Quelle: Blätter 1962 Heft 09 (September)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Vikar Albrecht Bausch
       
       POLITISCHE PREDIGT IN DER EVANGELISCHEN KIRCHE (II) *)
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       II: Grundlegung
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       Zur Ehrenrettung des politischen Predigers Martin Luther
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       "Erstlich mögen  wir niemand  auf Erden  danken für solchen Unrat
       und Aufruhr,  denn euch  Fürsten und Herren... die ihr nicht mehr
       tut, denn  daß ihr  schindet und schatzt, eure Pracht und Hochmut
       zu führen,  bis der  arme gemeine  Mann nicht  mehr kann noch mag
       länger ertragen.  Das Schwert ist euch auf dem Halse. Noch meinet
       ihr, ihr  sitzet so  fest im  Sattel, man  werde euch nicht mögen
       ausheben. Solche  Sicherheit und  verstockte  Vermessenheit  wird
       euch den Hals brechen!"
       ...
       ...
       "Also -  weil sie  von der geistlichen Tyrannei los sind, und von
       derselben nicht  können gestraft werden, wollen sie nun vom Evan-
       gelium, das sie frei gemacht hat, auch los und ungestraft sein...
       da sind  sie fröhlich  worden, daß sie los und frei sind und sich
       das Spiel  gleich umkehret...  Jetzt will die Obrigkeit auch über
       Gott und  sein Wort sein und gebieten, was man predigen und glau-
       ben soll. Wiederum, straft man sie, so soll es Aufruhr heißen!"
       ...
       ...
       "Weil ihr aber eure Rechte selbst wollt verteidigen, mögt ihr tun
       und lassen, was euch Gott nicht wehret. Aber den christlichen Na-
       men, den  christlichen Namen,  sage ich,  den will ich euch nicht
       lassen noch gönnen, sondern euch abreißen, solange sich eine Ader
       regt in meinem Leibe."
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       Zur Definition politischer Predigt
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       "Wir in  Deutschland können als Prediger des Evangeliums den Mund
       überhaupt nicht auftun, ohne mit Politik in Berührung zu kommen!"
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       "So jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der
       ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht,
       wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht? Und dies Gebot haben
       wir von  ihm, daß,  wer Gott  liebt, das  der auch  seinen Bruder
       liebe" (1. Joh. 4, 20 u. 21).
       ...
       ...
       "Die Gemeinden kämpfen hartnäckig darum, daß ihnen der politische
       Raum als  geistlich neutraler, sturmfreier, von Gottes Wort unbe-
       helligter Raum gelassen wird; wenigstens soll es hier keine wirk-
       lich eigene  Schuld geben  (höchstens  Irrtum),  wenigstens  hier
       möchten sie anonym sein dürfen - anonym vor Gott - eingebettet in
       die Masse  der anderen...  Und deshalb muß es deutlich herauskom-
       men, daß  der Christ  s e l b e r  es ist, der politisch handelt,
       s e i n e   Hand, die  den Stimmzettel  ausfüllt,  s e i n  Mund,
       der Hurra  schreit,   s e i n   Sinn, der sich einlullen oder mi-
       treißen läßt"  - und  auch  s e i n e  Hand, die im Ernstfall tö-
       tet! (Zitat aus D. Schellong, "Zur politischen Predigt").
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       Fragenkreise der politischen Predigt heute
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       Das Kriterium politischer Predigt
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       Facit II
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