Quelle: Blätter 1964 Heft 10 (Oktober)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Joachim Gradewald, Bogota
       
       SOZIALE GRUPPEN UND IHRE POLITISCHE REPRÄSENTATION
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       IN LATEINAMERIKA
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       Die alten Familien und das Hacienda-System
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       ...
       "Wenn wir die Rolle der Hacienda bei der Entwicklung Lateinameri-
       kas zusammenfassen,  sehen wir,  daß sie  einen isolierenden  und
       konservativen Einfluß ausgeübt hat und dort, wo es noch Haciendas
       gibt, auch  noch immer  ausübt. Das herkömmliche System, nach dem
       der Landarbeiter  unentgeltlich für  den  Hacendado  zu  arbeiten
       hatte, verhinderte  die Verwendung verbesserter Maschinen, Metho-
       den oder  besseren Saatguts.  Es band die Arbeitskraft an den Be-
       sitz und  reduzierte die  Mobilität auf  ein Minimum. Es verlang-
       samte die  Entwicklung des Handels, da die Hacienda verhältnismä-
       ßig wenig auf dem offenen Markt kaufte oder verkaufte ... Es ver-
       hinderte die  Ansammlung von  Kapital, brauchte keine Investitio-
       nen, verlangte  nach keiner Änderung, tat nichts zur Verhinderung
       der Bodenerosion oder zur Verbesserung landwirtschaftlicher Tech-
       niken." 1)
       ...
       ...
       "Das Hacienda-System  stirbt, und  seine Überlebenden suchen ver-
       zweifelt die  Agonie zu  verlängern, indem sie das Eindringen des
       Kapitalismus angreifen,  sich dem  Vordringen der Industrialisie-
       rung widersetzen und die moderne Technik verdammen." 2)
       ...
       Zur Rolle des Militärs
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       Das Großbürgertum
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       Der untere Mittelstand
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       "Der wesentliche Unterschied zwischen der europäischen oder nord-
       amerikanischen Mittelklasse und der Mittelklasse in Lateinamerika
       besteht in  der Auffassung  vom Sinn des Lebens. Während die Mit-
       telklassen der  entwickelten Länder die Idee des Sparens, der Ar-
       beitsamkeit und der beständigen Erhöhung des Vermögens bewundern,
       macht sich  die Mittelklasse  Lateinamerikas dieses Kriterium nur
       in Ausnahmefällen  zu eigen.  Die europäischen Mittelklassen sind
       soziale Schichten, die beharrlich mit der Schaffung der Stufe be-
       schäftigt sind,  die sie  wirtschaftlich weiter  voranbringt; die
       lateinamerikanische Mittelklasse  dagegen ist  mit ihrem Aufstieg
       auf der  sozialen Leiter ausschließlich mittels der Zurschaustel-
       lung ihres  guten Auskommens  befaßt. Die große Masse der latein-
       amerikanischen Mittelklasse lehnt den harten Weg des Unternehmers
       ab und  zieht es  vor, alles  Geld sofort umzusetzen oder gar auf
       Kredit zu leben, wobei sie ihr Niveau erhöhen und vor allem ihren
       Lebensstil vor der Gesellschaft demonstrieren kann." 14)
       ...
       ...
       "Als Ganzes  genommen, hat die mexikanische Mittelklasse hohe mo-
       ralische Auffassungen.  Der Erfolg  von Geschäften, die Konsumgü-
       ter, Möbel  und Autos auf Abzahlung verkaufen, ist ein klarer Be-
       weis dafür,  daß die  Mittelklassen ihre Verträge erfüllt und von
       einem hohen  Sinn für  soziale Verantwortlichkeit  geleitet wird.
       Die hohe  Zahl der  Eheschließungen, die niedrige Zahl der Schei-
       dungen, die steigende Zahl der Lebensversicherungen, die privaten
       Volksschulen, die  große Zahl  der Studenten in den Universitäten
       und polytechnischen  Instituten sind  zusätzliche Zeichen  dafür,
       daß Mexikos  Mittelklasse sich ohne Zweifel um die Stabilität der
       Familie und  um das  Wohlergehen und die Zukunft ihrer Kinder be-
       müht." 15)
       ...
       Die Arbeiterklasse
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