Quelle: Blätter 1965 Heft 06 (Juni)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Die Lage
       
       Dr. Achim v. Borries
       
       ENTSPANNUNG IN GEFAHR
       =====================
       ...
       "Die Hauptnotwendigkeit  unserer Zeit ist die Erhaltung der mora-
       lischen Autorität  der Vereinigten  Staaten. Sie ist heute ernst-
       haft in  Frage gestellt...  Die Behauptung, Juan Bosch sei Kommu-
       nist, ist  lächerlich. Das Argument, er könne zu einer Brücke zum
       Kommunismus werden,  könnte sich  nur zu rasch bewahrheiten, wenn
       die Vereinigten Staaten sich in einer Weise benehmen, die hastige
       Leute zu  der Annahme  verleiten könnte,  es gebe  keinen anderen
       Ausweg aus  der Diktatur der amerikanischen 'Marines'. Die Folgen
       dieser bedauernswerten Haltung könnten für den Ausgang des Kalten
       Krieges so  verheerend sein, daß man zögert, sie darzustellen. Es
       genügt vielleicht,  zu sagen,  daß, wenn  Macht und nicht die öf-
       fentliche Meinung  zum Maßstab  der Großen  wird,  mehr  als  ein
       'Großer' dieses  Spiel spielen kann. Es gibt nur einen Ausweg zur
       Rettung der  moralischen Autorität  der Vereinigten  Staaten: die
       Wiedereinsetzung von  Präsident Bosch  und die Wiedereinschiffung
       der 'Marines'."
       ...
       ...
       "für diesen  Subkontinent keineswegs  alltäglichen Phänomen einer
       echten sozialen  Revolution, die  von einer  großen Mehrheit  des
       Volkes getragen wird." (20.V.65)
       ...
       ...
       "Nicht bewiesen ist die These Washingtons, daß die Revolution un-
       ter kommunistische  Kontrolle geraten war und daß deshalb die mi-
       litärische Intervention notwendig wurde." (15.V.65)
       ...
       ...
       "Eine kleine  Handvoll Männer  (übrigens wie  ihre Vorgänger  von
       1932 ziemlich  mediokre Männer) entscheiden nach rein partei- und
       personalpolitischen Gesichtspunkten  unter Ausschluß  der Öffent-
       lichkeit so ganz nebenbei das Schicksal Deutschlands. Der Bundes-
       bürger ist wieder reines Objekt geworden, mit dem verfahren wird,
       wie Börsenmakler mit einem Aktienpaket verfahren."
       ...
       ...
       "Normalerweise vertraut  die amerikanische Öffentlichkeit in sol-
       chen Situationen  (Vietnam etc. AvB) ihrer Regierung; sie ist ge-
       neigt, den Fachleuten zu glauben, daß sie ihr Handwerk verstehen.
       Aber seit  dem Fiasko  der Invasion an der Schweinebucht im Jahre
       1961 haben namentlich der Nachrichtenapparat und der Geheimdienst
       an Vertrauen verloren, und besonders die Gebildeten und unter ih-
       nen vor allem die Akademiker versuchen nun, sich ihr eigenes Bild
       von der  Weltpolitik zu  machen; sie verlangen bessere Unterrich-
       tung der Öffentlichkeit. Sie beschuldigen die Regierungssprecher,
       statt Information Propaganda zu liefern." (21.V.65)
       ...
       ...
       "Ein bewundernswertes  Beispiel besten demokratischen Denkens und
       Handelns" (Frankfurter  Rundschau), entspricht diese Bewegung den
       wertvollsten Traditionen der USA. Die Erfahrungen, die  w i r  in
       den letzten  Jahren gemacht  haben, insbesondere  in der SPIEGEL-
       und jetzt  in der Notstands-Affäre, legen eine entsprechende Hal-
       tung, das  heißt ein   a k t i v e s    k o n s t r u k t i v e s
       M i ß t r a u e n   gegenüber der  Politik  u n s e r e r  Regie-
       rung nur allzu nahe!
       ...
       

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