Quelle: Blätter 1963 Heft 09 (September)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Die Lage
       
       Dr. Achim von Borries
       
       DAS WIDERSINNIGE JUNKTIM
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       ...
       "Was die Abrüstung betrifft, bedeutet das kürzlich unterzeichnete
       Abkommen an  sich keine  Verminderung des  Rüstungsniveaus, nicht
       einmal  eine  Fixierung  des  gegenwärtigen  Rüstungsstandes.  Es
       bringt nur  eine Begrenzung der Möglichkeit zur Entwicklung neuer
       Typen von  Kernwaffen. Von  nun an können keine derartigen Waffen
       mehr unter  denselben Umständen  getestet werden, unter denen sie
       im Ernstfall zur Verwendung vorgesehen sind. Unter diesen Umstän-
       den ist die Versuchung geringer, gewaltige Summen für Experimente
       und für  die Herstellung  solcher Waffen auszugeben. Man kann sa-
       gen, daß  die Großmächte,  indem sie  auf diese  Weise ihre Hand-
       lungsfreiheit einengten,  die Tatsache anerkannt haben, daß keine
       von ihnen  in die Lage kommen sollte oder kommen könnte, eine ab-
       solute Übermacht  zu gewinnen.  Sie haben  anerkannt, daß das nu-
       kleare Gleichgewicht  eine gewisse  Stabilität verschafft und daß
       diese Stabilität nicht gestört werden darf."
       ...
       ...
       "Der große Wert des Vertrages besteht darin, daß er dem Rüstungs-
       wettlauf, der  natürlich weiterläuft, einen guten Teil des Glück-
       spielfiebers um  die Vorherrschaft fortnimmt, zu dem die uneinge-
       schränkten Atomversuche  verlocken. Die Versuche werden durch den
       Vertrag auf  die Laboratorien  und auf  Tests unter  der Erde be-
       schränkt. Diese Beschränkung wird nicht verhindern, das Geheimnis
       der absoluten  Waffe zu entdecken, wenn überhaupt ein solches Ge-
       heimnis entdeckt werden kann. Die Einschränkung der Versuche aber
       wird den  Wettstreit und  das Streben nach der absoluten Vorherr-
       schaft des  hysterischen, gewaltsamen  und vergiftenden  Elements
       berauben." (u.a. Der Mittag v. 26.8.)
       ...
       ...
       "Ein derartiger  Plan hat  sicher manche  Vorteile, und  wenn die
       Großmächte sich  nur auf  einen Bruchteil  davon einigen könnten,
       wäre schon viel erreicht. Es könnte daraus eine weitere Verminde-
       rung der  Spannung resultieren und es könnten wertvolle Erfahrun-
       gen gemacht werden in bezug auf die Abrüstungsbemühungen, vor al-
       lem jene, die sich mit den komplizierten Kontrollfragen befassen.
       Ich darf  hinzufügen: Wenn  das Personal an den bereits erwähnten
       Kontrollpunkten teilweise  aus allianzfreien  Ländern  rekrutiert
       würde und  unter die Oberaufsicht einer internationalen Organisa-
       tion gestellt  würde, dann  würde der Wert der ganzen Einrichtung
       im Hinblick auf eine kommende Abrüstung noch gesteigert."
       ...
       ...
       "Mir scheint,  daß die  politischen Führer Westdeutschlands - was
       sie auch  immer von ihrer Politik gegenüber Ostdeutschland erwar-
       ten mögen - politische Scheuklappen tragen, wenn sie glauben, daß
       das amerikanische  Volk noch lange die Frage der Nichtanerkennung
       des kommunistischen  Regimes für  wichtiger halten  wird, als die
       Aussichten auf  eine Verminderung der Spannungen zwischen uns und
       der Sowjetunion. Jemand in Bonn macht sich selbst etwas vor, wenn
       er glaubt,  daß die ostdeutsche Frage noch lange eine Entspannung
       zwischen Ost  und West verzögern kann, wenn die anderen Bedingun-
       gene für eine Entspannung günstig sind."
       ...
       

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