Quelle: Blätter 1962 Heft 01 (Januar)


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       Das vollständige Dokument finden Sie entweder auf der "Blätter"-
       DVD,  die mehr als 9000 Beiträge von 1956-1989  enthält oder auf
       der aktuellen "Blätter"-CD, welche die  Beiträge ab 1990 enthält
       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
       unter www.blaetter.de.
       
       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Buchbesprechungen
       
       DREI BÜCHER ÜBER DIE RELEVANZ DES EVANGELIUMS FÜR UNSERE ZEIT
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       Karl Barth,  "Der Götze  wackelt", Zeitkritische  Aufsätze, Reden
       und Briefe 1930 bis 1960, herausgegeben von Karl Kupisch, 220 S.,
       DM 17,80.
       Josef L. Hromadka, "Sprung über die Mauer", 144 S., DM 10,80.
       "Durchkreuzter Haß",  Zeugnisse des  Friedens  in  Berichten  und
       Selbstdarstellungen zum  70. Geburtstag von Heinrich Grüber, her-
       ausgegeben von Rudolf Weckerling, 240 S., DM 22,-.
       Alle drei Bücher erschienen im Käthe Vogt Verlag, Berlin.
       ...
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       "Wenn das andauernd unwidersprochen unter uns gesagt werden darf,
       wenn das  gehört und  geglaubt werden sollte, dann hat die Kirche
       in ihrem  Innersten zu  leben aufgehört.  Die sowjet-atheistische
       oder auch die neue römische Verfolgung, mit der ihr uns gelegent-
       lich graulen machen wollt, mag dann immerhin ausbrechen. Sie wird
       dann gegenstandslos,  und ihre  allfälligen Märtyrer  werden dann
       sicher keine  christlichen Märtyrer  sein.  Wenn  es  denen,  die
       heute, im Besitz des Namens, des Apparates, der Ämter, der Stimme
       der evangelischen  Kirche befindlich, diese Kirche nach ihrem Be-
       lieben machen  - wenn  es ihnen  endgültig gestattet sein sollte,
       aus der Kirche das zu machen, dann ist es an der Zeit, allem Volk
       zu sagen,  daß die  Kirche   a u s  ist und daß es betrogen wird,
       wenn man  von ihm  verlangt, hier  Kirche zu  sehen, zu ehren, zu
       glauben, zu  lieben. Die  evangelische Kirche ist heute schon von
       einer finsteren Wolke von Mißtrauen umgeben. Wer nicht blind ist,
       sieht es. Ihre Führer aber sind blind und sehen es nicht..."
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       "Die Stimme Josef Hromadkas ist eine Stimme aus der Gemeinde Jesu
       Christi im  heutigen Osten.  Die Gemeinde Jesu Christi ist, lebt,
       redet auch  dort. Daß dem so ist, das ist für uns, die wir ihr im
       heutigen Westen  angehören möchten,  wichtiger und  interessanter
       als alles,  was wir  sonst von  dort zu hören bekommen. Und diese
       Stimme richtig zu verstehen, ist für uns dringlicher als die Deu-
       tungsversuche, mit  denen wir  das, was dort sonst geschieht, mit
       mehr oder  weniger Aufgeschlossenheit,  Sachkunde  und  Sympathie
       verfolgen mögen."
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       "Dieses Buch wendet sich an die junge Generation, die selbst kein
       Kriegs- und Nachkriegserlebnis hat und in ihrem Erlebnishunger in
       besonderer Gefahr  steht, sich  für kriegerische Abenteuer zu be-
       geistern. Sie  muß darum  informiert und  vor der  Unkenntnis und
       Verharmlosung bewahrt  werden." Es "wendet sich auch an die mitt-
       lere und  ältere Generation, an Eltern, Erzieher und Jugendleiter
       mit der Bitte, das Schweigen gegenüber der ihnen anvertrauten Ju-
       gend zu  brechen, die vorliegenden Berichte aus dem eigenen Leben
       zu ergänzen,  die schrecklichen  und  unbegreiflichen  Ereignisse
       nicht zu  verharmlosen, sondern zu erklären, auch am Beispiel ei-
       gener Blindheit, eigenen Versagens - ein hartes, aber unabdingba-
       res Opfer für den Frieden."
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       "Was an  der Haltung beider Kirchen auffällt, ist ihre heraushän-
       gende Zunge.  Atemlos jappend laufen sie hinter der Zeit her, auf
       daß ihnen ja niemand entwiche. Wir auch, wir auch! Nicht mehr wie
       vor Jahrhunderten:  Wir! Sozialismus?  Wir auch.  Jugendbewegung?
       Wir auch.  Sport? Wir  auch. Diese  Kirchen schaffen  nichts, sie
       wandeln das  von anderen Geschaffene, das bei den anderen Entwic-
       kelte in Elemente um, die ihnen nützlich sein können."
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       Pfarrer Rudolf Weckerling
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