Quelle: Blätter 1963 Heft 08 (August)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Dr. Arno Klönne
       
       KATHOLISCHE KIRCHE UND NATIONALSOZIALISMUS (II) *)
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       ...
       "Indem die Regierung entschlossen ist, die politische und morali-
       sche Entgiftung  unseres öffentlichen Lebens vorzunehmen, schafft
       und sichert  sie die Voraussetzungen für eine wirklich tiefe Ein-
       kehr religiösen Lebens. Die nationale Regierung sieht in den bei-
       den Konfessionen  die wichtigsten  Faktoren zur Erhaltung unseres
       Volkstums."
       ...
       ...
       "Nicht mehr  soll also  der Unglaube  und die von ihm entfesselte
       Unsittlichkeit das  Mark des  deutschen Volkes  vergiften,  nicht
       mehr der mörderische Bolschewismus mit seinem Gotteshaß die deut-
       sche Volksseele bedrohen und verwüsten..."
       ...
       ...
       "Als man  wählen mußte  zwischen einer  Regierungsform, die  zwar
       'religiös indifferent',  pluralistisch war,  aber den Menschen in
       seiner Freiheit  und Würde weithin schützte, und andererseits der
       christlichen Fassade  des Dritten  Reiches,  da  wählte  man  die
       christliche Phrase  und, ohne  es allerdings  zu ahnen,  die  Un-
       menschlichkeit." (werkhefte 5/63.)
       ...
       ...
       "Der Reichskanzler  sah im  Abschluß des  Reichskonkordates große
       Vorteile, weil...  der Vatikan  zur Herstellung  eines guten Ver-
       hältnisses zum  nationalen deutschen Staat bewogen werden konnte.
       Der Reichskanzler hätte es noch vor kurzer Zeit nicht für möglich
       gehalten, daß die Kirche bereit sein würde, die Bischöfe auf die-
       sen Staat  zu verpflichten.  Daß dies nunmehr geschehen ist, wäre
       zweifellos eine  rückhaltlose Anerkennung  des derzeitigen  Regi-
       mes."
       ...
       ...
       "Was die alten Parlamente und Parteien in 60 Jahren nicht fertig-
       brachten, hat Ihr staatsmännischer Weitblick in 6 Monaten weltge-
       schichtlich verwirklicht."
       ...
       ...
       "Die Revolution  (von 1918) war Meineid und Hochverrat und bleibt
       in der  Geschichte erblich belastet und mit dem Kainsmal gezeich-
       net."
       ...
       ...
       "in Adolf  Hitler verkörperten  politischen Führungsgedanken,  in
       dem der  Geist der Zwietracht und des Streites des liberalen Par-
       teienstaates überwunden ist."
       ...
       ...
       "Ich sehe  in der nationalsozialistischen Bewegung den schärfsten
       und wuchtigsten  Protest gegen  die Geistigkeit  des 19.  und 20.
       Jahrhunderts." (Schmaus,  Begegnung zwischen  katholischem  Chri-
       stentum und NS-Weltanschauung, 1934.)
       ...
       ...
       "Die Kirche  wird um  so kraftvoller  das Dritte Reich im weltge-
       schichtlichen Abwehrkampf  gegen den  Bolschewismus  unterstützen
       können, je  mehr sie  auf ihrem eigenen Rechts- und Arbeitsgebiet
       Freiheit genießt... Auch dort, wo wir die Eingriffe in die Rechte
       der Kirche  zurückweisen, wollen  wir die  Rechte des  Staates...
       achten und  am Werk  des Führers auch das Gute und Große sehen...
       Laßt euch  nicht von  unzufriedenen Menschen  in eine Mißstimmung
       und Verdrossenheit  hineinreden, die noch immer ein üppiger Nähr-
       boden für bolschewistische Gesinnung war!"
       ...
       ...
       "Mit Genugtuung  verfolgen wir den Kampf gegen die Macht des Bol-
       schewismus, vor dem wir deutschen Bischöfe in zahlreichen Hirten-
       briefen gewarnt und zur Wachsamkeit aufgerufen haben."
       ...
       ...
