Quelle: Blätter 1961 Heft 08 (August)


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       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Manfred Clemenz
       
       AKADEMISCHE MEINUNGSFREIHEIT IM WÜRGEGRIFF
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       "Gaudeamus igitur"?
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       "Die Studenten sind selber schuld"
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       "Immer  nur   Ansprüche",  "Studieren,  aber  nichts  riskieren",
       "...denn sie  wollen gefördert  werden" - so und so ähnlich waren
       die Artikel  überschrieben, die  im Zuge  einer Pressekampagne im
       Sommer des  Jahres 1960  in die  Öffentlichkeit lanciert  wurden.
       Geistiger Urheber  dieser bisher spektakulärsten Aktion gegen die
       Studentenschaft war  der Generalsekretär der Westdeutschen Rekto-
       renkonferenz, Dr.  Jürgen Fischer.  Daß es sich dabei um eine von
       der WRK  inszenierten Kampagne  handelte, wurde  von Dr.  Fischer
       freilich mit  Entrüstung zurückgewiesen. Gleichwohl gab er in ei-
       nem Interview  mit  der  Berliner  Studentenzeitung  "colloquium"
       freimütig zu:  "Natürlich haben  wir uns  untereinander abgespro-
       chen... die  Artikel haben  jedoch nicht die Sekretäre der Rekto-
       renkonferenz  geschrieben,  sondern  die  Herren  Steger,  Menke-
       Glückert, Neubaus, Martin und ich selbst."
       ...
       ...
       "Für die  Studenten an  den deutschen  Hochschulen sollte  es nun
       keinen Pardon  mehr geben, denn sie mißbrauchen und ruinieren die
       Freiheit des Studiums, indem sie nicht nützen, nicht verteidigen,
       ja, indem  sie gar  nicht wollen.  Niemals in der deutschen Hoch-
       schulgeschichte sind  von den  Studenten geringere  geistige  und
       größere institutionelle  Anforderungen an  die Universitäten  ge-
       stellt worden".
       ...
       ...
       "Die Verhältnisse der gegenwärtigen Lehrbetriebe an den westdeut-
       schen Hochschulen  sind aber  offensichtlich so deprimierend, daß
       ein verhältnismäßig großer, auch einflußreicher Teil des Lehrkör-
       pers die  Meinung vertritt,  Berufsausbildung sei  ein störendes,
       nur "utilitaristisches" Moment gegenüber reiner Wissenschaftsbil-
       dung, auf die sich die Universitäten zurückbesinnen sollten."
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       Sorgenkind "Mitverwaltung"
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       Haut die Presse!
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       ...
       "Grundsätzlich haben  alle Druckschriften einen verfassungsrecht-
       lichen Anspruch  auf Zulassung des Vertriebs in diesen Räumen. Es
       erscheint als  ein Verstoß gegen den zwingenden Gleichheitsgrund-
       satz (Art  3 GG),  wenn von  mehrererr Studentenzeitschriften nur
       eine zugelassen  wird... Keine Vertriebsbeschränkung wäre aus dem
       Grunde zulässig,  weil die  betreffende Druckschrift  eine  uner-
       wünschte, oppositionelle Richtung vertritt."
       ...
       Fälle und Symptome
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