Quelle: Blätter 1965 Heft 03 (März)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Horst Heiden
       
       VORWÄRTSVERTEIDIGUNG - EINE STRATEGIE FÜR DIE ALLIANZ?
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       ...
       "Die  NATO-Konzeption  der  Anfangsjahre  hieß:  Verteidigung  am
       Rhein. Und  die NATO-Konzeption  heißt heute:  Vorn, am  Eisernen
       Vorhang. Das  ist ganz  entschieden das  Verdienst des bisherigen
       Verteidigungsministers 1)."
       ...
       Unterschiedliche Interpretationen
       ---------------------------------
       ...
       "Die Konzeption einer flexiblen Reaktion in Europa - sowohl poli-
       tisch als  auch militärisch  - darf  nicht dahingehend verstanden
       werden, daß  die sogenannte Atomschwelle ungerechtfertigt hochge-
       hoben wird,  ohne dabei politische Erwägungen in Betracht zu zie-
       hen. Abgesehen von der Tatsache, daß das den potentiellen Aggres-
       sor zu  dem Gedanken verleiten würde, er könne sein Risiko kalku-
       lieren würde  dadurch eine  Lage entstehen, in der er sich Faust-
       pfänder für  spätere Verhandlungen nehmen könnte. " Und die prak-
       tischen Konsequenzen des Ministers lauten: "Um das zu verhindern,
       müssen Atomminen,  nukleare Luftverteidigungswaffen und, wenn nö-
       tig, nukleare  Gefechtsfeldwaffen in  einem frühen  Stadium eines
       erkennbaren Angriffs auf Europa zur Verfügung stehen. Nur so kann
       man meiner Meinung nach dem Gegner eine letzte entschlossene War-
       nung zukommen  lassen, ohne in der weiteren Konsequenz gleich die
       Atomspirale in Gang zu setzen 4)."
       ...
       Die Gefahr der Erpressung
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       Zurück zur totalen Atomstrategie?
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       ...
       "Auf die  Verteidigung Europas bezogen, bedeutet das, daß hier im
       Gegensatz zu  anderen Teilen der Welt die Atomschwelle sehr nied-
       rig liegen muß, weil Westeuropa - als Teil des gesamten NATO-Ter-
       ritoriums betrachtet  - der einzige strategische Brückenkopf ist,
       der über  keine Tiefe  verfügt, der weder Bodenverluste noch eine
       Verminderung seiner Kampfkraft hinnehmen kann 5)."
       ...
       Mehr Handlungsfreiheit - wofür?
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       ...
       "Wenn man weiß, daß der Gegner einen Atomkrieg für das schlimmste
       aller Dinge  hält, ist  es das sicherste Mittel, ihn mit der Dro-
       hung des Atomkrieges zu erpressen 7)."
       ...
       "Wenn Sie sich in Bewegung setzen..."
       -------------------------------------
       ...
       "Es besteht  in den  Vereinigten Staaten eine ernsthafte Befürch-
       tung, daß Westdeutschland Kernwaffen benutzen könnte, um die Wie-
       dervereinigung zu  erpressen. Und  wenn Sie  auch meinen, das sei
       Unsinn (vielleicht  einige von  Ihnen meinen,  es sei nicht voll-
       ständiger Unsinn, wenn auch nicht heute, so doch in zehn Jahren),
       so haben die Vereinigten Staaten doch jedenfalls über eine solche
       Möglichkeit nachzudenken.  Zumindest tun sie es. Und ich kann Ih-
       nen das durch Dokumente beweisen."
       ...
       ...
       "Wenn Sie  sich z.B. in Bewegung setzen, um bei einem Aufstand in
       Ostdeutschland zu  helfen, werden  wir zunächst unsere Truppen zu
       dem Versuch  benutzen, Sie zu stoppen. Aber wenn Sie sie überren-
       nen, so machen wir klar, daß wir nicht beteiligt sind."
       ...
       ...
       "Wenn Sie einen kleinen Hebel für Kernwaffen haben, und wir haben
       den großen Auslösehebel, und diese beiden Hebel sind dadurch ver-
       bunden, daß  die amerikanischen  Soldaten in Europa ihre Stolper-
       draht-Funktion ausüben,  haben  wir  Ihnen  in  Wirklichkeit  den
       großen Hebel  zu unserem  Gesamtpotential gegeben. Und das bedeu-
       tet, daß  wir Ihnen  die vollständige  Kontrolle über unser Leben
       und unser Sterben gegeben haben 8)."
       ...
       ...
       "Mancherorts hat  man sich nun mit dem Gedanken beruhigt, daß wir
       unsere Streitkräfte  der NATO  zur Verfügung  gestellt hätten und
       daß damit  nicht nur  die Verantwortung für die operative Planung
       und Führung, sondern für die Kriegsführung überhaupt auf die NATO
       übergegangen sei.  Dabei wird aber übersehen, daß die Bundesrepu-
       blik -  ebenso wenig  wie ihre Bündnispartner - ihre gesamte Ver-
       antwortung in  Verteidigungsfragen gar nicht an die Allianz über-
       tragen durfte  und konnte. Im Gegenteil, das Ausmaß der in natio-
       naler Verantwortung zu lösenden militärischen und zivilen Vertei-
       digungsaufgaben ist  ungewöhnlich groß. Zunächst einmal bleibt es
       eine wichtige  Aufgabe der Bundesregierung, für die Berücksichti-
       gung lebenswichtiger  nationaler Interessen  im Bündnis  Sorge zu
       tragen ...  Obwohl die Streitkräfte den NATO-Kommandobehörden zur
       Verfügung gestellt  sind, haben die nationalen Regierungen gegen-
       über diesen Truppenverbänden entscheidende Zuständigkeiten behal-
       ten 9)."
       ...
       ...
       "Wie wir  Deutsche allerdings  das Problem  lösen wollten, unsere
       gepanzerten und mechanisierten Divisionen, die eigentlich für den
       Angriff ausgerüstet  und gegliedert  seien, für die Abwehr einzu-
       setzen, also  in Erwartung des ersten Schlages, sei allein unsere
       Sache 10)."
       ...
       ...
       "Mehr und  mehr dringt  heute die Ansicht durch, daß Minensperren
       im Bewegungskriege auch in offensivem Sinn angewendet werden kön-
       nen 11)."
       ...
       Disengagement - Sicherheit für Europa
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       Anmerkungen
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