Quelle: Blätter 1964 Heft 02 (Februar)


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       der aktuellen "Blätter"-CD, welche die  Beiträge ab 1990 enthält
       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
       unter www.blaetter.de.
       
       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Prof. Seymour Melman, New York
       
       ÖKONOMISCHE ALTERNATIVEN ZUR RÜSTUNGS-PROSPERITÄT
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       ...
       Die amerikanische  Fassung des  folgenden Aufsatzes, der hier zum
       ersten Male  in deutscher Übersetzung veröffentlicht wird, ist im
       Januar-Heft 1964 der "Annals of the American Academy of Political
       and Social Science" erschienen. D. Red.
       ...
       Wirtschaftliche Fragen der Rüstung
       ----------------------------------
       Auswirkungen auf die Industrieunternehmen
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       Die unterirdische Grenze - Neue Rüstungsgeschäfte?
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       "Schutzräume für  20 Personen  kosten schätzungsweise 50 000 Dol-
       lar, Schutzräume  für 500  Personen etwa  1 063 400 Dollar,  also
       etwa 2135  bis 2525  Dollar je Person. Unter Zugrundelegung einer
       Bevölkerung von  120 Millionen, die voraussichtlich in Schutzräu-
       men unterzubringen  wäre, ergäben sich Kosten in Höhe von 254 bis
       302 Milliarden  Dollar. Dieser  Betrag liegt in der Größenordnung
       unserer gegenwärtigen  Staatsschuld oder  eines Drittels  des Ge-
       samtwertes aller  Gebäude in  unserem Lande. Der Betrag wäre etwa
       fünfmal so  hoch wie der Produktionswert der Bauwirtschaft, fünf-
       bis sechsmal  so hoch wie das gesamte jährliche Aufkommen an per-
       sönlicher Einkommensteuer  oder wie  unsere augenblicklichen Ver-
       teidigungsausgaben. Er  entspricht ungefähr  der Höhe der jährli-
       chen persönlichen Einkommen in unserem Lande. - Von 1940 bis 1947
       stieg unsere  Staatsschuld um 243 Milliarden Dollar. In der glei-
       chen Zeit verlor der Dollar die Hälfte seines Wertes. Ein Schutz-
       raumprogramm der genannten Art müßte innerhalb von etwa zwei Jah-
       ren durchgeführt werden, um militärischen Wert zu haben. Ein der-
       artiger Zwang  in Verbindung mit der begrenzten Kapazität unserer
       Industrie auf  verschiedenen in Frage kommenden Gebieten würde es
       notwendig machen,  unser Vermögen, Arbeitskräfte und unser tägli-
       ches Leben  Kontrollen zu  unterwerfen, die größer wären, als sie
       jemals zuvor  von einer Gesellschaft, und schon gar nicht von den
       Vereinigten Staaten,  errichtet worden  sind. - Selbst wenn diese
       Werte zu  hoch geschätzt  wären, selbst  um die  Hälfte zu  hoch,
       würde das gelten. Die Angaben beziehen sich natürlich auf heutige
       Dollarwerte. -  Eine entsprechende  Anstrengung zum Schutze indu-
       strieller Anlagen,  Verkehrsverbindungen etc. würde diese Beträge
       mindestens verdoppeln.  Ein schnelles  Sinken des internationalen
       Kurswertes des  Dollars, das  die finanzielle  Stabilität des ge-
       samten Westens  beeinträchtigen  würde,  wäre  die  gleichzeitige
       Folge."
       ...
       Grenzen des Rüstungsmarktes
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       Wirtschaftliche Auswirkungen bestimmter Abrüstungsmaßnahmen
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       Verringerung der Ausgaben für "Surplus Destruction"
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       Alternative Maßnahmen zum Schutze Amerikas
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       Alternativen für Rüstungsaufträge
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       Organisatorische Gesichtspunkte des Umstellungsproblems
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       Wirksame Anfangsstufen einer Umstellung von Rüstungs-
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       auf Friedenswirtschaft
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       ...
       "Erstens: Alle  Unternehmen, die mindestens ein Jahr lang für das
       Verteidigungsministerium oder  die Atomenergiekommission arbeiten
       und bei  denen mindestens 25 Prozent der Beschäftigten mit derar-
       tigen Aufträgen  zu tun  haben, sollten  - als Bedingung der Ver-
       tragserfüllung -  gehalten sein,  im Rahmen  der Geschäftsleitung
       eine Umstellungskommission zu bilden. Diese Kommission sollte ak-
       tiv mit  der Planung  der Umstellung  des Betriebes von Rüstungs-
       auf friedenswirtschaftliche  Produktion befaßt sein, sollte diese
       einmal infolge Beendigung, Kürzung, Streckung oder sonstiger Ein-
       schränkungen der  Aufträge des Verteidigungsministeriums oder der
       Atomenergie-Kommission notwendig werden.
       Zweitens: Der  Präsident sollte  eine  unter  Leitung  des  Wirt-
       schaftsministers stehende  "Economic Conversion  Commission" bil-
       den, die  zu ermitteln  hätte, welche Förderungsmaßnahmen zur Er-
       reichung vollständiger  Umstellung auf  örtlicher und  regionaler
       Ebene notwendig  sind. Dieser  Kommission sollten  auch Fachleute
       anderer betroffener  Ministerien angehören.  Unsere "Arms Control
       and Disarmament  Agency" verfügt  bereits über  eine kleine, aber
       fähige Gruppe von Leuten, die sich hiermit befassen.
       Die "Economic  Conversion Commission" soll die Aufgabe haben, ge-
       eignete Maßnahmen der Bundesministerien und -behörden vorzuberei-
       ten, die  notwendig sind,  um die  Umstellung von  Rüstungs-  auf
       Friedensproduktion zu erleichtern.
       Ferner hätte die Kommission, soweit notwendig, eventuelle private
       und öffentliche  Investitionspläne und  die davon  zu erwartenden
       Auswirkungen auf  Beschäftigung und  Einkommen zusammenzustellen.
       Diese Unterlagen  wären dem Präsidenten und dem Kongreß innerhalb
       von sechs  Monaten nach der Schaffung entsprechender gesetzlicher
       Grundlagen in vorläufiger Fassung und innerhalb von zwölf Monaten
       in endgültiger Fassung vorzulegen.
       Die Kommission  hätte mit  den Gouverneuren  aller  Einzelstaaten
       über die  Förderung angemessener  und fristgerechter  Studien und
       Konferenzen seitens  der Einzelstaaten  zu beraten, die einer Um-
       stellung von Kriegs- auf Friedensproduktion dienen könnten.
       Drittens: Die  Kommission hätte  innerhalb von zwölf Monaten nach
       ihrer Errichtung  eine Nationale  Konferenz für  Fragen der wirt-
       schaftlichen Umstellung und des wirtschaftlichen Wachstums einzu-
       berufen, um  im ganzen  Lande die Aufmerksamkeit auf die Probleme
       der wirtschaftlichen  Umstellung und  des wirtschaftlichen Wachs-
       tums zu lenken und um ein angemessenes Studium und eine geeignete
       Organisation hierfür  in allen  Bereichen der  Volkswirtschaft zu
       fördern."
       ...
       

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