Quelle: Blätter 1962 Heft 06 (Juni)


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       der aktuellen "Blätter"-CD, welche die  Beiträge ab 1990 enthält
       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Dr. Rudolf Hilf
       
       ENTSPANNUNG IN ZENTRALEUROPA
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       "Die Ohnmacht  äußert sich in einem einzigen Satz: Aufrechterhal-
       tung des Status quo." Karl Marx im Jahre 1853.
       ...
       ...
       "Ich glaube,  es gibt  vielleicht ein  Terrain, auf dem wir beide
       (Westen und Osten) zu einem Abkommen gelangen können, das die re-
       lative Position beider in jenem Teil Europas (Zentraleuropa) ach-
       tet..." Präsident  Kennedy in einem Interview mit dem Herausgeber
       von Harpers Magazine.
       ...
       Entspannungskonzepte
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       ...
       "Die Delegation  des Vereinigten Königreichs schlägt vor, daß als
       Mittel zur  Vermehrung des gegenseitigen Vertrauens in Europa die
       Schaffung eines  Systems einer gemeinsamen Inspektion der Streit-
       kräfte erwogen werden sollte, die sich jetzt in Europa gegenüber-
       stehen. In  zu spezifizierenden  Gebieten von vereinbartem Ausmaß
       auf jeder  Seite der  Linie, die jetzt Ost- und Westeuropa teilt,
       würden im  gegenseitigen Einverständnis  gemeinsame  Inspektions-
       Teams wirken.  Dieses Projekt  würde -  in beschränktem Ausmaße -
       Gelegenheit für  die praktische  Erprobung einer  internationalen
       Inspektion von  vorhandenen Streitkräften  bieten und  würde auch
       wertvolle Erfahrungen  und Lehren  für die  künftige Anwendung in
       einem weiterreichenden  Ausmaß ermöglichen.  Die Bereitschaft der
       vier Regierungen,  eine solche  Inspektion zu  akzeptieren, würde
       darüber hinaus  ihre Entschlossenheit demonstrieren, die interna-
       tionale Spannung in Europa zu vermindern"
       ...
       ...
       In der Konferenz-Direktive wird dann davon gesprochen, daß
       "die Außenminister  angewiesen sind, in dieser Richtung verschie-
       dene Vorschläge  zu prüfen,  einschließlich der folgenden Punkte:
       Sicherheitspakt für das gesamte Europa oder einen Teil Europas...
       Errichtung einer  Zone zwischen Ost und West, in der nur eine ge-
       genseitig zu vereinbarende Anzahl Streitkräfte stehen darf..."
       ...
       ...
       "Es ist  richtig, daß  die Bundesregierung dem Eden-Vorschlag ab-
       lehnend gegenüberstand.  Das zur  britischen Regierung bestehende
       Vertrauensverhältnis gestattete es ihr... die britische Regierung
       um Zurückstellung dieses Vorschlages zu bitten..."
       ...
       ...
       "In diesem  Zusammenhang waren  sie (die beiden Ministerpräsiden-
       ten) sich  einig, daß  es nützlich sein könnte, auch die Möglich-
       keiten zur  Erhöhung der Sicherheit zu prüfen, und zwar durch ir-
       gendwelche Methoden der Begrenzung sowohl der mit klassischen wie
       auch mit nuklearen Waffen ausgerüsteten Streitkräfte in einem be-
       stimmten Gebiet  Europas, parallel  mit der  Errichtung eines ge-
       eigneten Inspektionssystems."
       ...
       ...
       "Zwölf Jahre  lang verfolgte Adenauer eine Außenpolitik der engen
       Verbundenheit mit dem Westen und der Integration in ein vereintes
       Europa. Das war keine geringe Leistung für eine Nation, die immer
       in beide  Richtungen geblickt  hat und  zu  der  zwölf  Millionen
       Flüchtlinge aus  dem Osten gehören, die ihre Heimat nicht wieder-
       sehen  werden,  solange  Deutschland  mit  dem  Westen  verbunden
       bleibt."
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       Warum versagt sich die Bundesrepublik
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       jeder Entspannungsinitiative?
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       Der Zwang zur Entscheidung
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       "Washington wird jedoch versuchen, in allen künftigen Verhandlun-
       gen eine Formel zu entwickeln, die besagt, daß die Wiedervereini-
       gung ein langfristiges Ziel der amerikanischen Außenpolitik trotz
       allen Interimsabkommen  bleibt, die vielleicht abgeschlossen wer-
       den müssen."
       ...
       ...
       "Die deutsch-amerikanische  Vertrauenskrise hat  einen kritischen
       Punkt erreicht", aber "...eine feindselige Reaktion der Deutschen
       sei nicht  zu fürchten, da sie keinen anderen Weg als den mit dem
       Westen gehen könnten."
       ...
       ...
       "Die schwedische  Regierung ist  der Meinung, daß es einen bedeu-
       tenden Beitrag  zur Milderung der Spannungen bedeuten würde, wenn
       internationale Abkommen  über eine  ausgewogene und  schrittweise
       Abrüstung in bezug auf Kernwaffen als Teil der Bemühungen zur Er-
       reichung einer  allgemeinen Abrüstung  unter der notwendigen Kon-
       trolle abgeschlossen  werden könnten...  Ein solcher Schritt wäre
       die Schaffung von kernwaffenfreien Zonen dadurch, daß die betrof-
       fenen Länder  entsprechende Verpflichtungen übernehmen und Abkom-
       men untereinander  abschließen. Solche  Zonen könnten als Beitrag
       zu einer  politischen Entspannung  von großer Bedeutung sein, vor
       allem, wenn  es sich  um weite  benachbarte Gebiete  handelt  und
       Mächte einbegreift,  die über starke Militärkräfte verfügen, aber
       selbst keine  Kernwaffen besitzen.  Selbstverständlich müssen Ab-
       kommen über kernwaffenfreie Zonen... so konstruiert sein, daß sie
       keinem Staat  oder keiner Staatengruppe einen einseitigen militä-
       rischen Vorteil  bieten und  daß die militärische Balance dadurch
       erhalten bleibt...  Was die  schwedische Haltung angeht... möchte
       die schwedische  Regierung ihre  Bereitschaft ausdrücken,  Schwe-
       den... zum  Teil einer  kernwaffenfreien Zone  von größtmöglicher
       Ausdehnung in  Europa zu  machen, die  Staaten  in  Zentral-  und
       Nordeuropa umfaßt, welche keine eigenen Kernwaffen besitzen..."
       ...
       Ende der Zweideutigkeiten
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       ...
       "Wir stehen  am Beginn,  nicht am  Ende neuer  Umwälzungen, deren
       Tragweite niemand  abzuschätzen imstande  ist. Wir  stehen in der
       Dämmerung eines  neuen Morgens, in dem alle Umrisse ungewiß sind.
       Das ist  die Lage,  in der sich die Deutschen als Volk vorfinden,
       in dem schärfer noch als bei anderen alles fragwürdig und vorläu-
       fig bleibt  und dessen  Schicksal im  Werden nichts  abträglicher
       wäre, als  die gegenwärtigen  Regelungen und Ordnungsversuche als
       endgültig zu betrachten."
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