Quelle: Blätter 1960 Heft 08 (August)


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       der aktuellen "Blätter"-CD, welche die  Beiträge ab 1990 enthält
       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Willy Huhn, West-Berlin
       
       HISTORISCHE LEKTIONEN FÜR DEN WEST-BERLINER SENAT
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       ...
       "D e r  B u n d e s g e r i c h t s h o f  hat in einer Entschei-
       dung vom  30. April 1952 ('Entscheidungen des Bundesgerichtshofes
       in Zivilsachen', Band 6 S. 47 ff.)..."
       ...
       ...
       "...ohne sich  jedoch mit den entgegengesetzten Ansichten ausein-
       anderzusetzen,    e b e n f a l l s    beiläufig    d i e    A n-
       s i c h t   v e r t r e t e n,    d a ß    B e r l i n    k e i n
       L a n d  d e r  B u n d e s r e p u b l i k  i s t...  und daß es
       in den  Vorbehalten der Alliierten Kommandantur zur Berliner Ver-
       fassung heißt,   d a ß   B e r l i n    in  der  Übergangsperiode
       'k e i n e     d e r     E i g e n s c h a f t e n      e i n e s
       z w ö l f t e n   L a n d e s  b e s i t z t...  B o n n  d a r f
       B e r l i n   n a c h   d e n   V o r b e h a l t e n   n i c h t
       'r e g i e r e n'  und Berlin darf Bonn nicht 'mitregieren', d.h.
       die Vertreter  Berlins im  Bundestag und  im Bundesrat haben kein
       Stimmrecht.  D a  d a s  W o r t  'g o v e r n'...  in der engli-
       schen Rechtssprache  nicht  nur  die  Regierung  im  eigentlichen
       Sinne, sondern   a u c h   d i e  G e s e t z g e b u n g,  d i e
       V e r w a l t u n g   u n d   d i e   R e c h t s p r e c h u n g
       u m f a ß t,  schließt der Vorbehalt die unmittelbare Wirksamkeit
       der Bundesgewalt  in Gesetzgebung,  Verwaltung und Rechtsprechung
       für Berlin aus."
       ...
       ...
       "Deutschland wird  innerhalb seiner  Grenzen nach  dem Stande vom
       31. Dezember  1937 zum  Zwecke der Besetzung in drei Zonen aufge-
       teilt. Jede  der Mächte  übernimmt eine  der Zonen. Außerdem wird
       ein besonderes Berliner Gebiet geschaffen, welches unter der ver-
       einigten Besatzung der drei  Mächte stehen wird."  (12. September
       1944).
       ...
       ...
       "daß es ein besonderes Groß-Berliner Gebiet unter gemeinsamer in-
       teralliierter Aufsicht  geben sollte. Dieses Gebiet war nicht als
       ein Teil der sowjetischen oder irgendeiner anderen Besatzungszone
       gedacht..." ("Britisches  Weißbuch zur  Berliner Krise. Eine Dar-
       stellung der  Ereignisse, die  zur Überweisung der Berliner Frage
       an die  Vereinten Nationen  führten."  Deutsche  Übersetzung  und
       Druck vom 12. Oktober 1948, S. 4)
       ...
       ...
       "das Sondergebiet Berlin... unter eine Besatzungsbehörde der drei
       Mächte gestellt wird." ("Ausgewählte Dokumente zum Viermächtesta-
       tus Berlins",  Forschungsanstalt der  Deutschen Gesellschaft  für
       Auswärtige Politik e.V. in Frankfurt/Main.)
       ...
       ...
       "...und ein  besonderes Berliner  Gebiet, das  gemeinsam von  den
       drei Mächten  besetzt wird."  ("Die Welt",  Nr. 61  vom 12.  März
       1960, S. 5)
       ...
       ...
       "Für Berlin war eine gemeinsame Dreimächteverwaltung vorgesehen."
       (B. Meissner,  "Rußland, die  Westmächte und Deutschland. Die so-
       wjetische Deutschlandpolitik 1943-1953", Hamburg 1953, S. 48.)
