Quelle: Blätter 1965 Heft 07 (Juli)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Prof. Dr. Daniil Melnikow, Moskau
       
       DER KREISAUER KREIS UND DIE GRUPPE STAUFFENBERG
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       "Insbesondere waren  es die  nationalsozialistischen Anschauungen
       vom Recht, die über die Nürnberger Gesetze hinausgehenden Ausrot-
       tungsmaßnahmen gegen  das Judentum  und das Vorgehen, welches wir
       teilweise in  den besetzten  Gebieten an den Tag legten, die mich
       dem  nationalsozialistischen  Reich  völlig  entfremdet  hatten."
       ("Spiegelbild einer Verschwörung." "Die Kaltenbrunner-Berichte an
       Bormann und  Hitler über  das Attentat vom 20. Juli 1944", Stutt-
       gart 1961, S. 110.)
       ...
       ...
       "Die Opposition  ist der Ansicht, daß sich die entscheidende Ent-
       wicklung in Europa auf sozialem Gebiet abspielen wird. Sobald das
       deutsche Heer zurückgeworfen ist und der russische Feldzug zu ei-
       nem Stillstand  kommt, ist  auf beiden  Seiten eine revolutionäre
       Situation denkbar.  Eine Verbrüderung  zwischen den Deutschen und
       den ins Land gebrachten ausländischen Arbeitern ist ebenfalls ein
       wichtiger Faktor.  Hitler wird  fallen, und ein erneuertes Europa
       wird aus  dem gemeinsamen  Erlebnis der  Unterdrückten erstehen."
       (Dulles, "Germany's Underground", S. 131.)
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       ...
       "Von Rußland  kommen dauernd konstruktive Ideen und Pläne für den
       Wiederaufbau Deutschlands  nach dem  Kriege... Im  Vergleich dazu
       haben die  demokratischen Länder  der Zukunft  von  Zentraleuropa
       nichts zu  bieten. Diese  Pläne und Ideen werden von den Kommuni-
       sten... im  deutschen Volk verbreitet... Das Abgleiten zur extre-
       men Linken  hat verblüffende Ausmaße angenommen und gewinnt stän-
       dig an Bedeutung." (Dulles, "Germany s Underground", S. 136.)
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       "Von Trott  war es auch, der auf seiner kurz vor dem Anschlag ab-
       geschlossenen Schwedenreise  über das  Nationalkomitee in  Moskau
       sondierte." ("Die Kaltenbrunner-Berichte", S. 174.)
       ...
       ...
       "Über diese  Verbindungen (mit  dem Nationalkomitee  - D.M.) sind
       aber mit Sicherheit auch Informationen über das Vorhandensein der
       Oppositionsgruppen in der deutschen Generalität und der Verschwö-
       rerclique um  Stauffenberg herausgegangen."  ("Die Kaltenbrunner-
       Berichte", S. 174.)
       ...
       ...
       "Im Herbst  1943 hatten  Goerdeler und Tresckow über die Möglich-
       keit gesprochen, den ehemaligen Botschafter Graf von der Schulen-
       burg durch  die deutschen  Linien der  Ostfront zu schleusen. Der
       Gedankengang, den von Tresckow vertrat, war etwa der, daß von der
       Schulenburg einer  der wenigen  Deutschen ist, die Stalin persön-
       lich kennen.  Schulenburg soll die Verbindung neu anknüpfen. Wenn
       Schulenburg mit Stalin zu einem Ergebnis kam, sollte eine militä-
       rische Aktion  den Umsturz in Deutschland herbeiführen. Es sprach
       mit, daß  Schulenburg immer von einem Krieg gegen die Sowjetunion
       abgeraten hatte.  Der Plan eines Verhandlungsfriedens mit der So-
       wjetunion ist zweifellos von Tresckow in dieser Weise vorgebracht
       worden." ("Die Kaltenbrunner-Berichte", S. 308.)
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       "Er dachte  und handelte revolutionär, und nichts spricht für die
       Annahme, daß  er, hätte  er sein nächstes revolutionäres Ziel er-
       reicht, auf diesem Wege  nicht weitergeschritten wäre." (Wheeler-
       Bennet, "Die Nemesis der Macht", S. 713.)
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       "Stauffenberg habe  sogar mit dem Gedanken gespielt, eine Revolu-
       tion der  Arbeiter, Bauern  und Soldaten  herbeizuführen, und ge-
       hofft, die  Rote Armee würde ein nach dem russischen Muster orga-
       nisiertes kommunistisches  Deutschland unterstützen."  (A.W. Dul-
       les, "Verschwörung in Deutschland", 1947, S. 218.)
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       "Ich gestehe,  daß mein  Vater mir im März 1944 erstmalig zu ver-
       stehen gegeben  hat, daß der Krieg verloren sei. Auf meine Frage,
       ob man  sich damit  abfinden solle, sagte er, es bestehe die Mög-
       lichkeit, durch Vermittlung des Nationalkomitees und von Seydlitz
       einen Kompromißfrieden  zu schließen. Er verwies darauf, daß sich
       beim OKW  in Berlin  bereits Männer  gefunden haben,  die  bereit
       seien, den  Führer abzusetzen  und mit dem Gegner in Friedensver-
       handlungen zu  treten." ("Archiv  IHL, Berlin, Nr. 7-16-14. Rück-
       übersetzung aus dem Russischen.)
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