Quelle: Blätter 1963 Heft 07 (Juli)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       ERKLÄRUNG DER ARBEITSGEMEINSCHAFT DEUTSCHER FRIEDENSVERBÄNDE ZUR
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       DIENSTVERPFLICHTUNG VON FRAUEN IM VERBAND DER STREITKRÄFTE:
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       In der  vom Bundesverteidigungsminister von Hassel geäußerten Ab-
       sicht, im Rahmen eines Zivildienstgesetzes eine Dienstpflicht für
       Frauen im  Verband der  Streitkräfte einzuführen,  sieht die  Ar-
       beitsgemeinschaft Deutscher Friedensverbände ein weiteres und be-
       sonders ernstes  Zeichen der  totalen Ausrichtung  des  deutschen
       Volkes auf  den Kriegsfall. Eine solche Maßnahme würde eine Ände-
       rung des  Grundgesetzes verlangen,  das in  Artikel 12  eine Ver-
       pflichtung von  Frauen im Verband der Streitkräfte verbietet. Da-
       mit wäre  ein weiterer  Schritt getan zu dem Abbau der demokrati-
       schen Grundrechte  und in  eine totale  Militarisierung, die  mit
       dazu beiträgt,  die Kriegsgefahr  zu erhöhen.  Die ADF bittet die
       Abgeordneten des Bundestages, sich dieser Dienstverpflichtung von
       Frauen zu widersetzen.
       
       Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Friedensverbände
       gez. Oberkirchenrat Kloppenburg
       für den Internationalen Versöhnungsbund
       gez. Dr. Walther Lidl
       für die Internationale der Kriegsdienstgegner
       gez. Dr. Gerhard Schmidt
       für die Deutsche Friedensgesellschaft
       gez. Frau Christel Küpper
       für die Weltorganisation der Mütter aller Nationen
       gez Herbert Stubenrauch
       für den Verband der Kriegsdienstverweigerer
       
       Mit der Federführung beauftragt:
       gez Christel Küpper
       
       München, den 5.6.1963
       

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