Quelle: Blätter 1963 Heft 06 (Juni)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       ZUM PROBLEM "ATOMWAFFENFREIE ZONEN"
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       Für ein kernwaffenfreies Lateinamerika
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       Auf Initiative  des Präsidenten  von Mexico, Dr. Adolio López Ma-
       teos, haben am 29. April 1963 die Staatspräsidenten von Bolivien,
       Brasilien, Chile,  Ecuador und  Mexico die nachstehende Erklärung
       veröffentlicht, die  auch der  Genfer  Abrüstungskonferenz  über-
       reicht wurde:
       Die Präsidenten  der Republiken Bolivien, Brasilien, Chile, Ecua-
       dor und Mexiko,
       TIEF BESORGT über die augenblickliche Entwicklung der weltpoliti-
       schen Lage, welche die Verbreitung von Atomwaffen begünstigt,
       ÜBERZEUGT, daß  die lateinamerikanischen Staaten, auf Grund ihrer
       unveränderlichen friedliebenden  Haltung, mit  vereinten  Kräften
       dafür eintreten müssen, um aus Lateinamerika ein atomwaffenfreies
       Gebiet zu  machen, womit  sie auch dazu beitragen werden, die dem
       Weltfrieden drohenden Gefahren zu mildern,
       VON DEM WUNSCH BESEELT, ihren Ländern die tragischen Folgen eines
       Atomkrieges zu ersparen, und
       ERMUTIGT DURCH  DIE HOFFNUNG,  daß der  Abschluß eines regionalen
       lateinamerikanischen Vertrages zu dem Zustandekommen eines ähnli-
       chen, bindenden Vertrages auf weltweiter Ebene beitragen könnte,
       haben im  Namen ihrer  Völker und ihrer Regierungen folgendes be-
       schlossen:
       1. - Von vornherein  zu erklären,  daß  ihre  Regierungen  bereit
       sind, einen multilateralen lateinamerikanischen Vertrag zu unter-
       schreiben, in dem die unterzeichneten Länder übereinkommen, keine
       Atomwaffen herzustellen,  zu besitzen oder zu lagern, noch Versu-
       che mit Atomwaffen oder Atomwaffenträgern zu erlauben.
       2. - Diese Erklärung den Staatspräsidenten der restlichen latein-
       amerikanischen Republiken  bekanntzugeben, aus dem Wunsch heraus,
       daß deren  Regierungen der Erklärung in geeigneter Form beitreten
       mögen.
       3. - Sich gemeinsam und zusammen mit den anderen lateinamerikani-
       schen Republiken,  die der  vorliegenden Erklärung beitreten wol-
       len, darum  zu bemühen,  daß Lateinamerika sobald wie möglich als
       atomwaffenfreies Gebiet anerkannt wird.
       
       Am 2.  Mai 1963  hat Präsident  López Mateos ein Schreiben an die
       Staatsoberhäupter aller  lateinamerikanischer  Länder  gerichtet,
       die sich dieser Erklärung noch nicht angeschlossen haben, und sie
       freundschaftlich aufgefordert, diesem Abkommen beizutreten.
       
       Die Diskussion über den lateinamerikanischen Vorschlag in Genf
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       Als Ergänzung  zum Text  dieser bedeutenden Erklärung drucken wir
       nachstehend einen  Auszug aus  dem Bericht der Basler Nachrichten
       vom 8.  Mai 1963  aus Genf über eine entsprechende Diskussion auf
       der Abrüstungskonferenz ab. D. Red.
       
       In einer  langen Erklärung  begründete der  Vertreter Brasiliens,
       Josue de  Castro, diese  Initiative der fünf lateinamerikanischen
       Staaten, die  einem Vorschlag des mexikanischen Präsidenten López
       Mateos an den Präsidenten von Brasilien, Joao Goulart, entsprang.
       Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich andere lateinamerikanische
       Staaten den fünf anschließen würden und daß auf diesem freiwilli-
       gen Wege  die ganze  Welt "kernwaffenfrei" gemacht werden könnte.
       Für dieses Unternehmen plädierte dann auch der mexikanische Dele-
       gierte.
       Diese lateinamerikanische  Intitiative wurde  von allen Neutralen
       der Abrüstungskonferenz  (mit Ausnahme Ägyptens) mit einer wahren
       Begeisterung willkommen  geheißen.  Die  afrikanischen  Vertreter
       traten nun  auch wieder  für die Schaffung einer atomwaffenfreien
       Zone in  Afrika ein.  Der Moment dazu sei gekommen, da Frankreich
       daran denke, auf weitere Kernwaffenversuche in der Sahara zu ver-
       zichten. Was die kommunistischen Delegationen angeht, so erinner-
       ten sie  daran, daß die Sowjetunion immer für atomwaffenfreie Zo-
       nen eingetreten sei, insbesondere auch in Mitteleuropa...
       Der Vertreter der USA, Stelle, hielt sich aus begreiflichen Grün-
       den etwas zurück, denn Washington hat natürlich auf Lateinamerika
       Rücksicht zu  nehmen. Er erklärte, daß der Vorschlag der fünf la-
       teinamerikanischen Staaten  gründlich studiert  werden müsse,  so
       sympathisch er  auch sei.  Er erinnerte an einen ersten Kommentar
       des USA-Staatsdepartements,  wonach die Initiative ein "konkretes
       Anzeichen für  die Bemühung  ihrer Väter sei, die Verbreitung der
       Atomwaffen zu verhindern, was in diesem Zeitalter von vitaler Be-
       deutung bleibe". Aber die höfliche Reserve des amerikanischen Di-
       plomaten trat  deutlich in  der Bemerkung  zutage, daß  man gerne
       noch näheres  über den  Zweck und  die Gestaltung  einer  solchen
       atomwaffenfreien Zone in Lateinamerika erfahren möchte.
       Man befürchtet  eben in  Washington, daß die Flut der atomwaffen-
       freien Zonen und ihre Propagierung auch die Dämme in Mitteleuropa
       einreißen könnte...
       