       "Gewiß, ein guter Teil des deutschen Katholizismus bewies, daß er
       sich verschiedene  Dinge nicht  leicht gefallen  ließ; er bestand
       auf Kreuzen in den Schulen, er unterstützte die Bischöfe im Kampf
       gegen die  Skandalprozesse, er verhinderte die Verhaftung Galens.
       Aber die Demokratie? Aber die Juden? Aber die Parteien und Männer
       der Linken?  Sie hätten  das Milieu  niemals verteidigt. Es stand
       ihnen ohnehin  feindlich gegenüber  - mochten  sie sehen, wie sie
       fertig wurden..."
       ...
       ...
       "Offensichtlich waren  damals nicht  nur die andersgläubigen Ver-
       teidiger der  Freiheit  abgeschrieben,  sondern  auch  diejenigen
       Söhne und  Töchter der Kirche selbst, die über eine bestimmte Li-
       nie des  Widerstandes hinausgingen.  So mußte  sie zu den meisten
       Martyrien schweigen,  die damals  stattfanden -  nicht nur zu den
       Martyrien der  Juden, Kommunisten, Sozialdemokraten, sondern auch
       zum Martyrium  der eigenen  Blutzeugen - eine Folge der Verteidi-
       gungspolitik, zu  der man  sich entschlossen hatte." (Carl Amery:
       Die Kapitulation.)
       ...
       ...
       "Auch die  deutschen Bischöfe haben durchaus nicht nur um den Be-
       stand katholischer  Institutionen gebangt.  Wir werden allerdings
       in ihren  Verlautbarungen vergeblich  die Erwähnung  von Soziali-
       sten, Kommunisten,  Gewerkschaften und Juden suchen. Zunächst ge-
       hört das  nicht zu  den Gepflogenheiten kirchlicher Verlautbarun-
       gen, ausdrücklich  sich für solche Gruppen einzusetzen, von denen
       man sich weltanschaulich unterscheidet."
       ...
       ...
       "Viele -  allzuviele? - aufrichtige Christen ließen sich von rein
       disziplinären und legalistischen Gedankengängen leiten. Sie spar-
       ten - bis in maßgebende kirchliche Kreise hinein - nicht mit Vor-
       würfen gegen  ihre  nonkonformistischen  christlichen  Mitbrüder,
       denen sie Leichtsinn, Unvorsichtigkeit und Übermut auch dann noch
       vorwarfen, wenn  die Gewissensnot  das echte Bekenntnis eindeutig
       erkennbar machte.  Dabei nahmen diese christlichen Mitbrüder ach-
       selzuckend und  als gehorsame Staatsdiener vielfach aktiv mitwir-
       kend zur Kenntnis, daß dieser Un-Rechtsstaat aus seiner Grundhal-
       tung heraus Todesurteile auch für politische Bagatellvergehen für
       berechtigt hielt  und daß große geschlossene Personengruppen, un-
       ter ihnen  speziell auch die Exponenten christlicher Standhaftig-
       keit und  christlichen Widerstandes,  der Willkür-Justiz  der Ge-
       stapo und der SS ausgeliefert waren.
       Taktische Überlegungen, die aus der verschlagenen und lügenhaften
       Konkordatspolitik Hitlers  stützende  Argumente  entnahmen,  dazu
       pauschale, undifferenzierte Schlußfolgerungen aus den Briefen des
       Apostels Paulus  über den Staat und die obrigkeitliche Gewalt ta-
       ten ein  übriges, um das eigene Gewissen zu beruhigen und das Ge-
       wissen der  Widerstandschristen als  'irregeleitet' oder 'fanati-
       siert' zu beurteilen.
       Dieses pragmatische  und positivistische Staats- und Rechtsdenken
       wirkt auch  heute noch so stark nach, daß zwar der 'Kirchenkampf'
       einhellig festgestellt,  die einzelnen Opfer dieses Vernichtungs-
       feldzuges gegen  die Kirchen  aber noch  immer nicht  in gleicher
       Einhelligkeit als um Christi willen Verfolgte und Vernichtete an-
       gesehen werden." (Kloidt, S. 9.)
       ...
       Literatur zum Thema:
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