Quelle: Blätter 1961 Heft 11 (November)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Gerd Lauschke
       
       ENGLAND UND DIE EWG (I)
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       Die EWG
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       ...
       "Die supranational  konstituierte und politisch ausgerichtete In-
       tegrationsform der  EWG ist  den politischen  und psychologischen
       Bedürfnissen derjenigen  europäischen Länder  angepaßt,  die  der
       letzte Krieg  mit der  Konkursmasse ihrer  politischen Regime zu-
       rückließ und  deren Souveränitätsbewußtsein stark geschwächt wor-
       den war;  sie entspricht  aber den  Lebensformen und Bedürfnissen
       des politisch  und geistig  noch unversehrten  Teils  Westeuropas
       weit weniger.  'Es ist kein Zufall', so schreibt auch Prof. Hall-
       stein in  seinem Beitrag zur soeben herausgekommenen Festgabe für
       Staatssekretär Müller-Armack,  'daß der  geographische Raum,  den
       die sechs  Staaten der  europäischen Gemeinschaft bedecken, ziem-
       lich genau identisch ist mit dem Raum, der physisch und politisch
       durch das  orgiastische Abenteuer  des Zweiten Weltkrieges an den
       Rand der  Existenzvernichtung geführt  worden ist.  Dieser Tatbe-
       stand - ein politischer, kein wirtschaftlicher - erklärt überzeu-
       gender als  einige Prozent Zölle mehr oder weniger die vorhandene
       Grenze zwischen  den Gemeinschaftsländern  und  den  Nichtgemein-
       schaftsländern'. Der Präsident der EWG-Kommission bestätigt damit
       selber den  spezifischen, nur einem Teil Westeuropas entsprechen-
       den Charakter  der EWG.  Eine solche Erkenntnis sollte eigentlich
       zur logischen  Schlußfolgerung führen, daß die EWG keinen gesamt-
       europäischen Integrationsrahmen  zu bilden  vermag,  sondern  daß
       entsprechend den unterschiedlichen Bedürfnissen auch verschieden-
       artige Integrationsformen  erforderlich sind,  die zusammenwirken
       sollten."
       ...
       Die EFTA
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       Die EWG - ein Ausweg aus Großbritanniens wirtschaftlicher Misere?
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       Die Konservativen und der amerikanische Druck
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       ...
       "Souveränität gelangte spät zu den meisten der Nationen der Sechs
       (EWG-Staaten). Sie waren Teil des Heiligen Römischen Reiches, je-
       ner physischen  Verkörperung des Naturrechts, die der Formalisie-
       rung der  modernen Lehre  von der  Souveränität voranging. Unsere
       nationale Souveränität  ist dieser  Lehre nicht gefolgt; sie ging
       ihr voran.  Wir praktizierten  nationale Souveränität und entwic-
       kelten unsere parlamentarischen Institutionen und unser Allgemei-
       nes Recht,  als andere  auf Europa blickten. Die Souveränität des
       Parlamentes und die Herrschaft des Gesetzes sind für uns die Dop-
       pelsäulen unserer  Verfassung und  unserer Art  zu leben. Bei den
       Sechs ist das Parlament weniger tief in ihr Bewußtsein eingedrun-
       gen, und vielleicht war die Institution generell weniger hoch ge-
       achtet als bei uns. Wir entwickelten unser Allgemeines Recht. Sie
       bevorzugten im allgemeinen die Annahme des Römischen Rechts.
       Die Sechs teilen ihre Ansichten von der Verfassung und ihre Prak-
       tiken miteinander,  aber nicht mit uns. Ihre Entwicklung ist kon-
       tinental und  kollektiv gewesen, unsere insular und auf das Impe-
       rium gerichtet.  Deshalb wäre  für sie  die politische Union eine
       Wiedervereinigung und  Wiederentdeckung, während  sie für uns Ab-
       schied und Trennung sein würde."
       ...
       Englands Beitritt zur EWG und das Commonwealth (26)
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       Der Sterling-Block
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