Quelle: Blätter 1963 Heft 11 (November)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       PROF. D. HELMUT GOLLWITZERS REDE AUF DEM HOHEN MEISSNER
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       Beim diesjährigen  Treffen der  aus der alten Jugendbewegung her-
       vorgegangenen Jugendverbände  auf dem  Hohen Meißner  am 13.  Ok-
       tober, das  im Zeichen  der Erinnerung an die erste Zusammenkunft
       vor 50  Jahren stand, hielt Prof. D. Helmut Gollwitzer eine Rede,
       aus der  wir im folgenden einige Abschnitte im Wortlaut wiederge-
       ben:
       
       Das neue  Singen war eines der großen Ereignisse in unserem Leben
       und ist  das bis  heute geblieben, wie diese Tage bewiesen haben.
       Aber wir  sangen und  singen doch nicht nur für uns selbst. Unser
       Ziel war,  mit dem  Volkslied unserem Volke das  S i n g e n  zu-
       rückzugewinnen. Wie  sehr die  Hoffnungen der  Jugendbewegung ge-
       scheitert sind,  zeigt sich  daran, daß  dies nicht gelungen ist.
       Das ist  nichts Geringfügiges.  Eine noch  so  zusammengewürfelte
       Schar von  Franzosen, Russen,  Engländer, Israelis hat genug Lie-
       der, fröhliche  und festliche,  zum gemeinsamen Singen. Wie unser
       Volk heute bis in die Wurzel getroffen ist, wie nur scheinbar und
       äußerlich der  westdeutsche Wiederaufstieg  der letzten  15 Jahre
       ist, wie  unverändert ein  schweres Gericht  über  uns  Deutschen
       liegt, das  ist nicht  nur an der Mauer in Berlin und an dem Sta-
       cheldraht wenige Kilometer von hier zu sehen, sondern auch an der
       scheinbar winzigen  Tatsache,  daß  wir  nur  rasch  verfliegende
       Schlager haben,  aber kein Lied mehr, das in Deutschland Menschen
       verschiedener Generationen  und verschiedener  Schichten  spontan
       und auswendig  miteinander singen könnten. In ein tiefes Verstum-
       men ist  unser Volk  geraten, und es wird erst dann geheilt sein,
       wenn es  wieder ein  singendes Volk  ist. So  haben wir denn auch
       kein Lied, mit dem wir diese Stunde heute so beschließen könnten,
       wie sich's  gebührt. Die Freunde, die dieses Fest vorbereitet ha-
       ben, haben sich lange genug den Kopf zerbrochen. Alle Lieder, die
       in Frage kamen, erwiesen sich als durchgestrichen durch den inne-
       ren und äußeren Zusammenbruch. Dann griff man zur dritten Strophe
       des Deutschlandliedes.  Daß wir in Westdeutschland eine National-
       hymne haben,  die auch längst nicht mehr stimmt und auf der durch
       ihre Verkoppelung  mit dem  Horst-Wessel-Lied eine dunkle Erinne-
       rung liegt, das ist für unsere innere Lage bezeichnend genug. Wer
       hätte im  Oktober 1913 gedacht, daß man ein freideutsches Treffen
       mit dem  Deutschlandlied schließen  werde! Wenn  wir nun diese 3.
       Strophe als  die einzige erträgliche unserer Nationalhymne meinen
       singen zu  sollen, dann  sollen wir  dabei auch daran denken, daß
       die Deutschen vor kurzem der Einigkeit das Recht und die Freiheit
       geopfert haben,  daß das  die fürchterlichsten  Folgen gehabt und
       daß wir  in Zukunft  immer nur  i m  Recht und  i n  der Freiheit
       einig sein wollen und nie ohne sie...
       Der gemeinsame Lebensstil schuf eine großartige  T o l e r a n z.
