Quelle: Blätter 1964 Heft 02 (Februar)


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       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Die Lage
       
       Dr. Achim von Borries
       
       DER ZWANG ZUR INITIATIVE
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       ...
       "Daß nach  vielen Jahren bestimmter Erwartungen gewisse neue Ele-
       mente in  die weltpolitische Situation gekommen sind, hat mehrere
       Folgen: das  hat einmal  zur Folge,  daß es  etwas dauert, bis es
       alle realisieren  und es  macht dann notwendig, eine Situation zu
       überprüfen. Es  ist manchmal  schwer, sie  zu überprüfen.  Es ist
       ganz sicher  so, daß  es in Deutschland augenblicklich eine ganze
       Menge Leute  gibt, die die Dinge bisher im Grunde einfacher gese-
       hen haben,  aus gutem  Willen, nicht aus Bosheit, und daß sie nun
       dazu kommen  müssen, sie so differenziert und so schwierig zu se-
       hen, wie  sie wirklich  sind. Das erfordert einen Umstellungspro-
       zeß. In diesem Umstellungsprozeß sind wir."
       ...
       ...
       "Einer sehr starken Gruppe in der CDU/CSU paßt die ganze Richtung
       nicht, die  auf der einen Seite durch die Entspannungspolitik der
       Amerikaner und  auf der  anderen Seite durch die Verhandlungen in
       der Passierscheinfrage eingeleitet wurde. Sie wollen keine beweg-
       liche Politik.  Sie möchten sich am liebsten wieder in die Schüt-
       zengräben des  Kalten Krieges  zurückziehen, von  denen aus  sich
       leicht und  bequem zu allem nein sagen läßt, was nach einem deut-
       schen Beitrag  zur Entspannung  und zur  Deutschland-Politik aus-
       sieht."
       ...
       ...
       "Hier liegen  denn auch die Wurzeln der scharfen außenpolitischen
       Gegensätze innerhalb der großen Regierungspartei, die jetzt, nach
       dem Tode des großen Bewegers Kennedy und angesichts der immer ei-
       genmächtigeren Politik  de Gaulles unter allen Gemeinsamkeitsfor-
       meln wieder  deutlich zutage  treten. Sie  reichen nicht hinab in
       die Tiefe  der Deutschland-Problematik.  Die Bundesregierung  hat
       niemals ernsthafte  Beiträge zu  deren internationalen Erörterung
       geleistet, und  auf diese  gefährliche, von  Fußangeln und  Tabus
       übersäte Feld  wagt sich  auch Schröder  beileibe  nicht  hinaus.
       Seine Ziele  sind bescheidener,  seine 'Politik der Bewegung' ist
       in Wahrheit nur eine Politik der Anpassung, nämlich der Anpassung
       an die gegebenen Machtverhältnisse, in erster Linie im 'Ost-West-
       Konflikt'."
       ...
       ...
       "Ein großer  Teil der  Publizistik ist in der jüngsten Vergangen-
       heit abgerutscht.  Was früher nur die äußerste Linke und nach dem
       KP-Verbot Frau  Riemecks DEU  verkündete, kann  man jetzt  in den
       Kommentaren von Illustrierten und bürgerlichen Zeitungen lesen."
       ...
       ...
       "Dabei entlarvten  sich viele  Kritiker selbst, viel mehr als die
       FDP und ihre angebliche Deutschland- und Ostpolitik. Das Bemühen,
       mißverstehen zu  wollen, war oft noch allzu deutlich spürbar. Die
       Angst vor  einer Beendigung  des Kalten  Krieges und  die Furcht,
       überhaupt eine  Entscheidung treffen  zu müssen,  sprach aus fast
       jeder Zeile...  Die FDP hat sehr bewußt Washingtons Strategie des
       Friedens von der ersten Stunde an unterstützt. Sie weiß sehr viel
       besser als  ihre Kritiker,  wie schwer und voller Risiken der Weg
       aus der Sackgasse der internationalen Politik der 50iger Jahre zu
       der breiten Straße ist, die die Menschheit zum Frieden führt. Die
       gefährlichste und  folgenschwerste Illusion ist jedoch der Glaube
       derer, die  sich noch  immer der  durch  nichts  gerechtfertigten
       Hoffnung hingeben,  mit einem  längst als  unbrauchbar erwiesenen
       politischen Instrumentarium  vergangener Jahre die Probleme einer
       sich rasch verändernden Welt lösen zu können."
       ...
       Nachtrag
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