Quelle: Blätter 1961 Heft 03 (März)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       DIE OFFENBARUNGEN DES DR. RICHARD JAEGER
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       Selbstporträt eines Bundestagsvizepräsidenten
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       ...
       Der maßgebliche  CSU-Bundestagsabgeordnete (seit  1949) und Vize-
       präsident des  Bundestages (seit 1953) Dr. Richard Jaeger hat vor
       kurzem wieder  einmal Aufsehen  erregt: durch  die Forderung nach
       Wiedereinführung der  Todesstrafe in  schweren Fällen von Landes-
       verrat und  durch die Denunziation der gegen die Todesstrafe vor-
       gebrachten grundsätzlichen ethischen und juristischen Bedenken.
       Die jüngsten  Ausführungen Dr.  Jaegers haben nicht zum erstenmal
       erkennen lassen,  wes Geistes  Kind dieser "christliche Abendlän-
       der" ist.  Sie zeigen  aber mit  erschreckender Deutlichkeit, was
       dieser Staat  und die  Welt in Zukunft von Leuten dieses Schlages
       zu erwarten  haben! Jedermann muß rechtzeitig, ehe es abermals zu
       spät ist,  wissen,   w a s   in der  Bundesrepublik längst wieder
       möglich ist  und  w e r  diese Bundesrepublik repräsentiert. Wäre
       die  Mentalität   dieses  "christlich-demokratischen"  Politikers
       wirklich typisch  für das "christliche Abendland" - gerade  a l s
       Christ und   a l s   Demokrat müßte man dann allerdings im Inter-
       esse des  Friedens und  der Freiheit aller Völker den "Untergang"
       eines  s o l c h e n,  seine eigene christliche und humanistische
       Tradition verratenden "Abendlandes" wünschen!
       Wir haben  im folgenden  einige der aufschlußreichsten Äußerungen
       Dr. Jaegers  aus den  letzten Jahren zusammengestellt. Es handelt
       sich um  eine improvisierte  Liste, die beliebig erweitert werden
       könnte und  die wir  zu gegebener Zeit auch erweitern sowie durch
       nicht  minder   eindeutige   Selbstporträts   anderer   führender
       "christlich-demokratischer" Politiker ergänzen werden. D. Red.
       ...
       ...
       Am 25.  Februar 1955  erklärte Dr. Jaeger im Bundestag: "Die eine
       Hälfte der Welt wird von Gentlemen geführt, die andere Hälfte von
       Banditen."
       Am 21.  März 1958 sagte Jaeger im Bundestag: Man könne doch nicht
       moralisch die  USA und die UdSSR auf eine Stufe stellen. Die Men-
       schen im  Kreml seien  "völlig unberechenbar, moralischen Katego-
       rien nicht zugänglich".
       In der  Münchner "Abendzeitung"  forderte Dr.  Jaeger am  3. Juli
       1958 mehr  Verständnis für  das Franco-System,  das zur  "Rettung
       Spaniens vor  dem Kommunismus"  unvermeidlich gewesen  und  heute
       eine Bastion  des "christlichen  Abendlandes" sei.  Außerdem ver-
       langte er  eine "vorurteilslose  Würdigung" der  "Legion  Condor"
       (der deutschen  Hilfstruppe für  Franco im spanischen Bürgerkrieg
       1936-39. D. Red.).
       ...
       

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