       Fanatismus war  uns abscheulich. An den Kommunisten und den Nazis
       war uns ihr Absolutheitsanspruch am fremdesten. Nicht vom Politi-
       schen, sondern vom Pädagogischen her versprachen wir uns Deutsch-
       lands Erneuerung,  also nicht  vom Sieg einer Partei, sondern von
       einer inneren Wandlung der Menschen. Auch dabei war viel Illusion
       und Träumerei.  Am schlimmsten aber war: nur ein Teil von uns er-
       kannte, daß  die angemessene  staatliche Form für diese Vielfalt,
       für dieses  aufmerksame Dulden  verschiedener  Wege,  für  dieses
       Glück des bewegten Gesprächs, für dieses Ideal der eigenen freien
       Meinungsbildung, für diese Lust an den Spannungen und Gegensätzen
       des Geistes, für diese Bevorzugung der Qualität vor der Quantität
       heute die  D e m o k r a t i e  ist. Weil vielen von uns Wort und
       Sache der Demokratie von törichten Erwachsenen madig gemacht wor-
       den war,  haben sie  nicht zu  ihrer Erhaltung und Ausgestaltung,
       sondern zu  ihrem Untergang  beigetragen.  Die    M e i ß n e r -
       F o r m e l  ließen wir Bündischen oft als individualistisch ver-
       leumden, statt  zu erkennen, daß man sie als die Kernformel eines
       demokratischen Bewußtseins verstehen kann. Heute scheint sich das
       herrlich geändert  zu  haben.  An  Bekenntnissen  zur  Demokratie
       überbieten sich  Hitlergeneräle, Franco-Liebhaber  und alle Büro-
       kraten, die  ungeniert wie  zu Führers  Zeiten den  Staat und die
       Regierung miteinander  gleichsetzen. Zur  Demokratie bekennt sich
       der Verfassungsschutz,  wenn er  das Grundgesetz, das er schützen
       soll, mißachtet;  zur Demokratie bekennt sich die Regierung, wenn
       sie Notstandsgesetze  von der  Art  vorlegt,  daß  mit  ihnen  im
       Anwendungsfall die  demokratische Ordnung,  die man  zu  schützen
       vorgibt, beseitigt  wird; zur Demokratie bekennen sich Führer der
       Vertriebenenverbände, wenn  sie sogenannte  Verzichtpolitiker ins
       Gefängnis bringen  wollen. Das  Bekenntnis zur Demokratie ist die
       bequemste Sache  der Welt;  die Demokratie  selber aber  ist  die
       schwierigste, unbequemste  und riskanteste  Staatsform, die  sich
       denken läßt.  Warum wollen  wir sie  trotz aller ihrer Nachteile?
       Weil sie  die Staatsform  für erwachsene  Menschen ist.  Wer  sie
       will, darf  also den  Staat nicht  als Kindergarten und nicht als
       Kaserne wollen.  Er darf den Unterbau und die Uniformierung nicht
       wollen. Er  muß den Menschen wollen, der sein Leben "nach eigener
       Bestimmung, vor eigener Verantwortung, in innerer Wahrhaftigkeit"
       führen will.  Er muß  die Freiheit  des aufrechten  Bürgers  d.h.
       aber:  die   Freiheit  des   Andersdenkenden,  die  Freiheit  des
       Außenseiters, die Freiheit des Ketzers wollen, und zwar nicht nur
       dessen  innere,  sondern  dessen  äußere,  reale  Äußerungs-  und
       Aktionsfreiheit. Wer diese Freiheit und diesen Menschen will, der
       muß in  der Demokratie für die Demokratie kämpfen, jeden Tag, ge-
       gen die  totalitären Tendenzen  in der  eigenen Partei, gegen die
       Uniformierung der  öffentlichen Meinung,  für die  Spielräume der
       Selbstbestimmung. Wollt ihr das?  T u t  i h r  d a s?  Wir haben
       die Demokratie  in Westdeutschland noch nicht gewonnen, wir haben
       sie noch  kaum begonnen  und schon fürchten viele, sie sei wieder
       im Schrumpfen.  Leidenschaft für  Demokratie als Lebensform - das
       gehört, repräsentiert  durch Namen  wie Ernst Buske, Adolf Reich-
       wein, Hermann Schafft, zum besten Erbe der Jugendbewegung...
