Quelle: Blätter 1962 Heft 02 (Februar)


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       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Anmerkungen, Glossen, Zuschriften
       
       ANDORRA - EINE MORALITÄT
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       ...
       "Der Deutsche nimmt schwer teil, er 'sieht sich die Sache mal mit
       an'. Er  fühlt sich  so selten getroffen - er will sich nicht ge-
       troffen fühlen,  außer, wenn  man ihm  schmeichelt... Schade, daß
       man kein Theaterpublikum fotografieren kann... Dann sähe man näm-
       lich diesen scharfen Zug um die Nase, der da besagt: 'Bis hierher
       und nicht weiter.' Der besagt: 'Ja, aber  i c h  doch nicht!' Der
       besagt: 'Ich  sitze hier,  bin richtig und tadellos angezogen und
       gewaschen und  rasiert; ich  habe eine mir zustehende Fünfzimmer-
       wohnung, und  es ist überhaupt soweit alles in Ordnung. Nun macht
       wir was vor..."
       ...
       ...
       "Das Andorra  dieses Stücks  hat nichts zu tun mit dem wirklichen
       Kleinstaat dieses  Namens...; Andorra  ist der  Name für  ein Mo-
       dell"...
       ...
       ...
       "Ich möchte mich kurz fassen, obschon vieles zu berichtigen wäre,
       was heute  geredet wird.  Nachher ist  es immer leicht zu wissen,
       wie man  sich hätte  verhalten sollen,  abgesehen davon, daß ich,
       was meine  Person betrifft,  wirklich nicht  weiß, warum ich mich
       anders hätte verhalten sollen. Was hat unsereiner denn eigentlich
       getan? Überhaupt nichts... Wir haben uns damals alle getäuscht...
       Ich kann nur sagen, daß es nicht meine Schuld ist, einmal abgese-
       hen davon,  daß sein  Benehmen (was man leider nicht verschweigen
       kann) mehr und mehr (sagen wir es offen) etwas Jüdisches hatte...
       Was meine  Person betrifft, habe ich nie an Mißhandlungen teilge-
       nommen oder irgend jemand dazu aufgefordert... Eine tragische Ge-
       schichte, kein  Zweifel. Ich bin nicht schuld, daß es dazu gekom-
       men ist.  Ich glaube im Namen aller zu sprechen, wenn ich, um zum
       Schluß zu kommen, nochmals wiederhole, daß wir den Lauf der Dinge
       - damals - nur bedauern können."
       ...
       ...
       Guntram Solnemann
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