Quelle: Blätter 1963 Heft 11 (November)


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       der aktuellen "Blätter"-CD, welche die  Beiträge ab 1990 enthält
       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
       unter www.blaetter.de.
       
       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Dr. Eugen Koller
       
       DIE NOT UNSERER SCHULEN (I)
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       Der folgende  Aufsatz stammt  aus der  Feder eines  langjährigen,
       versierten Schulmannes,  der die Verhältnisse aus hautnaher stän-
       diger Berührung  kennt. Hier werden zum größten Teil konkrete Be-
       lege aus  der Praxis präsentiert- und wenn diese auch überwiegend
       aus dem  Schulleben   B a y e r n s  stammen, sind sie doch auch,
       so glauben  wir, von allgemeinem Interesse, und wenn auch nur als
       abschreckende Beispiele. D. Red.
       
       *
       
       "Wir wissen  heute, daß  in wenigen  Jahren eine Krise der Schule
       und im  Gefolge davon  eine Krise unseres Staates und unserer Ge-
       sellschaft ausbrechen kann, die unsere gesamte Existenz bedroht".
       
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       "Schon 1960  fehlten in  der Bundesrepublik 37 000 Volksschulleh-
       rer, d.h.  etwa ein Fünftel des Bestandes. Bis 1970 wird sich das
       Defizit auf  80 000 Lehrer erhöht haben, das wäre ein Drittel des
       dann erforderlichen Gesamtbedarfes von 240 000 Lehrern. Dabei ist
       ein zehntes  Pflichtschuljahr noch  nicht  einmal  berücksichtigt
       worden, während bei unseren westlichen und östlichen Nachbarn be-
       reits das elfte Pflichtschuljahr in Vorbereitung ist. Obwohl sich
       unser Schulwesen  nach internationalen Maßstäben bereits im Rück-
       stand befindet,  können wir  nicht einmal einen Bestand erhalten,
       von dem  jeder Sachkenner  weiß, daß er nicht genügt." (Dr. Georg
       Picht, a.a.O.)
       
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       "Wenn hier  nichts geschieht,  steuern wir  auf  eine    K a t a-
       s t r o p h e  zu." ("Bayerische Schule" 1963, Seite 106.)
       
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       "Mit Besorgnis wird beobachtet, daß der bayerische Landtag in der
       Schulpolitik Entscheidungen  gefällt hat,  die nach  Ermessen der
       Studentenschaft den  Erfordernissen eines modernen Bildungswesens
       nicht mehr  gerecht werden.  Die Studentenvertretung  wies darauf
       hin, 'daß  immer mehr Junglehrer von Bayern nach Hessen abwander-
       ten. Bei  einer Fortsetzung dieser Bildungspolitik geraten wir in
       eine Schulkrise  ohne Ende.'  Auf einem  Protestmarsch durch Bay-
       reuth trugen  die Studenten  der pädagogischen  Hochschule Trans-
       parente, die  mit Beifall  bedacht wurden:  'Mit Maunz zurück ins
       Mittelalter?' -  'Steht  Gesangbuch  vor  Leistung?'  -  'Gleiche
       Bildungschancen für alle: Mittelpunktschulen!' - 'Hessen beweist:
       Es geht  auch anders!'" ("Süddeutsche Zeitung" vom 22.5.63, Seite
       19.)
       
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       "Die Errichtung  einer eigenen  Schule für  die Bekenntnisminder-
       heit, die  bisher die Schule der Bekenntnismehrheit besuchte, ist
       dann anzuordnen,  wenn die  Zahl der volksschulpflichtigen Kinder
       der Bekenntnisminderheit in den nächsten 5 Jahren voraussichtlich
       25 beträgt."  (Aus den  Ausführungsbestimmungen  zum  bayerischen
       Schulorganisationsgesetz.)
       
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       "daß die  durchschnittliche Leistungsfähigkeit ein- und zweiklas-
       siger Schulen um vierzig Prozent hinter der der ausgebauten Schu-
       len zurückbleibt".
       
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       "Die einklassige Schule ist eine völlig überlebte, völlig unzeit-
       gemäße Schulform  und muß  so schnell wie möglich aus Deutschland
       verschwinden."
       
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       "Was man gelegentlich an uralten Landkarten, Schulbänken, Wandta-
       feln und  Demonstrationsmaterial zu sehen bekommt, gehört besten-
       falls ins  Altertumsmuseum... Die  Lehrer machen  vielfach  einen
       entmutigten, überforderten,  ja resignierten Eindruck. Sie fühlen
       sich von  München in  ihren vielfachen  täglichen  Schulnöten  im
       Stich gelassen." - So schreibt Dr. Hildegard Brücher, Landtagsab-
       geordnete, Schulexpertin  der FDP,  in der "Süddeutschen Zeitung"
       vom 6.10.1961, Seite 6.
       
       "Die Diskussionen  um die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft ha-
       ben der  Öffentlichkeit gezeigt,  daß die deutsche Landwirtschaft
       in ihrer gegenwärtigen Verfassung international nicht konkurrenz-
       fähig ist. Gewiß hat das eine Fülle von Ursachen, die nur ein Ex-
       perte beurteilen  kann. Alle Experten sind sich aber darin einig,
       daß jede  Modernisierung der  Landwirtschaft eine Hebung des Bil-
       dungsstandes der  Bevölkerung auf  dem Lande  voraussetzt.    A n
       d e r   H ö h e   d e r   S u b v e n t i o n e n,   d i e  d e r
       d e u t s c h e  S t e u e r z a h l e r  i m  R a h m e n  d e s
       G r ü n e n   P l a n e s  f ü r  d i e  E r h a l t u n g  d e r
       L a n d w i r t s c h a f t   z u   e n t r i c h t e n    h a t,
       l ä ß t     s i c h     a b l e s e n,    w e l c h e    w i r t-
       s c h a f t l i c h e n   F o l g e n    e s    h a t,    w e n n
       s i c h     e i n      S t a a t      e i n      u n t e r e n t-
       w i c k e l t e s   S c h u l w e s e n  l e i s t e t.  Die Maß-
       nahmen, die ergriffen werden müßten, sind bekannt: Es müßte durch
       Errichtung von  Mittelpunktschulen dafür  gesorgt werden, daß die
       Jugend auf  dem Lande  die gleichen Bildungschancen erhält wie in
       der Stadt."  (Dr. Georg  Picht in  der "Süddeutschen Zeitung" vom
       16.11.1962, Seite 7.)
       
       (**** ***********.)
       

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