       Weil gerade  das Wort "Ketzer" fiel: es kommt aus dem kirchlichen
       Bereich. Die   K i r c h e n  stehen heute äußerlich hoch im Kurs
       und sogar  bei diesem Meißnerfest finden Gottesdienste statt, wo-
       ran vor  50 Jahren bezeichnenderweise niemand gedacht hat. Wo die
       Kirchen so  ins Ansehen kommen, da muß man - das sage ich als ei-
       ner, der  mit allen Fasern seines Lebens in der christlichen Kir-
       che lebt -, um die Freiheit wie ums Christentum besorgt sein. Die
       religiösen Äußerungen  der alten Jugendbewegung waren ein seltsa-
       mes Gebräu unausgegorener Ideen, mit Aesthetizismus und lyrischem
       Mystizismus naiv  durchmischt. Aber  in ihnen  sprach sich wie im
       ganzen neuen  Lebensstil doch  ergreifend das  Verlangen aus, aus
       "entseelter Arbeit"  und "entseeltem und entseelendem Genuß" (wie
       Knud Ahlborn  1913 in seiner Feuerrede sagte) und ebenso aus ent-
       seelter religiöser  Konvention herauszukommen zu durchseeltem Le-
       ben in eigener Verantwortung, und ebenso die Erwartung, es könnte
       ein ernstgenommenes  Christentum noch  eine neue,  rettende Kraft
       werden. Für  die  i n n e r e  E r n e u e r u n g  d e r  K i r-
       c h e   schlug unser  Herz, soweit  wir zu ihr gehörten, für ihre
       äußere Macht  hatten wir  nichts übrig.  Heute stehen die Kirchen
       mitten im  großen gegenseitigen  Geschäft:  Regierung,  Parteien,
       Bürokratie, Kapital,  Militär  und  Kirche  -  alle  diese  Hände
       waschen sich  gegenseitig und spielen sich die Profite zu - genau
       wie damals  1912. Was dabei aus dem Christentum wird, lehrt jeder
       Blick hinter  die Fassade.  Darum sei  euch Jungen gesagt, soweit
       ihr euch  zur christlichen Kirche haltet: Verlangt das Christsein
       von euch selbst und nicht von den anderen! Seid die Unruhe in eu-
       ren Kirchen!  Seid jedem  Zwang in  Glaubenssachen feind  und be-
       weist,  d a ß  G l a u b e  u n d  F r e i h e i t  zusammengehö-
       ren und nicht gegeneinander stehen! Gustav Wyneken, der alte Löwe
       mit seinen  88 Jahren,  ist diesem  Feste grollend ferngeblieben,
       weil er aus den Gottesdiensten und den Namen zweier evangelischer
       Theologen auf  dem Programm  entnahm, auch  hier  marschiere  wie
       sonst in  der Bundesrepublik die Klerikalisierung und statt einer
       Feier freier Jugend werde hier gezähmtes Wandergeflügel unter As-
       sistenz der  Kirchen für  den nächsten Heldentod abgerichtet. Wir
       grüßen den  alten unermüdeten  Streiter, der wie wenige andere in
       dieser Stunde  an diese  Stelle gehört  hätte, und hoffen, daß er
       von diesem Tage einiges vernimmt, was seinen düsteren Vermutungen
       widerspricht...