       ...
       ...
       "Was Berlin  anbetrifft, so wurde es nicht als fünfte Besatzungs-
       zone betrachtet  (nachdem Frankreich  in Jalta  als vierte Besat-
       zungsmacht anerkannt worden war, W.H.), sondern allein zwecks ge-
       meinsamer Verwaltung  aus der  sowjetischen  Zone  ausgesondert."
       (Nach der  deutschen Übersetzung in "Blätter für deutsche und in-
       ternationale Politik", IV/Nr. 3, vom 25. März 1959, S. 198.)
       ...
       ...
       "Der Status  einer gemeinsamen  Besetzung und  einer  gemeinsamen
       Verwaltung von  'Groß-Berlin' war  im Zusammenhang damit entstan-
       den, daß Berlin als Hauptstadt Deutschlands zum Sitz des Alliier-
       ten Kontrollrates  bestimmt wurde, der zwecks Verwaltung Deutsch-
       lands in  der Anfangsperiode  der Besetzung gebildet worden war."
       (G. Tunkin, a.a.O., S. 198)
       ...
       ...
       "auch gemeinsam  in den Deutschland als Ganzes betreffenden Ange-
       legenheiten als  Mitglieder des  durch das  gegenwärtige Abkommen
       errichteten Obersten Kontrollorganes."
       ...
       ...
       "Unter solchen Umständen müßten die Machtbefugnisse in Westberlin
       juridisch auf die DDR übergehen, auf deren Territorium Westberlin
       gelegen ist. Das wäre sowohl politisch wie juridisch die richtige
       Lösung der Frage. Unter Berücksichtigung der realen Situation je-
       doch hat  die Sowjetregierung in ihrer Note vom 27. November 1958
       eine Kompromißlösung vorgeschlagen: die Errichtung einer unabhän-
       gigen Freien Stadt Westberlin." ("Blätter für deutsche und inter-
       nationale Politik", Köln, IV/3, vom 25. März 1959, S. 202.)
       ...
       ...
       "Der Bundestag bekennt sich zu Berlin als dem demokratischen Vor-
       posten Deutschlands.  Er erklärt  feierlich vor  aller Welt,  daß
       nach dem  Willen des  deutschen Volkes Großberlin Bestandteil der
       Bundesrepublik  Deutschland   und  ihre  Hauptstadt  sein  soll."
       (Mehrheitsbeschluß in der 11. Sitzung am 30. September 1949.)
       ...
       ...
       "Die gemeinsame  Besetzung und  Kontrolle der Reichshauptstadt...
       sollte nicht nur die Gemeinsamkeit der alliierten Besatzungsziele
       unterstreichen, sondern  mußte, ebenso wie die Errichtung der ge-
       meinsamen obersten  Kontrollbehörde in  der Hauptstadt,  zugleich
       auch dahin gedeutet werden, daß die Sieger das gemeinsam besetzte
       Land weiterhin  zunächst als ein einheitliches Gebilde betrachte-
       ten." (Richard Thilenius, "Die Teilung Deutschlands. Eine zeitge-
       schichtliche Analyse." Rowohlt-Enzyklopädie Bd. 55, Oktober 1957,
       S. 110; vgl. auch S. 106!)
       ...
       Nachwort:
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       ...
       "Die Berliner  bringen etwa ebenso viel an Bundessteuern auf, wie
       sie an echter Bundeshilfe von Bonn erhalten... Insgesamt wird der
       Bund im laufenden Jahr über 1250 Millionen DM aus Westberlin ver-
       einnahmen, während  er an echten Zuschüssen und Krediten im neuen
       Haushalt nur etwa 1110 Millionen DM zuschießt. Praktisch ist also
       Berlin in  finanzieller Hinsicht  kein  Kostgänger  des  Bundes."
       ("Telegraf", Nr.  79/14 vom 5. April 1959; 'Wirschafts-Telegraf',
       S. 5.)
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