Quelle: Blätter 1963 Heft 08 (August)


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       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Pfarrer Herbert Günneberg
       
       WEHRDIENSTVERWEIGERUNG AUS GEWISSENSGRÜNDEN
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       ...
       Pfarrer Günneberg  - der  besonders beim diesjährigen Ostermarsch
       der Atomwaffengegner hervorgetreten ist - hat uns den Text seiner
       Ansprache vor  der Evangelischen Studentengemeinde Marburg am 30.
       Juni 1963 zum Abdruck zur Verfügung gestellt. D. Red.
       ...
       ...
       "Niemand darf  gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe
       gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz."
       ...
       ...
       "Sie warnt  jeden einzelnen,  in dieser  Sache durch Beteiligung,
       Verharmlosung oder  Gleichgültigkeit vor Gott und an den Menschen
       schuldig zu werden."
       ...
       ...
       "Der Krieg  ist ein  Verbrechen an  der Menschheit. Ich bin daher
       entschlossen, keine Art von Krieg, weder direkt noch indirekt, zu
       unterstützen und an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitzuar-
       beiten."
       ...
       ...
       "Wenn es  auch kaum  glaublich ist,  daß es Menschen gibt, die es
       wagen möchten, die Verantwortung für die Vernichtung und das Leid
       auf sich  zu nehmen,  die ein  Krieg im  Gefolge hat, so kann man
       doch nicht  leugnen, daß  unversehens und  unerwartet ein Kriegs-
       brand entstehen kann."
       ...
       ...
       "Die Atomwaffen"  - der  Koreakrieg war  ohne Atomwaffen - "haben
       das  bisherige   Kriegsbild  bis  zur  Unkenntlichkeit  zerstört,
       denn... die  Wirkung der Atomwaffen gegen Ziele, die im allgemei-
       nen von Zivilisten belebt sind, ist fürchterlich, gegen bestimmte
       militärische Ziele dagegen relativ gering. Deutlicher gesagt: Die
       gräßliche Wirkung  gegen Städte und ähnliche Ziele steht im umge-
       kehrten Verhältnis zur Wirkung gegen gepanzerte Verbände, schwim-
       mende Einheiten, unterirdische Befehls- und Raketenstände, mobile
       und weit  verstreute Verbände.  Dadurch wird  das Verhältnis zwi-
       schen dem Militär und seinen zivilen Schutzobjekten mit einer Ra-
       dikalität verändert,  die nicht  mehr zu überbieten ist ... Damit
       wird die  bisherige Aufgabe  des Soldaten, die Nation im Krieg zu
       schützen, unerfüllbar.  Sie wird ersetzt durch das politische Be-
       streben, die Nation vor dem Krieg zu schützen, denn der allumfas-
       sende Krieg wäre die Vernichtung der Nation schlechthin..."
       ...
       

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