit der historisch kurzen Zeitspanne einer halben Generation la-
       stet auf  der Erde  und ihrer  Menschheit die  Bedrohung, die man
       sich als  die   a t o m a r e   Bedrohung zu bezeichnen angewöhnt
       hat.
       Wir Studenten  möchten Sie  heute nur  bitten, -  Sie alle -, von
       diesem irreführenden  Sprachgebrauch und  der mit ihm verbundenen
       Denk- und  Handlungsweise Abschied  zu nehmen: nicht eine  a t o-
       m a r e   Bedrohung liegt   u m   und  ü b e r  uns, sondern eine
       Bedrohung von  Menschen   d u r c h  Menschen, die sich fast aus-
       nahmslos gar  nicht kennen.  Es ist  also  keine  übermenschliche
       Gewalt, die  uns  bedroht,  es  ist  Gewalt  in  den  Händen  von
       M e n s c h e n,  die uns bedroht.
       Laßt den  Menschen und  seine milliardenfache  Einzelexistenz nie
       außer Betracht,  nicht die  hunderttausend Opfer  von  Hiroshima,
       aber auch  nicht Sie  und Dich und mich, die es alle noch treffen
       kann.
       Nicht das  Atom an sich birgt Gefahr, sondern nur unter Umständen
       bestimmte Menschen  mit bestimmten atomaren Mitteln. Darauf lenkt
       Euer Augenmerk  Untersucht genau  die  U m s t ä n d e,  die Men-
       schen mit Atominstrumenten zur Gefahr werden lassen.
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       Wenn dieser eine Gedanke von vielen verstanden und beachtet wird,
       ist der Tod von Hiroshima nicht völlig vergeblich gewesen."
       

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