Quelle: Blätter 1964 Heft 01 (Januar)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Dr. Eugen Koller
       
       DIE NOT UNSERER SCHULEN (II) *)
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       ...
       "Die Verwendung  der  Lehrerin  an  einer  Konfessionsschule  ist
       rechtlich unmöglich, weil die katholische Kirche das Eherecht für
       sich in  Anspruch nimmt  und eine  Ehescheidung nach bürgerlichem
       Recht nicht anerkennt... Dem Schutze der Bekenntnisschule muß ge-
       genüber den  angeblich sozialen  Gründen in  jeder Beziehung  der
       Vorrang eingeräumt werden."
       ...
       ...
       "nach Inhalt,  Zweck und  Beweggrund als gegen das Anstandsgefühl
       aller billig  und gerecht  Denkenden verstoßend  angesehen werden
       muß." ("Bayerische Schule" 1952, Seite 107.)
       ...
       ...
       "Von Handarbeit  verstehe ich  nichts",  sagte  diese.  "Ich  bin
       Volksschullehrerin und  in keiner  Weise ausgebildet  in Mädchen-
       handarbeit. In  unserem Schulhause  ist zwar  eine  Fachlehrerin,
       eine speziell  für Handarbeit  ausgebildete Lehrerin,  die leicht
       noch zwei  Wochenstunden in  ihrem  Regelstundenmaß  unterbringen
       könnte. Aber  sie ist  katholisch, und  meine Klasse  ist evange-
       lisch."
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       ...
       "Wir sind gegen die Zentralschule, weil sie der erste Schritt auf
       dem Wege  zur Gemeinschaftsschule  wäre." ("Süddeutsche  Zeitung"
       vom 13.2.1963, Seite 6.)
       ...
       ...
       "Die reale  Begegnung mit  weltanschaulich anders Gegründeten muß
       schon geschehen, während in den Kindern und Heranwachsenden deren
       geistige Welt sich bildet, damit nicht Vorurteile sich festsetzen
       und Richtungen  des Mißtrauens habituell werden, gegen die später
       nur schwer anzukommen ist. Kinder und junge Menschen dürfen nicht
       ohne die  Erfahrung aufwachsen,  daß sie  irren, wenn sie Anders-
       gläubige und Andersdenkende nur als abergläubisch oder irrgläubig
       oder glaubenslos betrachten und die menschliche und geistige Ver-
       bindung mit  ihnen für  unmöglich halten... Das Zusammenleben mit
       einer Minderheit  anderen Glaubens, die freilich in ihrer Zugehö-
       rigkeit voll  bejaht und  in ihrer Andersartigkeit ritterlich ge-
       achtet werden muß, kann die Gefahren der Abschließung vermeiden."
       ("Süddeutsche Zeitung" vom 28.3.1963, Seite 6.)
       ...
       ...
       "In der  Hitlerzeit wuchs  der Unterschied zwischen Deutschen und
       Juden ins  Unermeßliche. Nach  dem Kriege ist nun der Unterschied
       zwischen den  beiden christlichen  Konfessionen an die Stelle ge-
       treten."
       ...
       ...
       "In einem Orte gab sich der Gemeindevorsteher (CDU) dazu her, mit
       seiner Autorität die von ihm besuchten Eltern zur Unterschrift zu
       zwingen. In  anderen Orten  - und  diese sind  nicht wenige - be-
       schworen die Ortsgeistlichen die Frauen in Abwesenheit ihrer Män-
       ner, ja  zu unterschreiben, wenn sie es nicht noch auf dem Toten-
       bette bereuen wollten."
       ...
       ...
       "Eltern, die  die Möglichkeit haben, ihre Kinder in eine katholi-
       sche Schule zu schicken, und es nicht tun, versündigen sich nicht
       nur an  der Seele ihrer Kinder, sondern auch durch Ungehorsam ge-
       gen die  kirchliche Obrigkeit, der gegenüber - das weiß jeder Ka-
       tholik von der Schule her - wir durch das vierte Gebot ebenso zum
       Gehorsam  verpflichtet   sind  wie   gegen  Vater   und  Mutter."
       ("Allgemeine Deutsche  Lehrerzeitung",  Beilage  "Wirtschaft  und
       Recht" 1954, Nr. 4, Seite 29.)
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       "Es wäre  eine Illusion,  zu meinen,  die Verteidigung  gegen den
       Kommunismus sei  in erster  Linie Sache  der Außenpolitik und der
       Rüstung... Das  öffentliche Bewußtsein  hat noch nicht begriffen,
       daß in  der Welt  des 20. Jahrhunderts das wirtschaftliche Poten-
       tial und die politische Selbstbehauptung eines Staates vom Stande
       seines Bildungswesens  abhängig sind."  (Aus dem  "Memorandum der
       acht evangelischen  Persönlichkeiten zur  Bonner Politik".  "Süd-
       deutsche Zeitung" vom 26.2.1962.)
       ...
       ...
       "Die Zustände  an unseren Schulen werden unerträglich werden, und
       ihr schon heute so oft kritisierter Bildungserfolg wird unter das
       Niveau eines  Kulturstaates sinken.  Das wird sich aber auch sehr
       bald in  einen Rückgang  der wirtschaftlichen Produktion überset-
       zen. Denn  das unvermeidliche Absinken des Leistungsstandes unse-
       rer Schulen  läuft parallel  mit einem  rapiden Anstieg  der Bil-
       dungsanforderungen, die sich aus den modernen Produktionsmethoden
       ergeben. Der Leistungsstand der Schulen bestimmt heute weitgehend
       die Höhe  des Sozialproduktes...  Es ist  nicht zuviel behauptet,
       wenn man  sagt, daß  die gesamte  internationale Politik  in  den
       letzten Jahrzehnten  dadurch ein  neues Gesicht bekommen hat, daß
       das Bildungspotential der großen Mächte zum entscheidenden Faktor
       ihrer Außenpolitik geworden ist. Der Aufstieg der Sowjetunion zur
       Weltmacht ist  vor allem darauf zurückzuführen, daß sie im Rahmen
       einer  umfassenden  Bildungsplanung  Ausbildungskader  geschaffen
       hat."  (Dr.   Gg.  Picht   in  der   "Süddeutschen  Zeitung"  vom
       16.11.1962, Seite 7.)
       ...
       ...
       "Unser wirklich  großer Wettlauf  mit der Sowjetunion erfolgt auf
       dem Gebiete des Bildungswesens. Die Nation, die dieses Rennen ge-
       winnt, wird die potentiell herrschende Macht sein." ("Süddeutsche
       Zeitung" vom 24.9.1960, Seite 63.)
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       "Bayern liegt bei einer Prokopfleistung für Schulen und Hochschu-
       len an der letzten Stelle aller Bundesländer." ("Volk und Schule"
       1962, Seite 116.)
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