Quelle: Blätter 1962 Heft 04 (April)


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       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       DIE LAGE
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       Die Genfer Konferenz geht weiter
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       Wachsende Bedeutung der Neutralen
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       Neue Waffen - alte Illusionen
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       ...
       "Wir sind  in der unglücklichen Lage, immer dann als Störenfriede
       empfunden zu werden, wenn die beiden Weltmächte die Möglichkeiten
       des Verhandelns prüfen oder, wie nun in Genf, tatsächlich in Ver-
       handlungen eintreten.  Alle Welt weiß, wie sehr auf Bonn der Alp-
       druck lastet, ein Akkord zwischen den Vereinigten Staaten und der
       Sowjetunion könnte  vor allem  auf dem  Rücken der Bundesrepublik
       ausgetragen werden,  es könnte  sich entweder der deutsche Status
       im westlichen  Bündnis verändern, genauer gesagt: verschlechtern,
       ein fauler Kompromiß in Berlin müsse befürchtet werden, oder Bonn
       würde in seinen weitergesteckten nationalen Zielen um viele Jahre
       zurückgeworfen."
       ...
       ...
       "Bonn will das Thema europäische Sicherheit nicht im Zusammenhang
       mit der  Berlin-Krise akzeptieren,  sondern nur in Verbindung mit
       der deutschen  Einheit. - Das Gegenteil bahnt sich an. - Und Bonn
       lehnt auch jede regionale Sicherheitsmaßnahme ab, worunter in er-
       ster Linie Abstriche an der atomaren Bewaffnung zu verstehen
       wären, selbst  wenn dies  als Vorstufe zu einem allgemeinen welt-
       weiten Abrüstungsabkommen geplant wäre."
       ...
       ...
       "An der  Kampagne zugunsten  einer  Atommacht  NATO  mißfalle  in
       Washington, daß  mit der  Alternative atombewaffneter  nationaler
       Armeen gedroht  werde. Es  bereite politisches Unbehagen, Träger-
       waffen und  Nuklearsprengköpfe in den Händen kontinental-europäi-
       scher Offiziere  zu sehen.  Hinter der  deutschen Initiative, der
       sich kürzlich auch Brüssel und Rom anschlossen, stecke de Gaulle.
       Dieser gelte als hartnäckiger und zielbewußter Gegner der USA und
       ihrer Präsenz in Europa. Kennedy sei sich viel stärker als Eisen-
       hower des ausschlaggebenden Gewichtes der Vereinigten Staaten be-
       wußt. Das  deutsch-französische  Drängen  nach  Kernwaffen  reiße
       seine Ungeduld  und fördere  die Neigung Washingtons, mit den So-
       wjets zu zweiseitigen Vereinbarungen zu gelangen."
       ...
       ...
       "Ich denke  mir die  Entwicklung folgendermaßen:  Wenn der Westen
       stärker ist  als Sowjet-Rußland, dann ist der Tag der Verhandlung
       mit Sowjetrußland  gekommen. Dann  wird man Sowjetrußland klarma-
       chen müssen,  daß es  so nicht geht, daß es unmöglich halb Europa
       in Sklaverei  halten kann  und daß  im Wege einer Auseinanderset-
       zung, nicht  einer kriegerischen  Auseinandersetzung, sondern  im
       Wege einer  friedlichen Auseinandersetzung  die  Verhältnisse  in
       Osteuropa neu  geklärt werden  müssen... Ich glaube und bin über-
       zeugt, daß der Tag kommen wird, wo man mit Rußland vernünftig (!)
       über alle  diese Dinge  sprechen kann, und dann (!) wird auch der
       Tag gekommen sein, wo wir mit unseren Brüdern und Schwestern wie-
       der vereint sein werden..."
       ...
       Scheidung der Geister
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       ...
       "Die Affäre hat die treuesten Verbündeten Deutschlands schwer an-
       geschlagen zurückgelassen.  Westliche Botschaften  in Bonn  haben
       fast den  letzten Rest  von Vertrauen  zum Bundesaußenministerium
       verloren."
       ...
       

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