Quelle: Blätter 1962 Heft 04 (April)


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       der aktuellen "Blätter"-CD, welche die  Beiträge ab 1990 enthält
       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
       unter www.blaetter.de.
       
       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Buchbesprechungen
       
       DER STAAT IST NICHT DER LIEBE GOTT
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       VON RECHT UND PFLICHT ZUM WIDERSTAND
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       ...
       Generalstaatsanwalt Dr. Fritz Bauer: "Widerstandsrecht und Wider-
       standspflicht des Staatsbürgers";
       Dozent Dr.  Hans-Werner Bartsch:  "Der Staat  ist nicht der liebe
       Gott";
       Rechtsanwalt Heinrich Hannover: "Die Verteidigung des Staates als
       Gewissensfrage";
       und - vorangestellt -
       Kirchenpräsident D.  Martin Niemöller: "Tempelreinigung", Predigt
       zum Reformationsfest  1961 am 5. November in der Katharinenkirche
       in Frankfurt.
       ...
       ...
       "Deutschland, aber  auch die  übrige Welt,  die Gefahr läuft, nur
       noch aus Robotern, Automaten und Plattenspielern zu bestehen, muß
       lernen, Nein zu sagen. Widerstandspflicht heißt nicht Pflicht zum
       Tyrannenmord, nicht Pflicht zu Aufständen und Gewalttaten... wohl
       aber besteht eine Pflicht zur Gehorsamsverweigerung, wenn Verbre-
       chen befohlen  werden oder  eine Verletzung der eigenen Menschen-
       würde oder  der  Menschenwürde  anderer  gefordert  wird."  Bauer
       verneint, daß  mit den  Widerstandshandlungen  abgewartet  werden
       muß, bis  der Rechtsstaat  in den Unrechtsstaat umgeschlagen ist.
       Er fordert  eine unerschrockene  öffentliche Meinung, politische,
       soziale und  kulturelle Kritik  und eine wache Opposition. Inner-
       halb dieser  Grenzen gilt auch das Recht der Beamten und Soldaten
       zum Ungehorsam.  "Viel, vielleicht  alles hängt  davon ab, daß es
       gelingt, in  Wort, Schrift und Tat dem falschen Gehorsam ein Ende
       zu bereiten,  der mißverstandenen  Loyalität, der politischen Ab-
       stinenz, dem  Byzantinismus, dem Untertanengeist, dem Hordentrieb
       und einer Staatsfrömmigkeit, die unsere Geschichte beherrscht ha-
       ben."
       ...
       ...
       Manfred Pahl-Rugenstein
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