Quelle: Blätter 1961 Heft 10 (Oktober)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       PROTEST GEGEN DIE WIEDERAUFNAHME
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       DER SOWJETISCHEN ATOMBOMBEN-VERSUCHE
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       Mit Bedauern  und Empörung  haben die Kriegsdienstverweigerer von
       der Wiederaufnahme  der sowjetischen Atombombenversuche erfahren.
       Sie verurteilen  entschieden diese Politik, die zum Scheitern der
       Genfer Abrüstungsverhandlungen  und damit  zur  Verschärfung  der
       Spannungen in der Welt und zur Kriegsgefahr geführt hat.
       Das bereits  vorhandene Potential an nuklearen Waffen reicht aus,
       um in  einem künftigen Atomkrieg nicht nur die beiden Hauptgegner
       zu vernichten, sondern auch das Leben der Menschen auf der ganzen
       Erde zu  gefährden. Schon  die Tests haben eine verderbliche Aus-
       wirkung auf die Gesundheit der Menschen in aller Welt.
       Deshalb wenden  sich die  Kriegsdienstverweigerer mit aller Deut-
       lichkeit gegen  die Fortsetzung des Rüstungswettlaufes, insbeson-
       dere auf  dem Gebiete  der nuklearen  Waffen, und damit gegen die
       sowjetischen Kernwaffenversuche.
       Sie begrüßen  zugleich die  bisher in  dieser Frage von Präsident
       Kennedy gezeigte Haltung und hoffen, daß es ihm gelingt, sich ge-
       gen die  westlichen Politiker  zu behaupten,  die dem  schlechten
       Beispiel der Sowjetunion folgen und ebenfalls die Versuche wieder
       aufnehmen wollen.  Sie hoffen,  daß auch  Großbritannien und vor-
       nehmlich Frankreich auf weitere Tests verzichten.
       Darüber hinaus  fordern sie  die Bundesregierung   - wie sie sich
       auch immer nach den Wahlen zusammensetzen mag - auf, umgehend die
       Initiative zu  ergreifen, um  gemeinsam mit  anderen Völkern  die
       Atommächte zu  einer atomaren und allgemeinen Abrüstung zu veran-
       lassen.
       Für den Verband der Kriegsdienstverweigerer, Gruppe Westharz
       gez.: Gerhard Lüders (Vorsitzender).
       Für die  Internationale  der  Kriegsdienstgegner,  Bezirksverband
       Braunschweig
       gez.: H.G. Friedrich (Vorsitzender).
       

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