Quelle: Blätter 1964 Heft 01 (Januar)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Die Lage
       
       Dr. Achim von Borries
       
       VERHANDLUNGEN - AUSNAHME ODER REGEL?
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       ...
       "Wenn die  New Yorker  Herald Tribune - immerhin eine der angese-
       hendsten amerikanischen  Zeitungen -  kürzlich in einem sensatio-
       nell aufgemachten  Bericht aus  London davon  gesprochen hat, daß
       die westlichen  Alliierten sich  nun mehr und mehr auf die fakti-
       sche Anerkennung  der deutschen Teilung (und zwar der Dreiteilung
       in Bundesrepublik, DDR und Westberlin) orientierten, so eilt die-
       ser Bericht  zwar den Tatsachen weit voraus. Aber es wird auch in
       Bonn nicht rundweg bestritten, daß gewisse Tendenzen, die in eine
       solche Richtung  weisen, auf  der jüngsten  Nato-Tagung in briti-
       schen und belgischen Voten zumindest angedeutet worden seien, ob-
       wohl die  britische Regierung  in aller  Form von der Darstellung
       des New Yorker Blattes abgerückt ist." (3.1.64)
       ...
       ...
       "Es ist  in diesem  Zusammenhang von einer Koinzidenz der Politik
       der Vereinigten  Staaten und der Sowjetunion oder von einer Poli-
       tik des  gegenseitigen Beispiels die Rede, wobei man eine Identi-
       tät gewisser  Interessen  der  beiden  Supermächte  zu  entdecken
       glaubt -  etwa was die einseitige und ihrem Wesen nach unkontrol-
       lierbare Beschränkung der Rüstungsbudgets angeht oder die Maßnah-
       men zur  Sicherung gegen Überraschungsangriffe, ebenso die Nicht-
       verbreitung von  nuklearen Waffen,  vor allem aber die Vermeidung
       eines Nuklear-Konflikts,  aus dem  niemand als Sieger hervorgehen
       könnte. Es  ist unverkennbar, daß im Hintergrund auch die Überle-
       gung eine  Rolle spielt, daß man sich hüben wie drüben in höherem
       Maße mit internen Problemen wirtschaftlicher und sozialer Art be-
       schäftigen müsse, so daß eine gewisse Entschärfung der außenpoli-
       tischen Lage,  soweit sie  ohne Preisgabe vitaler Interessen mög-
       lich wäre, wünschbar sein könnte."
       ...
       ...
       "diplomatische Kreise in Warschau, Spaak sei sehr beeindruckt von
       dem noch  aus dem zweiten Weltkrieg herrührenden Mißtrauen gegen-
       über Deutschland,  von der  polnischen Furcht  vor der  deutschen
       Wiederaufrüstung sowie von dem polnischen Wunsch nach Anerkennung
       einer deutsch-polnischen Grenze an der Oder und Neiße. Spaak habe
       sich auf  die Intensität dieser polnischen Gefühle bezogen als er
       von den neuen Aspekten des deutschen Problems gesprochen habe."
       ...
       Nachtrag
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