Quelle: Blätter 1964 Heft 06 (Juni)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       "ÜBEREMPFINDLICHE HALTUNG" BONNS IN DER DDR-FRAGE
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       Der amerikanische  Verteidigungsstratege James  King hat in einem
       Referat des  europäisch-amerikanischen Kolloquiums  am Wochenende
       in  Washington   festgestellt,  daß  die  Bundesrepublik  in  der
       Adenauer-Ära versucht habe, die USA in ihren sämtlichen Beziehun-
       gen zur  Sowjetunion auf  die eigene "überempfindliche Haltung in
       der Frage der Rechtmäßigkeit des sowjetzonalen Regimes" festzule-
       gen. Unter  Bundeskanzler Erhard  sei die Haltung etwas verständ-
       nisvoller geworden,  aber die  alten Ansichten  seien noch  immer
       stark. Als  besten Weg,  das deutsche  Problem anzugehen, empfahl
       King eine  "stillschweigende Anerkennung des de-facto-Status" der
       Sowjetzone, so  "erschreckend" das  auch für  viele heute zu sein
       scheine. Nach  Kings Ansicht wird der Nachfolger Ulbrichts in der
       Sowjetzone mit  aller Wahrscheinlichheit  nicht mehr  der Typ des
       hartgesottenen Stalinisten sein.
       Badisches Tagblatt v. 4.V.64
       

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