       Außenminister Spaak gegen den deutsch-französischen Vertrag
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       und für eine atomwaffenfreie Zone in Europa
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       In einem  Interview, das  der belgische  Außenminister Paul-Henri
       Spaak der  sowjetischen Regierungszeitung  Iswestija gab  und von
       dieser am 16. Mai veröffentlicht wurde, heißt es u.a.:
       
       Ich verberge  nicht, daß der zwischen Paris und Bonn geschlossene
       Vertrag in vielen Ländern schlecht aufgenommen wurde. Dieser Ver-
       trag ist  mit den  Römer Verträgen über den Gemeinsamen Markt un-
       vereinbar... Ich  weiß, daß  die Sowjetunion die Abmachungen zwi-
       schen Paris und Bonn schlecht aufgenommen hat. Ich finde, daß sie
       auch vielen NATO-Ländern mißfallen. Sie befriedigen weder Italien
       noch Belgien  noch Holland. Wir sind der Meinung, daß dieser Ver-
       trag dem  Geist der  Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft  wider-
       spricht. Ich  gebe zu,  daß die  Unterzeichnung des Vertrages von
       Paris eine  schlechte Sache  ist. Dieser  Vertrag  stellt  keinen
       friedensfördernden Faktor  dar... Die Idee einer atomwaffenfreien
       Zone in  Europa oder,  wie  man  es  auch  bezeichnen  kann,  der
       'atomaren Verdünnung'  in Europa  hat in den letzten Jahren große
       Bedeutung gewonnen.  Die Verwirklichung  dieser Idee  würde  sich
       auch auf die deutsche Friedensregelung günstig auswirken. Die Lö-
       sung dieser  Frage würde ihrerseits die Regelung anderer interna-
       tionaler Probleme erleichtern. Daher sage ich, daß der Plan einer
       kernwaffenfreien Zone ein nützlicher Plan ist.
       
       Der Vorschlag der Sowjetunion für eine atomwaffenfreie Zone
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       im Mittelmeerraum
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       Die Regierung  der UdSSR hat am 20. Mai in Noten an die Regierun-
       gen der  Westmächte und  der Anliegerstaaten des Mittelmeeres die
       Schaffung einer  atomwaffenfreien Zone  im Mittelmeer vorgeschla-
       gen. In  der der amerikanischen Regierung überreichten Note heißt
       es dazu:
       
       Im Interesse der internationalen Sicherheit schlägt die Sowjetre-
       gierung vor,  den ganzen Mittelmeerraum zu einer atomwaffenfreien
       Zone zu  erklären. Sie  ist bereit, die Verpflichtung einzugehen,
       in den  Gewässern dieses Meeres keine Kernwaffen und keine Mittel
       für die Zielbeförderung derselben zu stationieren, vorausgesetzt,
       daß andere  Mächte ähnliche  Verpflichtungen  übernehmen.  Sollte
       dieser Raum zu einer atomwaffenfreien Zone erklärt werden, so ist
       die Sowjetunion  bereit, zusammen mit den USA und anderen Ländern
       des Westens  zuverlässige Garantien  dessen zu  gewähren, daß der
       Mittelmerraum im Falle irgendwelcher militärischer Komplikationen
       als außerhalb  des Einsatzbereichs thermonuklearer Waffen befind-
       lich betrachtet wird.
       Die Verwirklichung  dieser Vorschläge  würde das Einvernehmen und
       die Freundschaft  in den  Beziehungen zwischen den Mittelmeerlän-
       dern fördern  und die  Staaten des  Mittelmeerbeckens in die Lage
       bringen, mehr  Kräfte und Mittel für die Lösung ihrer wirtschaft-
       lichen und  sozialen Probleme  aufzuwenden. Gleichzeitig  wäre es
       ein bedeutender  Beitrag zur Minderung der gesamten internationa-
       len Spannung und zur Sicherung des Friedens in Europa, Afrika und
       in der ganzen Welt.
       
