Quelle: Blätter 1962 Heft 11 (November)


       zurück       Anzeige mit ausgesterntem Text


       Aus Copyrightgründen kann DEA hier keine Volltextausgabe machen.
       ----------------------------------------------------------------
       Das vollständige Dokument finden Sie entweder auf der "Blätter"-
       DVD,  die mehr als 9000 Beiträge von 1956-1989  enthält oder auf
       der aktuellen "Blätter"-CD, welche die  Beiträge ab 1990 enthält
       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
       unter www.blaetter.de.
       
       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Rechtsanwalt Heinrich Hannover
       
       ZUM ENTWURF EINES "GESETZES ÜBER DEN ZIVILDIENST
       ================================================
       IM VERTEIDIGUNGSFALL"
       =====================
       Der wesentliche Inhalt des Gesetzentwurfs
       -----------------------------------------
       Beurteilung des Gesetzentwurfs
       ------------------------------
       ...
       "In einem  Verteidigungsfall und auch schon in Zeiten internatio-
       naler Spannungen,  die den  Verteidigungsfall alsbald  auszulösen
       drohen, muß gewährleistet sein, daß der Personalbedarf zur Erfül-
       lung der lebens- und verteidigungswichtigen Aufgaben gedeckt wer-
       den kann.  Während dieser Bedarf für die militärischen Dienstlei-
       stungen durch  das Wehrpflichtgesetz gedeckt wird, fehlt für alle
       zivilen Dienstleistungen  im öffentlichen  und  privaten  Bereich
       bisher eine gesetzliche Grundlage.
       Die Lücke soll die Einführung einer Zivildienstpflicht schließen.
       Das Zivildienstgesetz ist somit ein Gegenstück zum Wehrpflichtge-
       setz" (Drucksache IV/450 S. 17).
       ...
       ...
       "Die Bestimmungen  über Gegenstand und Umfang der Zivildienstlei-
       stungen wahren  die durch Art. 12 Abs. 2 Satz 1 des Grundgesetzes
       abgesteckten Grenzen,  wonach herkömmliche  allgemeine, für  alle
       gleiche öffentliche  Dienstleistungspflichten zulässig  sind. Als
       'öffentliche' Dienstleistungspflicht  ist auch  die Verpflichtung
       zu Zivildienstleistungen im Bereich der privaten Wirtschaft anzu-
       sehen, die  im öffentlichen  Interesse gefordert  werden. Bei der
       Beurteilung,  ob   die  Zivildienstpflicht  sich  im  Rahmen  der
       Herkömmlichkeit hält,  ist auf  die Staats- und Verwaltungspraxis
       in Deutschland  und den  Demokratien der freien Welt abzustellen.
       Auch eine organische Weiterentwicklung historischer Vorbilder zur
       Anpassung an  die Verhältnisse  der Gegenwart ist dem Gesetzgeber
       durch Art.  12 Abs.  2 Satz 1 GG nicht verwehrt. In diesem Zusam-
       menhang ist  das bereits  erwähnte geschichtliche Vorbild des Ge-
       setzes über  den vaterländischen Hilfsdienst vom 5. Dezember 1916
       von Bedeutung.  Dieses Gesetz  ging über den im vorliegenden Ent-
       wurf verfolgten  Grundsatz der Einzelheranziehung noch hinaus und
       unterstellte alle bei lebens- und verteidigungswichtigen Arbeiten
       Beschäftigten global der Verpflichtung zum Hilfsdienst. Die eben-
       falls schon  erwähnten Gesetze  und Verordnungen, die in der Zeit
       zwischen 1933  und 1945  öffentliche Dienstpflichten begründeten,
       können bei  der Prüfung der 'Herkömmlichkeit' insoweit herangezo-
       gen werden,  als vergleichbare  demokratische Staaten  zu  dieser
       Zeit ähnliche  Regelungen getroffen  haben. Ein  Vergleich bestä-
       tigt, daß eine Reihe solcher Staaten damals entsprechende Dienst-
       pflichten einführte."
       (Drucksache IV/450 S. 19.)
       ...
       ...
       "Im zweiten Weltkrieg gab es für die Sicherung des Bedarfs an zi-
       vilen Kräften  unterschiedliche Regelungen. Neben der Luftschutz-
       dienstpflicht nach  dem Luftschutzgesetz vom 26. Juni 1935 (RGBl.
       I S.  827) bestand  eine Notdienstpflicht zur Erfüllung hoheitli-
       cher Aufgaben  auf Grund  der Notdienstverordnung vom 15. Oktober
       1938 (RGBl. I S. 1441) und eine Dienstpflicht zur Erfüllung wirt-
       schaftlicher Aufgaben auf Grund der Verordnung zur Sicherstellung
       des Kräftebedarfs  für Aufgaben  von besonderer staatspolitischer
       Bedeutung (kurz  Dienstpflichtverordnung genannt) vom 13. Februar
       1939 (RGBl.  I S.  206)   D i e s e  A u f s p a l t u n g  d e r
       R e c h t s g r u n d l a g e n   h a t   b e i   d e r    v e r-
       w a l t u n g s m ä ß i g e n   D u r c h f ü h r u n g  u n a n-
       g e n e h m e   Ü b e r s c h n e i d u n g e n  z u r  F o l g e
       g e h a b t   u n d   e i n e   b e f r i e d i g e n d e    A b-
       s t i m m u n g   d e r   v e r s c h i e d e n e n    P e r s o-
       n a l a n f o r d e r u n g e n     e r s c h w e r t,    w e n n
       n i c h t  u n m ö g l i c h g e m a c h t".
       (Begründung des  Entwurfs der Bundesregierung, Drucksache IV/450,
       S. 17.)
       ...
       Möglichkeiten des Widerstandes
       ------------------------------
       

       zurück