       Jawohl, für den nächsten  H e l d e n t o d  abgerichtet! Ist das
       nicht schon zweimal geschehen? War die Jugendbewegung daran nicht
       kräftig beteiligt? Stimmen nicht alle Zitate, mit denen man heute
       beweist, wie  der Weg der Bündischen Jugend zielsicher ins Dritte
       Reich einmündete? Jawohl, sie stimmen! Die Seuche des Nationalis-
       mus und  des Antisemitismus  war unter  uns ebenso verbreitet wie
       unter den Erwachsenen. Die völkische Selbstanbetung fand auch un-
       ser Gefallen, und der Arierparagraph spukte schon früh in einigen
       Wandervogelgruppen. Es  ist zu  unserer besonderen Beschämung ge-
       schehen, daß  die gesellschaftlichen Visionen der Jugendbewegung,
       die bei  uns in  Deutschland zerstoben sind, von jungen jüdischen
       Menschen in  Israel heute  in die Wirklichkeit übersetzt sind wie
       sonst nirgends  in der Welt. Wenn sie es uns erlauben, dann möch-
       ten wir  von hier aus diese Menschen, die zu uns gehörten und aus
       unserem Lande vertrieben worden sind, von Herzen grüßen! Wir wol-
       len uns  hüten, unsere  Irrtümer mit  unserer damaligen Jugend zu
       entschuldigen. Den  Wahnsinn des  Krieges und  die Greuel der Ju-
       den-, Zigeuner-  und Polenermordung  haben auch  wir  auf  unsere
       Weise, ohne  die Konsequenzen  zu ahnen und zu wollen, in Torheit
       und Blindheit  mit vorbereitet.  Soweit wir (wie auch ich!) daran
       beteiligt waren,  wollen wir das nicht uns selbst verzeihen, son-
       dern können nur Gott und die betroffenen Völker um Vergebung bit-
       ten. Was  wäre aber diese Bitte ohne den entschlossenen Bruch mit
       jenen Torheiten  von damals und ohne Aufbruch zu neuen Wegen? Was
       ist geschehen  seither? Die  Greuel Hitlers  und der Seinen haben
       sich fortgesetzt  in Hiroshima  und Algerien  - und  keiner weiß,
       welche entsetzliche  Wiederholung sie  in diesem Jahrhundert noch
       finden werden.  In unserem Vaterlande aber haben es die deutschen
       Politiker unter eifriger Mitwirkung von Jugendbewegten auf beiden
       Seiten fertig gebracht, die deutsche Jugend wiederum in Uniformen
       zu stecken, diesmal aber auf den Wunsch auswärtiger Mächte gegen-
       einander, gegeneinander  geschult, zu neuen Entsetzlichkeiten be-
       reit. Was  für eine  grauenvolle Bilanz,  ungeahnt von denen, die
       sich vor  50 Jahren hier oben sammelten in der Hoffnung auf "eine
       neue Zeit  deutschen Jugendlebens",  wie der Aufruf damals sagte.
       Dieses Jugendleben fand dann im Massengrab statt, zweimal hinter-
       einander, mit  Hinopferung bester  Auslese deutscher Jugend. Des-
       halb  muß   der  Tag   des  Hohen   Meißner  1963  auch  ein  Tag
       t r a u e r n d e n   Nachdenkens sein über das zweimalige Schei-
       tern einer  herrlichen Bewegung  deutscher Jugend,  - und zwar ja
       nicht in einer verklärenden Trauer, sondern in einer schonungslo-
       sen: sie sind für nichts und wieder nichts gefallen, sie haben in
       ernstem, gläubigem,  aber erkenntnislosem  Idealismus sich führen
       lassen zu  sinnlosem Morden.  Nicht in  Langemarck haben wir, wie
       wir es  törichterweise getan haben, die Manifestation der politi-
       schen Sendung deutscher Jugend zu suchen, sondern in einem leider
       ziemlich einsamen  Dokument: in dem Telegramm nämlich, das am 28.
       Juli 1914,  ein Jahr  nach dem  Hohen Meißner,  der Bundestag der
       "Deutschen akademischen Freischar" auf die Nachricht von der dro-
       henden Kriegsgefahr  an  den  Kaiser  sandte:    "S c h ü t z e n
       S i e   d i e   J u g e n d   d e r   g a n z e n  W e l t  v o r
       d e m     e n t s e t z l i c h e n    U n g l ü c k    e i n e s
       K r i e g e s!   M a c h e n  S i e  i n  l e t z t e r  M i n u-
       t e   d i e  ä u ß e r s t e  A n s t r e n g u n g  f ü r  d i e
       E r h a l t u n g  d e s  F r i e d e n s!"  Das ist die vernünf-
       tigste  politische   Äußerung  aus   der  ganzen  Geschichte  der
       Jugendbewegung. Keine Phrase vom Opfer fürs Vaterland und vom ge-
       schlossenen Stehen hinter dem Kaiser etc. ... sondern Solidarität
       mit der  Jugend der anderen Länder und Notschrei für den Frieden!
