Quelle: Blätter 1964 Heft 03 (März)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Horst Heiden
       
       ZUR CHARAKERISTIK EINER MULTILATERALEN ATOMSTREITMACHT
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       ...
       "Die amerikanischen  Vertreter werden  unter anderem auch klarma-
       chen, daß es in jeder Atommacht, die von der NATO aufgezogen wer-
       den sollte,  nur einen  Finger am  Abzug geben wird, und zwar den
       Finger des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika."
       ...
       ...
       "Die Bemühung, Frankreich zu isolieren, indem ein nuklear-strate-
       gisches Gefüge  aufgezogen wird, in dessen Rahmen Westdeutschland
       die Schlüsselstellung innehaben müste, könnte in Wirklichkeit die
       Festigkeit des  europäischen Zusammenhalts  und der  atlantischen
       Solidarität einer Zerreißprobe aussetzen und auch die innere Sta-
       bilität Westdeutschlands  erschüttern. Niemand  könnte ein Inter-
       esse daran  haben - und am wenigsten die Bundesrepublik selbst -,
       Ereignisse in Bewegung zu setzen, die fast sicher zum allgemeinen
       Verdacht und  Mißtrauen bezüglich der atomaren Rolle Westdeutsch-
       lands führen  müsten... Ein  geteiltes Land, das innerhalb von 50
       Jahren zwei  große Kriege  verloren, drei  Revolutionen hat  über
       sich ergehen  lassen  müssen,  zwei  Inflationsperioden  und  das
       Trauma der Nazizeit erlebt hat, sollte - in seinem eigenen Inter-
       esse -  nicht in eine Lage gebracht werden, wo es nicht nur einem
       verstärkten Druck  der Sowjets  ausgesetzt sein, sondern auch zum
       Zünglein an  der Waage der atlantischen Politik werden würde. Wir
       ermuntern Entwicklungen,  die wir  wahrscheinlich später bedauern
       werden."
       ...
       ...
       "Es wird oft gesagt, diese Streitkraft wäre eine Möglichkeit, die
       Frage der Kernwaffen in deutschen Händen zu vermeiden. Das Gegen-
       teil davon ist wahrscheinlich. Die multilaterale Streitmacht, wie
       sie jetzt aufgefaßt wird, könnte durchaus jedes seiner Mitglieder
       enttäuschen. Wenn die Bundesrepublik ernsthaft daran denkt, stra-
       tegische Waffen  zu erlangen,  wird ihr die multilaterale Streit-
       macht bald  nur als  eine Zwischenphase erscheinen, die lediglich
       der bequemste  Weg sein  könnte, um  Deutschland  ins  ernsthafte
       Kernwaffengeschäft zu bringen."
       ...
       ...
       "Die Möglichkeit, daß irgendwann in der Zukunft eine deutsche Re-
       gierung darauf dringen könnte, daß Großbritannien oder Frankreich
       der Bundesrepublik nukleare Gefechtsköpfe liefere, kann natürlich
       nicht ausgeschlossen  werden; auch würde dies den bestehenden in-
       ternationalen Vertragsverpflichtungen nicht zuwiderlaufen."
       ...
       

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