       Nobelpreisträger fordern die Schaffung atomwaffenfreier Zonen
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       unter Aufsicht der UN
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       Einen Appell  an  die  Nationen  des  Nordatlantischen  Vertrages
       (NATO), deren Vertreter in Ottawa zusammentreffen, "alle Schritte
       in Richtung  einer Erweiterung des Besitzes und der Kontrolle von
       Atomwaffen durch  zusätzliche Nationen zu verhindern", ist von 55
       Gelehrten aus elf Nationen unterzeichnet worden.
       Die Unterzeichner, unter ihnen fünf Nobelpreisträger, warnten vor
       den schweren  Gefahren, die entstehen würden durch eine "Erhöhung
       der Zahl der Nationen mit einem Finger am thermonuklearen Abzug".
       Die Erklärung verlangt die Schaffung atomwaffenfreier Zonen unter
       Aufsicht der Vereinten Nationen und erhöhte Abrüstungs-Bemühungen
       auf der  Genfer Konferenz.  - Drei der Nobelpreisträger unter den
       Unterzeichnern leben  in den Vereinigten Staaten. Es sind Dr. Li-
       nus Pauling, Chemiker, Dr. Albert Szent-Gyorgyi und Dr. Edward L.
       Tatum, beide  Biochemiker. Die  anderen beiden sind Dr. Max Born,
       Deutschland, und Dr. Hideki Yukawa, Japan, Physiker.
       New York Times v. 22.V.63
       
       Afrika und die allgemeine Abrüstung -
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       Entschließung der Konferenz in Addis Abeba
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       Die Gipfelkonferenz der unabhängigen Staaten Afrikas und Madagas-
       kars *),  die vom 22. bis 25. Mai 1963 in Addis Abeba, Äthiopien,
       zusammengetreten ist,
       - nach Erwägung  aller Aspekte der Probleme einer allgemeinen Ab-
       rüstung;
       - einmütig überzeugt  von der  dringenden Notwendigkeit, ihre Be-
       mühungen zu vereinen und zu verstärken, um zur Ausarbeitung eines
       realistischen, von  allen Staaten  unterzeichneten Abrüstungspro-
       gramms, eines  Vertrages über  allgemeine und  vollständige Abrü-
       stung unter strenger und wirksamer internationaler Kontrolle bei-
       zutragen;
       - hat einstimmig  beschlossen, sich  über die gemeinsamen Bestre-
       bungen auf verschiedenen Gebieten zu verständigen, ihre Unterneh-
       mungen zu koordinieren und befürwortet aus diesem Grunde:
       1. Afrika als kernwaffenfreie Zone anzusehen und zu respektieren,
       nukleare und  thermonukleare Tests  zu verbieten, die Kernenergie
       friedlich zu nutzen und die Herstellung atomarer Waffen zu unter-
       binden;
       2. die vorhandenen Kernwaffen zu zerstören;
       3. militärische Stützpunkte in Afrika zu beseitigen und afrikani-
       sche Staaten  aus militärischen  Verträgen mit fremden Mächten zu
       lösen
       4. an die Großmächte zu appellieren:
       (1) die konventionellen Waffen zu vermindern,
       (2) das Wettrüsten zu beenden und
       (3) einen Vertrag  über allgemeine und vollständige Abrüstung un-
       ter strenger und wirksamer Kontrolle zu unterzeichnen;
       5. an die Großmächte, insbesondere die Sowjetunion und die Verei-
       nigten Staaten von Amerika zu appellieren, der Verwirklichung der
       oben dargelegten  Ziele jede nur mögliche Unterstützung zu gewäh-
       ren;
       6. die Verpflichtung, auf dem Verhandlungswege die Beendigung mi-
       litärischer Okkupation  auf dem afrikanischen Kontinent sowie die
       Eliminierung von  Militärbasen und  Kernwaffenversuchen herbeizu-
       führen, was einen wichtigen Bestandteil afrikanischer Unabhängig-
       keit und Einheit darstellen würde.
       Resolutions of  the Summit Conference of Independent African Sta-
       tes, Addis Abeba, May 1963
       
       _____
       *) Den Text der auf der gleichen Konferenz gebilligten und von 31
       Staats- und Regierungschefs unterzeichneten "Charta der afrikani-
       schen Einheit" wird im Juli-Heft der "Blätter" erscheinen.
       
