Quelle: Blätter 1965 Heft 01 (Januar)


       zurück       Anzeige mit ausgesterntem Text


       Aus Copyrightgründen kann DEA hier keine Volltextausgabe machen.
       ----------------------------------------------------------------
       Das vollständige Dokument finden Sie entweder auf der "Blätter"-
       DVD,  die mehr als 9000 Beiträge von 1956-1989  enthält oder auf
       der aktuellen "Blätter"-CD, welche die  Beiträge ab 1990 enthält
       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
       unter www.blaetter.de.
       
       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Dr. Arno Klönne
       
       ZIVILSCHUTZ ODER REGIERUNGSSCHUTZ?
       ==================================
       Zur "Zivilschutzfibel" des Bundesinnenministeriums
       --------------------------------------------------
       ...
       "Viele Millionen  Hausbesitzer lassen  auf das  Dach ihres Hauses
       einen Blitzableiter  setzen. Sie  tun es, um sich vor Blitzgefahr
       zu schützen  und um  für alle Fälle gewappnet zu sein. Sicher ist
       sicher. Man  könnte allerdings  auch sagen:  Warum Geld für einen
       Blitzableiter ausgeben,  wenn der Blitz so selten einschlägt. Und
       wenn, dann  bestimmt nicht  in dieses  Haus -  die anderen Häuser
       sind ja  viel höher! Aber, wenn ein Gewitter heraufzieht, ist man
       doch froh,  gegen den Blitz geschützt zu sein. So ist es auch mit
       dem Zivilschutz."  (S. 3.)  "Ein guter  Luftschutz hat im Zweiten
       Weltkrieg unzähligen  Menschen das  Leben gerettet. Trotz schwer-
       ster Luftangriffe sind weniger als 1% der Bevölkerung in Deutsch-
       land ums  Leben gekommen.  Vorsorge, ein  guter Zivilschutz, kann
       auch künftig viele Menschenleben retten." (S. 7)
       ...
       ...
       "Bleib zu  Hause! So  lautet der  Rat der Fachleute in allen Län-
       dern. Im  Krieg ist  man überall gefährdet. Und an einem Ort, der
       Ihnen vertraut ist, können Sie sich noch am besten schützen. Dort
       ist vieles  vorbereitet, dort können Freunde und Nachbarn helfen,
       dort liegen Lebensmittelvorräte, Decken und Kleider." (S. 7)
       ...
       ...
       "Im Schutzraum ist man am sichersten!" (S. 15)
       ...
       ...
       "Durch Sirenen  können Sie überall und zu jeder Zeit vor Gefahren
       gewarnt werden.  Deshalb brauchen wir Sirenen ... Erschrecken Sie
       nicht vor  einem Probealarm!  Und prägen Sie sich bitte die Sire-
       nen-Signale ein.  Sirenen sind  nicht  nur  Alarmmittel  für  den
       Kriegsfall. Sie  dienen immer  dem Schutze  der Bevölkerung." (S.
       18)
       ...
       ...
       "Wenn Luftalarm  oder ABC-Alarm  gegeben wird: Schnellstens einen
       Schutzraum oder  Keller aufsuchen,  und zwar den, der am nächsten
       liegt. Notgepäck  mitnehmen, möglichst  auch ein  Kofferradio ...
       Beim Lichtblitz  einer Kernexplosion  sofort zu Boden werfen. Ge-
       sicht abwenden.  Kopf und  Nacken bedecken, notfalls mit den Hän-
       den. Augen  fest schließen.  Im Auto:  sofort Motor abstellen und
       auf den  Boden des  Wagens kauern.  In den nächsten Sekunden noch
       nicht aufstehen. Kriechend Deckung suchen vor der Druckwelle. (S.
       21)
       ...
       ...
       "Nach einem  Kernwaffen-Angriff den Schutzraum nur bei Entwarnung
