Quelle: Blätter 1965 Heft 08 (August)


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       der aktuellen "Blätter"-CD, welche die  Beiträge ab 1990 enthält
       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
       unter www.blaetter.de.
       
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       Bücher
       
       GEDANKEN ÜBER VERBRECHEN
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       Hans Magnus  Enzensberger, Politik  und Verbrechen, Suhrkamp Ver-
       lag, 398 S., 19,80 DM.
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       "Zwischen Mord  und Politik  besteht ein alter, enger und dunkler
       Zusammenhang. Er  ist in der Grundstruktur aller bisherigen Herr-
       schaft aufbewahrt:  Sie wird von demjenigen ausgeübt, der die Be-
       herrschten töten lassen kann" (S. 13).
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       "Der  reinste  Ausdruck  der  staatlichen  Souveränität,  so  wie
       Treitschke sie  versteht, ist  nach innen, im Umgang mit dem ein-
       zelnen Gegner, die Todesstrafe; nach außen, im Umgang mit anderen
       Staaten, der  Krieg. Darf  der Staat als Herr über die Rechtsord-
       nung einen,  so darf  er auch,  in seinem und ihrem Namen, viele,
       notfalls alle  töten lassen und die Vollstreckung dieses Souverä-
       nitätsaktes seinen Bürgern zur Pflicht machen" (S. 16).
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       "Alle individuellen  Gewaltverbrechen von  Kain bis Landru wiegen
       das Unrecht  nicht auf,  das allein die Erbfolgekriege Europas im
       achtzehnten Jahrhundert  oder die  Kolonialen  Hoheitsakte  eines
       einzigen Jahrzehnts verursacht haben" (S. 17).
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       "...gleichgültig, welche  Regierung jeder  Einzelne als die seine
       ansah, es  war jeweils  eine andere  vorhanden, in deren Augen er
       Verrat beging. Ähnlich spiegelbildliche Zwangssituationen ergeben
       sich in allen geteilten Ländern, wie zum Beispiel, seit dem Jahre
       1948, in Deutschland" (S. 364).
       ...
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       "Die Modell-Situation,  die dabei  zugrunde gelegt  wird, ist der
       Krieg. Erst  im militärischen Geheimnis kommt das Staatsgeheimnis
       zu sich  selbst; da der Krieg als ein permanenter und totaler Zu-
       stand vorausgesetzt  wird, läßt  sich jeder beliebige Sachverhalt
       unter militärische  Kategorien subsumieren:  dem Feind  gegenüber
       hat alles  als Geheimnis und jeder Bürger als potentieller Verrä-
       ter zu gelten" (S. 379).
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       Heinz Abosch
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