       Erklärung des finnischen Staatspräsidenten Urho Kekkonen
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       zur Errichtung von kernwaffenfreien Zonen vor der Paasikivi-
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       Gesellschaft am 28. Mai 1963
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       Im Jahre  1963 haben kleine Staaten nur wenig Macht, den Kurs der
       internationalen Ereignisse  zu beeinflussen.  Die Großmächte,  im
       Besitz der  Mittel zur  Zerstörung der Welt, tragen die Hauptver-
       antwortung für  die Erhaltung des Friedens. Die kleineren Staaten
       können und  müssen sie  ständig an  diese Verantwortung erinnern.
       Aber sie  können noch mehr tun und in ihrem eigenen Verhalten al-
       les unterlassen, was geeignet ist, die Spannungen zu verschärfen.
       Von dieser  Überlegung ausgehend unterbreitete der frühere schwe-
       dische Außenminister Oesten Undèn im Herbst 1961 seine Vorschläge
       für einen  "Klub der kernwaffenfreien Staaten", dessen Mitglieder
       untereinander vereinbaren  sollten, Atomwaffen  weder für sich zu
       erwerben, noch  im Auftrage  anderer Mächte auf ihren Territorien
       zu lagern.  Die Einrichtung  solcher kernwaffenfreier Zonen würde
       die Ausbreitung  nuklearer Waffen verhindern und damit die Gefahr
       eines nuklearen Krieges vermindern.
       Es wurde zunächst angenommen, daß ein Vertrag über das Verbot von
       Kernwaffenversuchen einer  Verwirklichung des Undèn-Planes voran-
       gehen müsse  und aus diesem Grunde ist der Plan bis jetzt im Hin-
       tergrund geblieben.  Aber als  sich die  Verhandlungen  über  ein
       Testverbot verzögerten,  gewann der Undèn-Plan größere Bedeutung.
       Ich habe  bemerkt, daß z.B. der Generalsekretär der Vereinten Na-
       tionen, U Thant, kürzlich die Errichtung von atomwaffenfreien Zo-
       nen befürwortet  hat ohne Rücksicht darauf, ob ein Testverbot er-
       reicht worden  ist. Ich glaube, diesem Gedanken sollte man Beach-
       tung schenken.  Wenn die  Verbreitung atomarer Waffen gegenwärtig
       nicht durch  einen Vertrag  über ein  Testverbot aufzuhalten ist,
       sollten alle  anderen möglichen  Wege zu diesem Ziel erwogen wer-
       den. Die Umfrage des Generalsekretärs aus dem Jahre 1962 über die
       Haltung der  UN-Mitgliedstaaten zum  Undèn-Plan zeigte,  daß  die
       große Mehrheit  der Regierungen  in der  Ansicht  übereinstimmte,
       eine weitere Verbreitung nuklearer Waffen zu verhindern. Kürzlich
       eingetretene Entwicklungen,  so die  Weltkrise des  letzten Herb-
       stes, zeigten  noch deutlicher,  daß jeder  Schritt, der geeignet
       scheint, atomare  Waffen in bisher kernwaffenfreie Gebiete einzu-
       führen oder  in die Hände von Staaten zu bringen, die solche Waf-
       fen vorher  nicht besessen  haben, eine akute Spannung und Unruhe
       erzeugt. Deshalb  sollte jeder Vorschlag, der sich gegen die Aus-
       breitung nuklearer  Waffen richtet, ernsthaft geprüft werden, und
       zwar unabhängig von seiner Herkunft.
       Es wäre denkbar, daß alle die Staaten, die nicht im Besitz atoma-
       rer Waffen  sind, am  besten vielleicht auf regionaler Basis, ge-
       genseitige Verpflichtungen  über das  Verbot der  Herstellung und
       des Erwerbs  von Kernwaffen  oder deren  Träger eingehen  und für
       diese Vereinbarungen  internationale Anerkennung erwirken. Gerade
       die Mitgliedstaaten  einer militärischen Allianz müßten sich mei-
       ner Meinung  nach an kollektiven Unternehmungen dieser Art betei-
       ligen und, theoretisch gesehen, würden schließlich nur die heuti-
       gen Atommächte außerhalb des Systems kernwaffenfreier Zonen blei-
       ben. Ein guter Anfang war die gemeinsame Erklärung vom 29. April,
       in der  die Präsidenten  Boliviens, Brasiliens,  Chiles, Equadors
       und Mexikos  ihre Absicht  verkünden, einen  Vertrag über die Er-
       richtung einer  kernwaffenfreien Zone in ganz Lateinamerika anzu-
       streben und  für diesen Vertrag internationale Anerkennung zu su-
       chen.
       Während ich  den Undèn-Plan in diesem neuen Licht prüfe, habe ich
       natürlich die  Position Finnlands im Sinn. Unsere eigene Stellung
       ist klar  und wurde  in der  finnischen Antwort  auf die oben er-
       wähnte Umfrage  des Generalsekretärs  dargelegt.  Wir  haben  uns
       schon in  unserem Friedensvertrag  verpflichtet, keine Kernwaffen
       zu erwerben  oder herzustellen. Aus unserer Politik der Neutrali-
       tät ergibt sich, daß wir auch die Lagerung solcher Waffen im Auf-
       trage anderer Mächte auf unserem Territorium ablehnen.
       Die Sicherheit  Finnlands ist eng verbunden mit der Situation des
       ganzen Nordens.  Aus historischen  und geographischen Gründen be-
       schritten die  skandinavischen Staaten  verschiedene Wege auf der
       Suche nach  Sicherheit: Finnland und Schweden haben die Neutrali-
       tät gewählt,  Dänemark und  Norwegen die  Mitgliedschaft  in  der
       NATO. Keines  dieser Länder  hat bisher versucht, nukleare Waffen
       für sich  zu erwerben  und keines wünscht, auf seinem Territorium
       Kernwaffen stationiert  zu sehen,  die fremden  Mächten  gehören.
       Deshalb bilden  die skandinavischen  Staaten schon heute de facto
       eine kernwaffenfreie Zone, die sich jedoch bisher nur auf einsei-
       tig abgegebene  Erklärungen der  einzelnen Länder stützt. Die Be-
       stätigung gegenwärtig  gültiger  Tatsachen  durch  wechselseitige
       Vereinbarungen in der im Undèn-Plan vorgesehenen Form würde keine
       Änderung der  von den  skandinavischen Ländern verfolgten Politik
       erfordern und  deren Sicherheit  nicht schwächen. Eine solche Be-
       stätigung würde auch das gegenwärtige Gleichgewicht der Kräfte in
       der Welt unberührt lassen und könnte deshalb den Interessen einer
       außenstehenden Macht  nicht schaden.  Aber ich bin überzeugt, daß
       die Ausrufung  einer kernwaffenfreien  Zone durch die skandinavi-
       schen Länder  eine bedeutende  Stärkung ihrer  Position mit  sich
       brächte. Damit  wäre eine eindeutige Absage an alle Spekulationen
       erteilt, die sich aus der Entwicklung der nuklearen Strategie er-
       geben und  gesichert, daß dieses Gebiet außerhalb internationaler
       Spannungen verbleibt.
       Statement by the President of the Republic of Finland Urho Kekko-
       nen at  the Meeting  of the  Paasikivi Society, Helsinki, 28. Mai
       1963.
       
