Quelle: Blätter 1964 Heft 01 (Januar)


       zurück

       
       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       PROTEST DER REKTORENKONFERENZ GEGEN KÜRZUNG DER MITTEL
       ======================================================
       FÜR DIE STUDIENFÖRDERUNG NACH DEM HONNEFER-MODELL
       =================================================
       
       Der Präsident  der Westdeutschen Rektorenkonferenz, Professor Dr.
       J. Speer,  übergab der  Presse folgende Erklärung: "Die Bundesre-
       gierung hat den für den Ausbau der wissenschaftlichen Hochschulen
       1964 vorgesehenen  Haushaltsansatz von  220 Mill.  DM auf die vom
       Wissenschaftsrat für  notwendig erachtete  Summe von 250 Mill. DM
       erhöht. Die  Erleichterung der  Hochschulen über diesen Entschluß
       wird jedoch dadurch beeinträchtigt, daß zugleich - in einem ande-
       ren Ressort  - die Beträge für die Studienförderung nach dem Hon-
       nefer-Modell um  27,5 Mill.  DM gekürzt wurden. Da so der notwen-
       dige Ausbau  der wissenschaftlichen Hochschulen aus Bundesmitteln
       mit Verzicht  auf vermehrte  Förderung bedürftiger  und  begabter
       Studenten Hand in Hand geht, müssen die Hochschulen, die sich als
       Gemeinschaften von  Lehrenden und Lernenden verstehen, solcherart
       von Schwerpunktbildung gegenüber ihre Bedenken anmelden.
       Die Westdeutsche Rektorenkonferenz stellt fest, daß die seit lan-
       gem notwendige Einbeziehung der Kinder aus weiteren Bevölkerungs-
       kreisen in  die Förderung und die Erhöhung der Stipendien der An-
       fangsförderung von 195 DM auf 250 DM monatlich unmöglich geworden
       sind, wenn  die Bundesländer nicht für den Ausfall der Bundesmit-
       tel eintreten.
       Die Westdeutsche Rektorenkonferenz erlaubt sich, die Bundesregie-
       rung vorsorglich  an ihre  Regierungserklärung zu  erinnern,  und
       bittet trotz  der finanziellen  Belastung, die aus der Vergangen-
       heit herrührt,  die Vorbereitung der Zukunft unseres Volkes nach-
       drücklich voranzutreiben."
       Nach: Handelsblatt v. 13./14.XII.63
       

       zurück