Quelle: Blätter 1960 Heft 11 (November/Dezember)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Oberingenieur Erich Ritter
       
       ATOMLUFTSCHUTZ - DAS GESCHÄFT MIT DEM TODE
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       ...
       "In Duguay,  in der  großen Salzwüste,  Staat Utah, befindet sich
       das riesige  Versuchsterritorium des  Chemischen Korps der US-Ar-
       mee. Dort werden die Studien über den Bakterienkrieg und den che-
       mischen Krieg  betrieben, in  dem Viren,  Pilze und  Gase an  die
       Stelle der  Atombomben treten.  So geheim diese Versuche sind, in
       den USA geht es auch da nicht ohne Pressekonferenz.
       Richard S. Morse, der Forschungsdirektor dieser Laboratorien, und
       Brigadegeneral Fred  J. Delmore,  Kommandant der  chemischen For-
       schungsanstalt der  Armee, hielten sie ab. Die beiden Herren hat-
       ten eine  sonderbare Botschaft  an die Welt. Sie verkündeten näm-
       lich, der  Krieg sei  zwar an sich abstoßend, aber, wenn er schon
       stattfinde, sei es "humaner", den Feind durch Nervengase zu töten
       oder zu  lähmen, besonders  in Anbetracht  der Tatsache,  wie die
       Herren betonten, daß der Tod durch Nervengase schmerzlos sei, ob-
       wohl der davon Betroffene konvulsivische Zuckungen mache.
       Die Nachricht von dieser Pressekonferenz und ihrer "humanen" Bot-
       schaft ist nirgends in der schweizerischen Presse erschienen. We-
       der die Schweizerische Depeschenagentur als Vermittlerin der mei-
       sten Agenturmeldungen an die schweizerische Presse, noch die Uni-
       ted Press International, als amerikanische Presseagentur, fühlten
       sich verpflichtet, die schweizerische Presse über diese Ansichten
       führender amerikanischer Militärs zu unterrichten. Sie waren wohl
       der Ansicht,  die Verbreitung  dieser  Nachricht  könnte  in  der
       Schweiz Gefühle des Ekels oder der politischen Abneigung erregen.
       (Das gleiche  trifft für die konformistische Presse der Bundesre-
       publik zu.  - Der  Verf.) Hingegen wissen wir sehr wohl, was sich
       ereignet hätte, wenn etwa der Kommandant des Chemischen Korps der
       Sowjetarmee eine  Pressekonferenz abgehalten hätte, in der er den
       Gas- und Bakterienkrieg als Fortschritt zur Humanität angepriesen
       hätte; an Schlagzeilen hätte es gewiß nicht gefehlt, noch weniger
       an moralischer Entrüstung!
       Nicht daß  wir damit  sagen wollten, die Sowjets bereiteten nicht
       auch den  Gas- und Bakterienkrieg vor. Natürlich tun sie das, ge-
       nau wie  die Amerikaner.  Sie halten bloß über dieses Thema keine
       Pressekonferenz ab  und faseln  auch nicht in diesem Zusammenhang
       von "Humanität".  Was uns  der Aufmerksamkeit wert erscheint, ist
       vielmehr bloß  die bei uns vorherrschende Tendenz, ununterbrochen
       mit zwei  verschiedenen Ellen zu messen: das Schreckliche auf der
       einen Seite  zu verschweigen,  es aber  auf der anderen aufzubau-
       schen. Diese Tendenz ist zahlreichen Schweizern zur zweiten Natur
       geworden, so sehr, daß sie es gar nicht mehr bemerken."
       ...
       Die Bunker-Legende
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       Evakuierung als "Rettung"?
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       Welchen Schutz gibt es überhaupt?
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       Abrüstung und Entspannung - der einzige Schutz!
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