       Amerikanische Wissenschaftler fordern Abkommen über Einstellung
       ---------------------------------------------------------------
       der Kernwaffenversuche
       ----------------------
       
       Angesehene amerikanische Wissenschaftler, darunter mehrere Nobel-
       preisträger, haben im Mai mit der folgenden Erklärung zum Problem
       eines Vertrages  über  die  Einstellung  der  Kernwaffen-Versuche
       Stellung genommen. D. Red.
       
       Im Hinblick  auf die  neue Kontroverse über die Wünschbarkeit des
       Abschlusses eines Vertrages mit der Sowjetunion über die Einstel-
       lung der  Kernwaffen-Versuche wünschen wir die folgende Erklärung
       abzugeben, in  Unterstützung der Anstrengungen der amerikanischen
       Regierung, sobald  wie möglich  zu Vereinbarungen über einen sol-
       chen Vertrag zu gelangen.
       Der Hauptgrund  für unsere  Unterstützung liegt  in der Tatsache,
       daß ein  solcher Vertrag  im höchsten  Interesse der  Vereinigten
       Staaten und des Weltfriedens ist. Ein Vertrag würde die Geschwin-
       digkeit des gegenwärtigen Wettrüstens vermindern, die Ausbreitung
       von Nuklearwaffen auf nicht-nukleare Mächte verhindern, die Wahr-
       scheinlichkeit eines nuklearen Krieges verringern und die Ausdeh-
       nung der  Gefahren der  radio-aktiven Verseuchung  verhüten.  Wir
       rühmen deshalb  den Präsidenten der Vereinigten Staaten für seine
       aufrichtigen Versuche,  eine brauchbare  Übereinkunft mit der So-
       wjetunion über  ein Versuchsverbot  zu  erlangen,  und  empfehlen
       dringend, daß  die Mitglieder  des amerikanischen  Kongresses und
       der Öffentlichkeit  sich mit  der Frage  eines Vertrages über das
       Verbot von  Kernwaffenversuchen im Lichte wissenschaftlicher Tat-
       sachen und  vernünftiger Argumente  statt unter parteipolitischen
       Gesichtspunkten beschäftigen.
       Unglücklicherweise ist  die öffentliche  Debatte über diese Sache
       in den  letzten Wochen durch einige Mitglieder des Kongresses und
       durch Persönlichkeiten  des öffentlichen  Lebens verwirrt worden,
       die einen Versuchsverbots-Vertrag angriffen durch die Verbreitung
       eines völlig falschen Bildes der Situation. Sie sind offenbar von
       der unsinnigen Annahme ausgegangen, daß die Sicherheit der Verei-
       nigten Staaten  am besten aufrechterhalten werden kann durch eine
       unbegrenzte Entwicklung  unserer atomaren  Waffen-Kapazität  ohne
       Rücksicht darauf,  was die  anderen Nationen  in dieser  Hinsicht
       tun. Die  Angreifer haben  versäumt, die  unbestreitbare Tatsache
       anzuerkennen, daß,  nachdem die  Vernichtungs-Kapazitäten der So-
       wjetunion und  der Vereinigten Staaten ihre gegenwärtige Höhe er-
       reicht haben  und Raketenbasen  errichtet worden  sind, die einen
       erfolgreichen Überraschungsangriff  für beide Teile unmöglich ma-
       chen, eine Zunahme der nuklearen Kapazität auf der einen oder der
       anderen Seite  das Gleichgewicht der Abschreckung nicht zu beein-
       trächtigen vermag.
       
