Quelle: Blätter 1962 Heft 01 (Januar)


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       der aktuellen "Blätter"-CD, welche die  Beiträge ab 1990 enthält
       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Buchbesprechungen
       
       ZUR PSYCHOPATHOLOGIE DER DEUTSCHEN SEELE
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       ...
       Franz Schonauer:  "Deutsche Literatur  im Dritten Reich", Versuch
       einer Darstellung  in polemisch-didaktischer Absicht. Walter-Ver-
       lag, Olten und Freiburg im Breisgau. 7,80 DM.
       ...
       ...
       "... Der  Zweck dieses 'Versuchs' ist ein zweifacher; erstens: er
       will provozieren,  ... zweitens:  der Generation, die das 'Dritte
       Reich' nicht oder nicht mit Bewußtsein erlebt hat, zeigen, wie es
       damals um  die deutsche  Literatur stand. ... 'Deutsche Literatur
       im Dritten  Reich' ist   e i n  p o l i t i s c h e s, s o z i o-
       l o g i s c h e s,   h i s t o r i s c h e s   u n d   n u r  z u
       e i n e m   g e r i n g e n   T e i l   e i n    l i t e r a r i-
       s c h e s   T h e m a...   Den Ungeheuerlichkeiten gegenüber, die
       die meisten  von uns  erlebt und   a n   d e n e n  d i e  m e i-
       s t e n   d e r   i n   d e r   B u n d e s r e p u b l i k  L e-
       b e n d e n   u n m i t t e l b a r   o d e r   m i t t e l b a r
       b e t e i l i g t   w a r e n,  gibt es zunächst keine Objektivi-
       tät..." (Schonauer)
       ...
       ...
       "...Der Atem  der Geschichte blies, und es war ergreifend, in den
       durch und  durch zeitgenössischen  Anstalten einer  motorisierten
       Armee die  überzeitliche Bedeutung  ihrer Bewegung  zu entdecken.
       Der Sinn  unseres Marsches war ein Jahrtausend alt. 'Nach Ostland
       wollen wir  reiten', hatten  die niederdeutschen Ordensritter und
       Siedler des  ottonischen und  staufischen Mittelalters  gesungen,
       und heute war es dasselbe Lied, das uns geleitete... In Stahl und
       Panzern schien  der kategorische,  der preußische  Imperativ sich
       verkörpert zu  haben, diese  eherne Sachlichkeit,  die zu den we-
       sentlichen Tugenden unseres Volkes gehört. War es nicht vorgekom-
       men, daß  ein preußischer  General den  Beinamen 'Marschall  Vor-
       wärts' erhielt?  Dieses 'Vorwärts'  war der Wille, der die Person
       austrieb und  den Mann  besaß. In diesen Worten war aber auch die
       eigentümliche kriegerische  Begabung des  Deutschen  ausgedrückt:
       die Genialität des Angriffs..."
       ...
       ...
       Diese Sätze  müßten, hätten unsere Zeit und ihre öffentliche Mei-
       nung Instinkt  für  moralischen  Takt,  genügen,  dem  Hans  Egon
       Holthusen den Mund zu schließen. Das Gegenteil ist offensichtlich
       der Fall: "...Die Gesamterscheinung dieses Literaten ist so exem-
       plarisch und  wirft so  viel grundsätzliche  Fragen innerhalb der
       Literaturbetrachtung auf,  daß man  sehr weit ausholen müßte. Das
       ist nicht  so sehr eine Folge der Qualität, ... sondern hängt mit
       dem  g e i s t i g e n  S t a n d o r t  des Autors zusammen, der
       über eine  vollständige Anschauung  der Motive  und Probleme ver-
       fügt. ...  Der  b e s o n d e r e  T o n f a l l  Holthusens ver-
       rät ein  großes, oft  herausforderndes, aber nicht unberechtigtes
       Selbstgefühl, was mitunter in Widerspruch zu seiner  h u m a n i-
       s t i s c h e n   N e i g u n g  gerät. ... Eine literarische Er-
       scheinung wie  die Holthusens hat im deutschen Bereich  e t w a s
       U n e n t b e h r l i c h e s.  ... Der deutschen Literatur fehlt
       es  an  der  Fähigkeit,  sich  in  den  großen  Zusammenhang  der
       m e n s c h l i c h e n  G e s i t t u n g  zu setzen. Es ist das
       Amt des  Kritikers,  für  die  Wahrung  dieses  Zusammenhangs  zu
       sorgen. ...  In Deutschland ist vieles in Ordnung zu bringen. Die
       Jahre vergehen, und es ist nicht zu früh, um Tafeln zu errichten.
       ..." (Friedrich  Sieburg: Nur  für Leser.  Deutscher  Taschenbuch
       Verlag, 1961; Seite 165, 166.)
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       ...
       Hans v. Uslar
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