       Einige Tage  darauf ging  das alles in der Kriegsbegeisterung un-
       ter. Für  uns heute  aber, nach  dem zweifachen  Gemetzel, in das
       sich die  europäische Jugend  hat hineintreiben  lassen, muß klar
       sein: 1. Diese Todesopfer waren sinnlos und die nächsten, für die
       man euch  heute  einübt,  werden  noch  sinnloser  sein.  2.  Der
       Z u s a m m e n b r u c h   Deutschlands fand nicht 1945, sondern
       1933 statt,  unter kräftiger Mitwirkung vieler Jugendbewegter. 3.
       Darum ist heute das Gebot, wie jenes Telegramm sagte, "die äußer-
       ste Anstrengung  für die  Erhaltung des  Friedens". Dies  ist das
       K r i t e r i u m,  an dem ihr Politiker, Programme und Regierun-
       gen messen  sollt, und es ist zugleich die Verpflichtung, mit dem
       Erwachsenwerden in  die  p o l i t i s c h e  A r b e i t  einzu-
       treten, in  die zähe, nüchterne politische Arbeit, viel bewußter,
       als wir  es damals getan haben, - aber mit  d i e s e m  Ziel vor
       jedem anderen. 4. Und dies in  S o l i d a r i t ä t  mit der Ju-
       gend der  ganzen Welt.  Denn eure Zukunft werdet ihr westdeutsche
       und westliche  Jugend nur gewinnen können zusammen mit der Jugend
       der anderen Völker und nicht gegen sie: also, was auch die Hetzer
       des Kalten  Krieges in  allen Lagern  predigen mögen,  nur  m i t
       der kommunistischen  Jugend der Sowjetunion, nur  m i t  den jun-
       gen Kommunisten  und Nicht-Kommunisten  in Polen  und den anderen
       Ostblockstaaten, nur   m i t   der "Freien deutschen Jugend", wie
       sie sich  selbst nennt,  ohne es  leider zu  sein, mit den jungen
       SED-Leuten   u n d   den jungen  Christen in der DDR - und sicher
       auch nur zusammen  m i t  der Jugend Chinas und der farbigen Völ-
       ker. Darum  sucht Verbindung  mit ihnen  allen, lernt sie kennen,
       sprecht mit  ihnen, und  wenn euch  einer hüben  und drüben daran
       hindern will,  dann wißt  ihr, was ihr von ihm zu halten habt: er
       ist ein Feind eurer Zukunft! Habt den festen Willen, an den Tren-
       nungen der  alten Generation  nicht wieder  einmal die Zukunft zu
       Schanden werden  zu lassen.  Es lohnt  sich nicht zu töten und zu
       sterben für  eines der beiden Systeme, die heute die Welt zerrei-
       ßen, die  beide falsch  sind und  die beide tief verändert werden
       müssen, wenn die Probleme des ausgehenden 20. Jahrhunderts gemei-
       stert werden  sollen. Es  lohnt sich aber zu kämpfen und zu leben
       für die  Meisterung dieser Probleme. Dies ist sicher: Wenn jemand
       im Jahre  2013 noch das Bedürfnis empfinden sollte, hier oben des
       Aufbruchs deutscher  Jugend vor 100 Jahren zu gedenken, dann wer-
       den Kapitalismus  und Kommunismus  wenig mehr  dem gleichen,  was
       sich heute  so nennt,  - und  dann wird  ein solches Gedenken nur
       möglich sein,  wenn die  europäische Jugend  sich nicht aufs neue
       hat den Torheiten der älteren Generation zum Opfer bringen lassen
       So schaut zurück auf die, die vor euch aufgebrochen sind, befreit
       euch von unseren Irrtümern, nehmt dankbar auf und entwickelt wei-
       ter, was  zukunftsträchtig gewesen  ist an unserem Leben und Wol-
       len, schaut  auf uns  zurück, um  dann desto  besser vorwärts  zu
       schauen und vorwärts zu gehen!
       

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