       Die Abschreckung bleibt
       -----------------------
       
       Obwohl wir  wahrscheinlich eine 3- bis 8mal so große Kapazität an
       interkontinentalen Nuklear-Waffen  besitzen wie  die Sowjetunion,
       würden wir  doch nur eine geringe Chance haben, einem unglaublich
       zerstörerischen Vergeltungsschlag zu entgehen, wenn wir mit unse-
       rer strategischen  Streitmacht als  erste losschlagen  würden. Da
       das kleinere sowjetischen Potential ausreicht, uns vor einem ato-
       maren Angriff auf die Sowjetunion abzuschrecken, würde uns selbst
       bei einer  beträchtlichen Minderung  unseres Potentials noch mehr
       als genug Potential verbleiben, um die Sowjets von einem atomaren
       Angriff auf uns abzuhalten.
       Die Gegner  des Vertrages  über ein  Versuchs-Verbot gründen ihre
       Argumentation auch auf die unsinnige Voraussetzung, jeder Versuch
       unsererseits, mit der Sowjetunion zu verhandeln, bedeute, daß wir
       eine weiche  politische Linie einschlagen und gefährliche Konzes-
       sionen machen.  Die Vertrags-Gegner  betrachten deshalb jede Ver-
       minderung der  Zahl der  Inspektionen an Ort und Stelle durch die
       Vereinigten Staaten  einfach als ein Zeichen der Schwäche und der
       Nachgiebigkeit zugunsten der Sowjetunion, statt als ein realisti-
       sches Verhandeln  zum Zwecke  der Erhöhung der nationalen Sicher-
       heit. Tatsächlich ist während der Periode seit Beginn der Diskus-
       sion über  einen Versuchsstop  1958 die Überwachungstechnik rapid
       verbessert worden, und es kann erwartet werden, daß sie noch wei-
       ter verbessert wird. Es ist nun möglich, viele der Explosionen in
       einem gegebenen  Lande durch  Stationen außerhalb  dieses  Landes
       festzustellen, und  die Zahl  der Inspektionen an Ort und Stelle,
       die nötig  sind zur  Feststellung des  Unterschiedes von Erdbeben
       und Explosionen,  hat sich  erheblich vermindert.  Untersuchungen
       haben auch  gezeigt, daß es in der Sowjetunion wesentlich weniger
       Erdbeben gibt  als früher  angenommen, so  daß sich auch die Mög-
       lichkeit einer Verwechslung mit Nuklear-Tests vermindert.
       Die Strategie der Gegner eines solchen Vertrages ist es auch, die
       Risiken geheimer  Atomversuche zu übertreiben und die Risiken ei-
       ner Fortsetzung  des atomaren  Wettlaufs zu  untertreiben. Zu den
       flagrantesten Entstellungen der Tatsachen, die sie publiziert ha-
       ben in  dieser Sache, gehören die jüngsten Erklärungen Dr. Edward
       Tellers, daß ein Übereinkommen über eine Einstellung der Versuche
       "praktisch nicht  überprüfbar"  sei  und  "die  russischen  Fort-
       schritte nicht beeinträchtigen würde", sowie die Behauptung Sena-
       tors Dodds, daß die Versuchsstop-Politik der Eisenhower- und Ken-
       nedy-Administration "uns schon unsere nukleare Überlegenheit über
       die Sowjets gekostet" hat.
       