       verlassen oder sonst nur, wenn man dazu aufgefordert wird..." (S.
       22)
       ...
       ...
       "Wichtig für  Sie ist  Ihr Selbstschutzwart!  Gibt es  bei  Ihnen
       schon einen und kennen Sie ihn? Sonst erkundigen Sie sich bei der
       Gemeindeverwaltung. Laden  Sie Ihren  Selbstschutzwart  doch  mal
       ein. Er  informiert Sie gern und gibt guten Rat für Selbstschutz-
       vorbereitungen. Er  ist gar  nicht so  unsympathisch, wie die Be-
       zeichnung vielleicht klingt." (S. 31)
       ...
       ...
       "Sie können  heute schon  dafür sorgen,  daß Ihr Schutzraum nicht
       der schlechteste  ist. Sie können Ihnen Schutzraum so ausstatten,
       daß Sie bis zu 2 Wochen darin leben können. Sie können sich heute
       schon beim  Bundesluftschutzverband kostenlos  ausbilden  lassen.
       Sie lernen  dort nicht  nur Dinge, die für den Fall eines Krieges
       wichtig sind,  sondern auch  manches, was  Sie im täglichen Leben
       immer wieder gebrauchen können." (S. 35)
       ...
       ...
       "Auch der  behelfsmäßige Schutzraum muß zur Not 2 Wochen Quartier
       bieten können.  Darum muß  er Sitz- und Liegemöglichkeiten haben.
       Wolldecken, etwas  Warmes zum  Anziehen und ein Behelfs-Klo, z.B.
       Camping-Modell. dürfen nicht fehlen." (S. 39)
       ...
       ...
       "Seine Siebensachen  zusammenhaben, das  ist für den ordentlichen
       Menschen schon  zu normalen Zeiten selbstverständlich. Um so mehr
       in Krisenzeiten." (S. 41)
       ...
       ...
       "Wenn Sie  unseren Rat  befolgen und  einen kleinen Lebensmittel-
       Vorrat anschaffen,  dann können Sie sich auch dann einmal helfen,
       wenn Sie  nicht zum  Einkaufen gekommen sind. Doch wenn Sie daran
       denken, daß im Ernstfall kein Feinkostgeschäft mehr geöffnet sein
       wird, dann  erscheint dieser  Lebensmittel-Vorrat noch  in  einem
       ganz anderen Licht. Glücklich, wer dann eine eiserne Reserve hat,
       mit der  jedes Familienmitglied für die nächsten zwei Wochen aus-
       kommt." (S. 45)
       ...
       ...
       "... ist  ein besonderer Ausschuß zu bilden, dem nur solche Rats-
       mitglieder angehören,  welche die  Voraussetzungen für die Unter-
       richtung über  geheimzuhaltende Angelegenheiten  erfüllen. Ob bei
       den Ausschußmitgliedern  diese  Voraussetzungen  vorliegen,  ent-
       scheidet nach  einer Prüfung das Bundesamt für Verfassungsschutz.
       In allen  geheimzuhaltenden Angelegenheiten tritt der Ausschuß an
       die Stelle der Amtsvertretung. Seine Sitzungen sind nicht öffent-
       lich." (Westfalenzeitung, 29.12.64) "Große Dinge kommen meist auf
       leisen Sohlen",  meinte Hans Zehrer in seinem Jahresschlußartikel
       in der  WELT, in  dem er  den Bürgern  der Bundesrepublik straffe
       Haltung empfahl.  Hier ist so ein großes Ding, hier sind auch die
       leisen Sohlen.  "Schließlich bieten  Zivilschutzerfordernisse An-
       laß, die  Bevölkerung bis zum Hauswart herab vollständig zu orga-
       nisieren und zu Übungen einzuberufen. Eine solche Bevölkerung ist
       für staatliche Propaganda und Gängelung in fast idealer Form emp-
       fänglich" -  schreibt die  Vereinigung Deutscher  Wissenschaftler
       (Ziviler Bevölkerungsschutz heute, S. 13).
       ...
       

       zurück