Quelle: Blätter 1963 Heft 12 (Dezember)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Pfarrer Rudolf Weckerling
       
       WER IST J.L. HROMÁDKA?
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       ...
       "Meine Anfänge"  - heißt es in einem selbstbiographischen Abriß -
       "reichen weit  in die prähistorische Zeit der oesterreichisch-un-
       garischen Monarchie  zurück. Damals  habe ich Theologie studiert.
       Als junger  Vikar und Feldkurat erlebte ich Ende Oktober 1918 den
       totalen Zusammenbruch der Armee. Es hat mich erschüttert, wie ein
       so großer  Koloß über  Nacht zugrunde gehen kann. Ich erlebte un-
       mittelbar, daß  in dieser  Welt nichts  endgültig ist und daß wir
       wirklich in einer Zeit der Umwälzung, des Umbruchs leben."
       ...
       ...
       "Mein Anliegen  geht dahin, zu zeigen, daß gerade die Kirche Jesu
       Christi und  ihre Theologie mutig der Geschichte ins Auge schauen
       und die  gegenwärtige Wirklichkeit  in aller    N a c k t h e i t
       und Unerbittlichkeit  erfassen müssen.  Und  dies  nicht  zu  dem
       Zweck, sich  der Geschichte  und ihren  Wandlungen,  aus  welchen
       Gründen immer,  anzupassen oder  sogar die  theologische Existenz
       geschichtsmächtig zu  gestalten, sondern  um  die  jeweilige  ge-
       schichtliche Lage  wirklich theologisch  zu bewältigen.  Und  nun
       scheint es mir, daß die meisten Theologen und Kirchenmänner Euro-
       pas nur einige anstößige Begleiterscheinungen des Vordringens des
       Ostens nach dem Westen sehen, daß sie aber den Sinn und die real-
       ste Realität  dieser Lage  nicht verstehen  wollen... Die  Kirche
       hinkt sehr oft hinter der Geschichte und der politischen Entwick-
       lung her...  Die allergrößte  Gefahr besteht in der Gottlosigkeit
       der Kirche,  in ihrer  Trägheit, Verständnislosigkeit, Blindheit,
       Härte des Herzens und in ihrer Feigheit."
       ...
       ...
       "ob die  heutige Christenheit überhaupt in der Lage ist, Sinn und
       Tiefe des gegenwärtigen Umbruchs, der weit über die sozialpoliti-
       sche und internationale Ordnung hinausreicht, zu verstehen... Der
       Durchschnittschrist steht nicht mit dem Gekreuzigten in der Tiefe
       der Hölle,  des Todes..., weiß wenig von der majestätischen Frei-
       heit in  der Buße und Reue und versteht nicht den neuen Anfang im
       Wunder der  Auferstehung... Ein  Normalchrist lebt heute mehr aus
       Stimmungen als aus einem klaren Glauben."
       ...
       ...
       "Die Stimme Josef Hromádkas ist eine Stimme aus der Gemeinde Jesu
       Christi im  heutigen Osten.  Die Gemeinde Jesu Christi ist, lebt,
       redet auch  dort. Daß dem so ist, das ist für uns, die wir ihr im
       heutigen Westen  angehören möchten,  wichtiger und  interessanter
       als alles,  was wir  sonst von  dort zu hören bekommen. Und diese
       Stimme richtig zu verstehen, ist für uns dringlicher als die Deu-
       tungsversuche, mit  denen wir  das, was dort sonst geschieht, mit
       mehr oder  weniger Aufgeschlossenheit,  Sachkunde  und  Sympathie
       verfolgen mögen."
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