       Entstellung der Tatsachen
       -------------------------
       
       Mit dieser  Behauptung entstellt  Senator Dodd  völlig die Tatsa-
       chen, wie sie von den verantwortlichen Beamten des Verteidigungs-
       ministeriums dargestellt  werden. Wenn  die Sowjets  mehr als wir
       gelernt haben  in der  Test-Serie 1961/62 und die Lücken zwischen
       uns und ihnen verringert haben, so darum, weil sie mehr zu lernen
       hatten. Es  spricht alles dafür, daß sie die Lücke noch schneller
       verringert hätten, hätte es nicht ein Moratorium gegeben und hät-
       ten beide  Seiten ihre Tests nach 1958 fortgesetzt. Umgekehrt wä-
       ren wir  in der  Lage gewesen, 1959 einen Versuchsverbots-Vertrag
       abzuschließen, dann  hätten die  russischen Tests  1961/62  nicht
       stattgefunden, und wir würden noch unsere große Überlegenheit auf
       dem Gebiet der Kernwaffentechnik besitzen. Unter keinen Umständen
       hätten diese Tests heimlich unterirdisch durchgeführt werden kön-
       nen.
       Die unmittelbaren  Vorteile eines  Versuchsverbots-Vertrages  für
       die Vereinigten Staaten sind die folgenden:
       1. Zuverlässige Sicherheit, daß keine Versuche in der Atmosphäre,
       auf die es am meisten ankommt, stattfinden.
       2. Ein hinlängliches  Maß an  Sicherheit, daß unterirdische Tests
       mit kleinen Atomwaffen nicht stattfinden.
       Welche Sicherheit haben wir, daß im Falle des Zustandekommens ei-
       nes solchen  Vertrages die  Sowjets nicht  geheime  unterirdische
       Versuche durchführen  würden? Wenn  auch ein kleiner Test dadurch
       verheimlicht werden könnte, daß er mit einem Erdbeben verwechselt
       würde, sofern  er in einer Gegend mit heftigen Erdbeben stattfin-
       det, wäre  es nahezu  unmöglich, eine bedeutende Versuchsserie zu
       verheimlichen.
       
       Das Risiko wird betont
       ----------------------
       
       Es ist höchst unwahrscheinlich, daß die Sowjets willens sein wür-
       den, das  Risiko eines Vertragsbruches einzugehen, um der gering-
       fügigen Vorteile  willen, die sie bei Versuchen erreichen würden,
       die klein  genug wären,  um der  Entdeckung zu  entgehen. Es  ist
       wichtig, daran zu erinnern, daß amerikanische Atomwaffen-Experten
       auf den  geringen Wert  unterirdischer Versuche  für militärische
       Zwecke hinwiesen,  als 1961  unsere Versuche zeitweise beschränkt
       waren auf  unterirdische Explosionen.  Wir haben  zusätzliche Si-
       cherheit in  der Tatsache,  daß die Sowjetunion drei Inspektionen
       an Ort und Stelle zugestimmt hat, sollten durch das Überwachungs-
       system der  USA und Großbritanniens verdächtige Anzeichen für un-
       terirdische Versuche  entdeckt werden;  und daß  sie bereit  ist,
       eine Anzahl  automatischer seismischer Stationen auf sowjetischem
       Gebiet zu erlauben.
       Die Sowjetunion überraschte uns durch den Beginn großer atmosphä-
       rischer Versuche  1961, als  wir dachten, sie würden die Verhand-
       lungen für  einen Versuchsverbot-Vertrag  fortsetzen. Die  Gegner
       eines heutigen  Vertrages behaupten  nun, dies  bedeute, die  So-
       wjetunion hätten  1961 ein Übereinkommen über die Einstellung von
       Kernwaffenversuchen gebrochen.  Auf dieser  Grundlage warnen  sie
       davor, in  ein neues  Übereinkommen einzutreten.  Es wird  so oft
       vergessen, daß  es 1961  kein Übereinkommen  über Einstellung der
       Versuche gab (noch weniger einen Vertrag!). Und daß Präsident Ei-
       senhower am 29. Dezember 1959 das einjährige inoffizielle Morato-
       rium beendete  durch die Erklärung: "Das freiwillige Versuchs-Mo-
       ratorium läuft  ab am  31.12." Wenn  auch die Sowjetunion und die
       meisten anderen  Nationen Verträge  gebrochen haben, so würde ein
       Versuchsverbots-Vertrag sehr  verschieden sein  von einer  bloßen
       Einstellung der  Versuche, vor allem wenn sich ihm eine wachsende
       Zahl von  Nationen anschließt,  weil es  nämlich im Interesse der
       USA und  der Sowjetunion liegen würde, ihn einzuhalten. Um sicher
       zu gehen,  könnten wir  unsere Entwicklungen  und  Vorbereitungen
       fortsetzen, soweit  das ohne  Versuche möglich ist. Und es sollte
       kein Zweifel gelassen werden daran, daß Amerika die Versuche wie-
       der aufnehmen würde, falls die Sowjetunion den Vertrag durch eine
       Wiederaufnahme von Versuchen in der Atmosphäre brechen würde. So-
       gar wenn  der Vertrag  nach einer  gewissen Zeit gekündigt werden
       sollte, oder wenn es wegen der Widerspenstigkeit Frankreichs oder
       Chinas nicht zu einer Einstellung der Versuche in
       der ganzen  Welt kommen  sollte, so würde es unsere nukleare Ent-
       wicklung nicht mehr beeinträchtigt haben als die der Sowjetunion.
       Der Vertrag  würde also  auch das gemeinsame Interesse der Verei-
       nigten Staaten  und der  Sowjetunion an  der  Verhinderung  eines
       Atomkrieges betonen.
       Zusammenfassend: Ein Vertrag über das Verbot von Kernwaffenversu-
       chen, wie  er vorgeschlagen wird, wird Versuche in der Atmosphäre
       während seiner  Gültigkeit unterbinden.  In bezug auf sehr kleine
       Versuche (1/10 000  der Größe  der H-Bombe) würde er eine gewisse
       Unsicherheit lassen,  aber es  kann vernünftigerweise  angenommen
       werden, daß  er die  Sowjets auch  von kleineren Betrugsversuchen
       abhalten dürfte:  a) weil  diese ihnen  relativ wenig  einbringen
       würden, b)  weil das  Risiko der Entdeckung bestehen würde und c)
       weil gute  Gründe für die Sowjetunion bestehen, ein Funktionieren
       des Vertrages zu wünschen.
       Sorgfältige Studien der führenden Experten in den USA und der Be-
       rater des  Präsidenten in  Fragen der nationalen Sicherheit, ein-
       schließlich derjenigen  im Verteidigungsministerium,  haben erge-
       ben, daß  das Risiko einer Fortsetzung des Wettrüstens ohne einen
       Versuchsverbots-Vertrag wesentlich größer ist als das Risiko, daß
       ein solcher Vertrag durch Geheimversuche verletzt worden ist. Wir
       unterstützen den  Präsidenten in dieser Schlußfolgerung und glau-
       ben, daß  wenn die  Mitglieder des Kongresses und die Bevölkerung
       der Vereinigten Staaten sich der Realitäten unserer gegenwärtigen
       Situation und  der Tatsache in der Frage des Versuchsverbotes be-
       wußt sind,  daß auch  sie dann den Präsidenten in seinen Anstren-
       gungen unterstützen werden, eine Antwort zu finden auf die größte
       Frage, der sich die Welt heute gegenübersieht, der Frage nach dem
       Überleben.
       
       Unterzeichner:
       Dr. Bernard Feld
       Department of Physics, MIT
       
       Dr. David Inglis
       Argonne National Laboratories
       Argonne, 111
       
       Dr. James Watson
       Department of Biology
       Harvard University
       
       Dr. Bruno Rossi
       Laboratory for Nuclear Science, MIT
       
       D. Donald Glaser
       Department of PhysicsUniversity of California
       
       Dr. Hans Bethe
       Department of Physics
       
       Dr. Freeman Dyson
       Institute of Advanced Studies
       Princeton University
       
       Dr. Francis Low
       Department of Physics, MIT
       
       Dr. K.T. Bainbridge
       Department of Physics
       Harvard University
       
       Mitunterzeichner:
       
       Robert S. Cohen
       Department of Physics
       Boston University
       
       Bernard D. Davis
       Department of Bacteriology
       Harvard University
       
       Jay L. Doob
       Department of Mathematics
       University of Illinois
       
       Hudson Hoagland, Director
       Worcester Foundation for
       Experimental Biology
       
       Gerald Holton
       Department of Physics
       Harvard University
       
       Richard K. Lashof
       Department of Mathematics
       University of Chicago
       
       Salvador E. Luria
       Department of Biology, MIT
       
       Matthew Meselson
       Department of Biology
       Harvard University
       
       Philip Morrison
       Department of Physics
       Cornell University
       
       Philipp Morse
       Department of Physics, MIT
       
       Jay Orear
       Department of Physics
       Cornell University
       
       Eugene Rabinowitsch
       Department of Bio-Chemistry
       University of Illinois
       
       Edwin E. Salpeter
       Department of Physics
       Cornell University
       
       Matthew Sands
       Department of Physics
       California Institute of Technology
       
       W.M. Stanley
       Virus Laboratory
       University of California
       
       Robert Szent-Gyorgyi
       Institute of Muscle Research
       (Nobelpreisträger)
       
       George Wald
       Department of Biology
       Harvard University
       
       Robert R. Wilson
       Laboratory of Nuclear Studies
       Cornell University
       

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